Der Euro zeigt moderate Widerstandsfähigkeit angesichts nachlassenden Inflationsdrucks im Euroraum, was die Argumentation der Europäischen Zentralbank für das Ende ihres Zinssenkungszyklus stärkt. Laut den in der letzten Woche veröffentlichten Daten verlangsamte sich der Verbraucherpreisindex im Euroraum auf 2 % im Jahresvergleich im Dezember – der niedrigste Stand seit vier Monaten und im Einklang mit dem Ziel der EZB. Die Kerninflation ist ebenfalls auf 2,3 % im Jahresvergleich gesunken und liegt damit leicht unter den Marktkonsenserwartungen. Diese Indikatoren stützen ein Szenario der Stabilisierung der Geldpolitik im mittelfristigen Bereich, was den Abwärtsdruck auf die Einheitswährung begrenzt.
Das Pfund übertrifft seine Hauptkonkurrenten im Vorfeld der Veröffentlichung der November-Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), die am Donnerstag erwartet werden. Prognosen deuten darauf hin, dass das Office for National Statistics (ONS) eine Zunahme der wirtschaftlichen Aktivität um 0,1 % melden wird, nach zwei aufeinanderfolgenden Rückgängen um 0,1 % im September und Oktober. Auch die Industrieproduktion dürfte monatlich um 0,5 % zulegen, während die gesamte Industrieproduktion weitgehend unverändert bleiben dürfte. Diese Daten werden ein wichtiger Indikator für die Widerstandsfähigkeit der britischen Wirtschaft sein.
Positive Stimmung gegenüber dem Pfund wird durch Kommentare von Alan Taylor vom geldpolitischen Ausschuss der Bank of England weiter unterstützt, die auf einem Gipfel an der National University of Singapore geäußert wurden. Taylor stellte fest, dass die Normalisierung der Politik auf ein neutrales Niveau eher früher als später erreicht werden könnte, da ein nachhaltiges Erreichen des Inflationsziels bis Mitte 2026 erwartet wird. Diese Bemerkungen stimmen mit der Dezember-Leitlinie der Bank of England zur schrittweisen Lockerung der Geldpolitik überein.
Aus technischer Sicht handelt das Paar innerhalb eines absteigenden Kanals. Die nächste Unterstützung liegt bei 0,8664, darunter könnte das Paar um 0,8650 und nahe der 200-Tage-SMA halten. Widerstand bietet die 9-Tage-EMA; ein Durchbruch darüber würde den Anstieg in Richtung der runden Marke von 0,8700 beschleunigen. Da die täglichen Oszillatoren jedoch negativ bleiben, ist es für Bullen noch zu früh, um von einem nachhaltigen Anstieg zu sprechen.
Die untenstehende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderungsdynamik des Euros. Der stärkste Gewinn des Euros ist gegenüber dem kanadischen Dollar zu beobachten.