Gold steigt weiterhin und überschreitet die runde Marke von 4.700 US-Dollar, wodurch ein neues Allzeithoch erreicht wird.
Der Haupttreiber ist der anhaltende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, der die geopolitischen Spannungen aufrechterhält, während er gleichzeitig den Rückgang der bürgerlichen Unruhen im Iran ausgleicht, die die Wahrscheinlichkeit einer militärischen Intervention der USA verringert hatten. US-Präsident Donald Trump hat sich von seinen früheren Drohungen militärischer Aktionen gegen den Iran zurückgezogen, nachdem die Proteste in Teheran stark unterdrückt wurden.
Zusätzlicher Druck auf die Märkte – und Unterstützung für den Goldpreis – kommt von den Drohungen der USA, Handelszölle zu verhängen, die den "Sell America"-Handel wiederbelebt haben und den US-Dollar belasten. In diesem Kontext bleiben Anleger trotz der geringeren Wahrscheinlichkeit aggressiver Maßnahmen durch die Federal Reserve vorsichtig. Händler haben ihre Erwartungen an aggressivere Zinssenkungen der Fed im Jahr 2026 zurückgeschraubt, nachdem Trump sich dafür ausgesprochen hat, Kevin Hassett als Direktor des National Economic Council zu behalten. Dies deutet darauf hin, dass jemand anderes den scheidenden Fed-Vorsitzenden Jerome Powell ersetzen wird.
Das gesamte Umfeld begünstigt weitere Gewinne beim Gold, da Marktteilnehmer nach sicheren Anlagehäfen suchen, insbesondere angesichts von Sorgen über einen möglichen Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union aufgrund anhaltender diplomatischer Spannungen um Grönland.
Am Wochenende drohte Trump damit, ab dem 1. Februar zusätzliche 10 % Zölle auf Importe aus acht europäischen Ländern zu erheben, um deren Teilnahme an einem Deal zur Übernahme Grönlands zu verhindern. Frankreich reagierte, indem es die Möglichkeit neuer wirtschaftlicher Gegenmaßnahmen signalisierte, was das Risiko eines Handelskriegs zwischen den USA und der EU erhöht.
Für bessere Handelsmöglichkeiten sollte der Veröffentlichung des Personal Consumption Expenditures (PCE) Index in den USA am Donnerstag Aufmerksamkeit geschenkt werden, der der wichtigste Inflationsindikator der Federal Reserve ist. Ebenfalls im Fokus steht der endgültige Q3-BIP-Bericht, der zusätzliche Hinweise auf die Richtung der Geldpolitik geben und Bewegungen im Gold beeinflussen könnte.
Aus technischer Sicht bleiben die Oszillatoren im Tageschart positiv und unterstützen die Bullen, sie befinden sich jedoch im überkauften Bereich, was auf eine mögliche kurzfristige Korrektur oder Konsolidierung hindeutet. Da jedoch alle gleitenden Durchschnitte weiterhin nach oben weisen und das MACD-Histogramm ebenfalls steigt, gibt es derzeit keine Anzeichen für eine Preisumkehr.