Wie häufig zu Beginn eines neuen Jahres, verläuft es oft ähnlich. In sechs der vergangenen sieben Jahre bewegte sich der S&P 500 für den Rest des Jahres in die gleiche Richtung wie in den ersten fünf Handelstagen im Januar. Seit 1950 stimmte die Richtung des Index in diesen Zeiträumen in 68% der Fälle überein. Daher überrascht es nicht, dass der starke Start der US-Aktien Anfang 2026 den Optimismus untermauert hat.
Performance des S&P 500 Anfang Januar und Jahresverlauf
Investoren beobachten den saisonalen Faktor genau, insbesondere das Verhalten des S&P 500 im Januar. Zu Beginn des Jahres bilden langfristige Akteure ihre Portfolios und balancieren sie neu aus, daher gibt der zweite Wintermonat oft die Marktrichtung für die nächsten 11 Monate vor.
Ein bemerkenswertes Merkmal des frühen Jahres 2026 ist eine Intensivierung der Rotationsprozesse – die Gewichtsverlagerung von Technologieaktien hin zu anderen, wirtschaftlich sensibleren Sektoren. Infolgedessen bewegt sich der Dow Jones auf die psychologisch wichtige Marke von 50.000 Punkten zu, während der Nasdaq 100 in einer Konsolidierungsphase feststeckt. Die Einzelwerte des Nasdaq zeigen eine gemischte Performance: Alphabet steigt, während Oracle fällt.
Verteidigungsaktien schnitten am besten ab. Sie lagen im Plus aufgrund von Donald Trumps Absicht, die Militärausgaben um 1,5 Billionen USD zu erhöhen.
Auch Aktien kleinerer Unternehmen erzielten einen starken Start. Der Russell 2000 übertraf den Nasdaq 100 um 4 Prozentpunkte in den ersten fünf Handelstagen und verzeichnete damit den zweitbesten Start aller Zeiten, nur übertroffen von 2021.
Russell 2000 vs. Nasdaq 100 Spread-Dynamik
Laut Royce Investment Partners ist die Stärke von Small Caps eine langfristige Angelegenheit. Sie waren lange Zeit unterbewertet, sodass die aktuelle Rotation vorteilhaft für den Russell 2000 ist.
Der Aktienmarkt bereitet sich auf zwei bedeutende Ereignisse vor – der Beschäftigungsbericht und das Urteil des Obersten Gerichtshofs zur Rechtmäßigkeit der Zölle des Weißen Hauses. Starke Daten zu den neuen Arbeitsplätzen außerhalb der Landwirtschaft würden die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der Fed im März verringern und Druck auf risikoreiche Vermögenswerte, einschließlich des S&P 500, ausüben. Umgekehrt könnte eine Gerichtsentscheidung, die Einfuhrzölle aufhebt, den breiten Index unterstützen.
Wells Fargo schätzt, dass die Rückerstattungen von Zolleinnahmen die Unternehmensgewinne in den USA in diesem Jahr um zusätzliche 2,4 % steigern würden. Eine Aufhebung der Zölle würde als eine Art steuerlicher Anreiz für US-Unternehmen wirken und wäre insgesamt positiv für den Aktienmarkt.
Technisch gesehen zeigt das Tagesdiagramm, dass der S&P 500 sich von einem fairen Wert bei 6.900 erholt hat. Ein erfolgreicher erneuter Test dieses Niveaus würde das Risiko eines Rückgangs in Richtung mindestens 6.825 erhöhen und eine Grundlage für den Verkauf des breiten Index bieten. Andererseits würde eine Rückkehr des Preises zum Hoch der Kerze nahe 6.931 ein starkes Argument für einen Long-Einstieg in der Hoffnung auf die Wiederherstellung des Aufwärtstrends darstellen.