EUR/JPY. Preisanalyse. Prognose. Eine nachlassende Inflation im Euroraum stärkte den Euro

Am Montag erlebt der EUR/JPY-Kurs einen Anstieg angesichts gemischter makroökonomischer Signale aus Europa und Japan. Die Dynamik des Paares spiegelt die erhöhte Marktsensibilität gegenüber Inflationsdaten und politischen Risiken wider, die sowohl den Euro als auch den japanischen Yen beeinflussen.

In der Eurozone bestätigen frische Inflationsdaten einen anhaltenden Abwärtstrend des Preisdrucks. Im Dezember wurde der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) im Jahresvergleich auf 1,9% korrigiert, nachdem er ursprünglich auf 2,0% geschätzt wurde, und liegt damit unter 2,1% im November sowie unter der Konsensprognose. Die Kerninflation, berechnet durch den Kern-HVPI, wurde bei 2,3% im Jahresvergleich bestätigt, nach 2,4% im November, was eine Verlangsamung des Preisdrucks zeigt und einige Argumente gegen eine weitere geldpolitische Straffung entkräftet. Unter diesen Bedingungen bleibt die Europäische Zentralbank vorsichtig und hat die Leitzinsen seit Ende des Zinssenkungszyklus im Juni 2025 unverändert gelassen, was signalisiert, dass sie keinen Bedarf für eine kurzfristige Anpassung der Politik sieht.

Der Rat der EZB verfolgt weiterhin einen datengesteuerten Ansatz, trifft Entscheidungen von Sitzung zu Sitzung und vermeidet einen im Voraus angekündigten Pfad von Zinssatzänderungen. Die Annäherung der Inflation an das 2%-Ziel der EZB stärkt das Argument für die Beibehaltung der aktuellen Politik, was zur Stabilisierung des Euros beiträgt.

Auf geopolitischer Ebene fügen die steigenden Handelskonflikte zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten eine weitere Quelle der Unsicherheit hinzu. Europäische Politiker haben gewarnt, dass sie bereit sind, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, falls die neuen Tarife, die von US-Präsident Donald Trump angekündigt wurden, umgesetzt werden. Dies erhöht die Risiken für den Außenhandelssektor und könnte die Anlegerstimmung beeinflussen.

Die EU-Botschafter haben sich darauf geeinigt, den diplomatischen Druck auf Washington zu erhöhen und gleichzeitig mögliche Gegenmaßnahmen zu entwickeln, um Schäden an europäischen Unternehmen zu minimieren. Deutschlands Finanzminister Lars Klingbeil betonte, dass Europa fest auf neue US-Zölle reagieren und dem Druck nicht nachgeben werde, was die Märkte nervös halten und zu einer starken Volatilität des Euros führen könnte.

In Japan steht der Yen aufgrund steigender politischer Unsicherheit unter Druck. Premierministerin Sanae Takaichi hat ihre Absicht angekündigt, das Parlament am 23. Januar aufzulösen und vorgezogene Neuwahlen am 8. Februar abzuhalten. Dies erhöht die Risiken für die politische und wirtschaftliche Agenda des Landes. Dieser Faktor verschlechtert die Wahrnehmung des Yens als sicherer Hafen, obwohl einige unterstützende Faktoren bestehen bleiben.

Japans Finanzminister Satsuki Katayama bemerkte, dass die Behörden weiterhin alle verfügbaren Mittel in Betracht ziehen, einschließlich direkter und koordinierter Interventionen mit den Vereinigten Staaten, um einer übermäßigen Schwächung der nationalen Währung entgegenzuwirken. Zudem berichtet Reuters, dass die Bank of Japan die Zinsen möglicherweise früher anheben könnte als derzeit am Markt erwartet, möglicherweise bereits im April, obwohl die Zentralbank wahrscheinlich den Leitzins bei der nächsten Sitzung unverändert bei 0,75% belassen wird.

Vor dem Hintergrund der nachlassenden Inflation in der Eurozone, der vorsichtigen Haltung der Zentralbanken und der steigenden politischen Unsicherheit sowohl in Europa als auch in Japan bleibt EUR/JPY hochsensibel für Veränderungen in der Anlegerstimmung und der offiziellen Rhetorik.

Ein moderater Anstieg in Richtung des Bereichs 183,90 unter den aktuellen Bedingungen spiegelt einen leichten Vorteil für den Euro gegenüber dem Yen wider, während Marktteilnehmer vorsichtig bleiben und neue politische und monetäre Signale genau beobachten, die eine weitere Welle von Volatilität auslösen könnten. Die folgende Tabelle zeigt die prozentualen Veränderungen des Euro gegenüber den wichtigsten Weltwährungen heute, wobei der größte Gewinn gegenüber dem US-Dollar verzeichnet wird.

Aus technischer Sicht hat das Paar auf Widerstand an der Konvergenz von drei gleitenden Durchschnitten um die 183,90 getroffen. Oszillatoren im Tageschart sind positiv und unterstützen die Bullen. Wenn die Preise dieses Niveau überwinden können, wird der Weg zum Januar-Hoch frei, obwohl einige Hindernisse vorausliegen. Sollte das Paar jedoch unter die runde Marke von 183,00 in die Zone von 182,70–182,60 fallen, wird der Rückgang bis 182,20 beschleunigt.