Dollar: Haupttreiber und Ausblick

Der Dollar sinkt zu Beginn der neuen Woche. Auch die Renditen von US-Staatsanleihen fallen am Montag, was weiteren Druck auf den Dollar ausübt.

In der vergangenen Woche war durch die Stärke des Dollars gekennzeichnet, die durch die steigende Inflation und die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich möglicher Entscheidungen der Federal Reserve bedingt war.

Die jüngsten Nonfarm Payrolls zeigten ein Beschäftigungswachstum von nur 50.000 im Vergleich zu den erwarteten 66.000, während die Arbeitslosigkeit unerwartet auf 4,4% sank. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen schneller als prognostiziert und erreichten einen Anstieg von 3,8% im Jahresvergleich. Trotz Anzeichen einer Abkühlung auf dem Arbeitsmarkt glauben Analysten, dass die Situation weit weniger dramatisch ist als zunächst angenommen.

Zudem stieg der vorläufige Consumer Sentiment Index der Universität von Michigan für Januar, ebenfalls am Freitag veröffentlicht, auf 54,0 von 52,9 im Dezember und übertraf damit die Prognose von 53,5.

Insgesamt stützen die Daten der letzten Woche einen optimistischeren wirtschaftlichen Ausblick und verringern die Notwendigkeit für Notfallzinssenkungen.

Wie bekannt ist, senkte die Fed im Dezember ihren Leitzins um 0,25%. Die Protokolle dieser Sitzung enthüllten jedoch ernsthafte Meinungsverschiedenheiten unter den Ausschussmitgliedern bezüglich der Geldpolitik.

Nach der Veröffentlichung der makroökonomischen Daten wurden die Erwartungen hinsichtlich der nächsten Schritte der US-Geldbehörden überarbeitet.

Ökonomen erwarten nun, dass die Fed die Kreditkosten im Juni und September um 25 Basispunkte senken wird, anstatt wie bisher angenommen im März und Juni.

Inzwischen zeigt das CME Group FedWatch-Tool derzeit eine 95%ige Wahrscheinlichkeit für eine Pause im Januar an.

Gleichzeitig wird dem Strafverfahren gegen den Fed-Vorsitzenden Jerome Powell besondere Aufmerksamkeit geschenkt, das im Zusammenhang mit der 2,5 Milliarden Dollar teuren Renovierung des Zentralbankgebäudes steht. Powell selbst hat die Vorwürfe als politische Manipulation bezeichnet, die darauf abzielen, die Unabhängigkeit der Regulierungsbehörde zu untergraben und die Geldpolitik zu verändern. Ein möglicher Wechsel in der Führung der Fed könnte einen starken Rückgang des Dollars auslösen.

Nachdem am Freitag das starke Widerstandsniveau bei 99,13 (EMA144 im Tageschart) getestet wurde, sind die USDX-Futures heute gefallen und zu Beginn der US-Handelssitzung in Richtung des Unterstützungsniveaus bei 98,72 (EMA50 im Tageschart) gesunken. Da die USDX-Futures jedoch kurzfristig weiterhin einen Aufwärtsimpuls beibehalten, kann mit einem Abprall von der Unterstützungszone 98,72–98,60 (EMA200 im 1-Stunden-Chart) und einer Fortsetzung der aufwärtsgerichteten Korrekturbewegung gerechnet werden.

Wenn sich dieses Szenario verwirklicht, könnte ein erfolgreicher Retest und Ausbruch des Widerstands bei 99,13 die Bedingungen für eine Bewegung in Richtung des entscheidenden Widerstandsniveaus bei 99,60 (EMA200 im Tageschart) schaffen, das den mittelfristigen bärischen Dollar-Markt von einem bullischen trennt. Ein Ausbruch über dieses Niveau, gefolgt von einem Ausbruch über 99,90 (EMA50 im Tageschart), würde das Wiederaufleben eines mittelfristigen bullischen USDX-Trends bestätigen, mit Aufwärtspotenzial in Richtung der oberen Grenze des aufsteigenden Kanals auf dem wöchentlichen USDX-Chart, was gleichzeitig mit dem entscheidenden langfristigen Widerstandsniveau bei 101,45 (EMA144 im Wochenchart) übereinstimmt.

In einem negativen Szenario für den Dollar würde ein Unterschreiten der Unterstützung bei 98,60 den Preis vollständig in bärisches Territorium zurückführen und den Weg für einen Rückgang in Richtung des strategischen Unterstützungsniveaus bei 96,80 öffnen, das den globalen bullishen USDX-Markt von einem bärischen trennt.

Fazit

Die Dynamik des Dollars wird von einer Kombination aus Wirtschaftsdaten, politischen Ereignissen und Markterwartungen bestimmt. Die strafrechtlichen Verfahren gegen Powell fügen zusätzliche Unsicherheit hinzu und üben negativen Druck auf den Dollar aus. Technische Niveaus und Fundamentaldaten werden in den kommenden Tagen als wichtige Bezugspunkte für Investoren dienen.

Die weiteren Entwicklungen im Dollarausblick in naher Zukunft werden von der Inflationsdynamik abhängen (die Veröffentlichung der VPI-Daten ist für Dienstag um 13:30 GMT geplant und der Produzenteninflationsdaten PPI am Mittwoch) sowie von Aussagen von Beamten der Federal Reserve, darunter die heutigen Reden von Raphael Bostic, dem Präsidenten der Atlanta Fed (17:30 GMT), und John Williams, dem Präsidenten der New York Fed (23:00 GMT).

Der Markt wartet auf klare Signale der US-Geldbehörden, um die nächsten Schritte zu bestimmen. Die aktuellen Marktbedingungen bleiben unsicher, aber das Risiko einer signifikanten Stärkung des Dollars besteht weiterhin, insbesondere wenn die Inflation weiter ansteigt.

Wir werden die Entwicklungen weiterhin genau beobachten und ausgewogene Investitionsentscheidungen treffen.