Der Euro hat gestern sprunghaft gegenüber dem US-Dollar an Wert gewonnen, nachdem Drohungen in die Tat umgesetzt wurden. Spekulationen, dass EU-Länder möglicherweise beginnen könnten, US-Staatsanleihen abzustoßen, blieben zunächst nur Spekulationen.
Gestern wurde bekannt, dass Dänemark begonnen hat, US-Staatsanleihen aktiv abzustoßen. AkademikerPension kündigte den Verkauf von US-Staatsanleihen an. Der Pensionsfonds plant den Verkauf von Wertpapieren im Wert von etwa 100.000.000 US-Dollar und erwartet, die Position bis Ende Januar 2026 zu schließen.
Der Fonds beschrieb die Entscheidung als rein finanziell — steigende Defizite und die Entwicklung der US-Staatsverschuldung machen Staatsanleihen zu einem suboptimalen Instrument zur Risiko- und Liquiditätssteuerung. Ein inoffizielles Motiv ist der sich verschärfende Streit zwischen den USA und Europa über Zolldrohungen von Herrn Trump und seine Ansprüche auf Grönland, welches dänisches Territorium bleibt.
Dänemarks Schritt, auch wenn er von einem relativ kleinen Pensionsfonds unternommen wird, ist ein Warnsignal für die US-Wirtschaft. Investoren weltweit beobachten die Aktionen großer Akteure genau, und solche Schritte könnten eine Kettenreaktion auslösen. Wenn andere Länder und Fonds dem Beispiel Dänemarks folgen, könnte die Nachfrage nach US-Staatsanleihen stark nachlassen, was die Renditen in die Höhe treiben und die Kosten für die Bedienung der US-Staatsschulden erhöhen würde.
Die offizielle Begründung für die Entscheidung des dänischen Fonds ist nachvollziehbar. Die Ungewissheit in der US-Wirtschaft, die wachsende Staatsverschuldung und die politische Instabilität machen US-Staatsanleihen für Investoren, die Stabilität und Sicherheit suchen, weniger attraktiv. Im Gegensatz dazu gewinnt der Euro immer mehr an Vertrauen, insbesondere vor dem Hintergrund der Aussichten auf eine tiefere wirtschaftliche Integration innerhalb der EU.
Die Auswirkungen von Dänemarks Aktionen auf den Euro und Dollar sind bereits spürbar. Durch den Kapitalabfluss aus US-amerikanischen Vermögenswerten und einer allgemein positiveren Einschätzung der europäischen Wirtschaft könnte die Euro-Stärke anhalten. Ein schwächerer Dollar wiederum macht US-Waren weltweit wettbewerbsfähiger, erhöht aber auch den Inflationsdruck im Inland.
Es ist bemerkenswert, dass dies bereits der dritte dänische Fonds ist, der sein Engagement in US-Staatsanleihen reduziert hat. Zuvor waren bereits Larernes Pension und PFA vorgegangen.
Offensichtlich zählt weniger der Umfang als der Präzedenzfall: 100.000.000 US-Dollar sind für den Anleihenmarkt vernachlässigbar, aber der Präzedenzfall ist bedeutend, weil Berichte nun zeigen, dass ein weiterer großer Fonds US-Staatsanleihen öffentlich als risikoloses Vermögen ablehnt. Wie bereits erwähnt, müsste die USA höhere Zinsen auf ihre Schulden zahlen, wenn andere institutionelle Investoren nachziehen.
Ein technischer Ausblick für EUR/USD legt nahe, dass Käufer den Wert von 1,1745 zurückerobern sollten. Nur das wird einen Testwert von 1,1765 ermöglichen. Von dort aus ist eine Bewegung zu 1,1785 möglich, obwohl es schwer wäre, ohne Unterstützung durch große Akteure darüber hinaus zu gelangen. Das erweiterte Ziel ist das Hoch bei 1,1810. Im Falle eines Rückgangs ist mit einem bedeutenden Kaufinteresse erst um 1,1714 zu rechnen. Sollten dort keine Käufer erscheinen, wäre es ratsam, auf ein neues Tief bei 1,1690 zu warten oder Long-Positionen ab 1,1660 zu eröffnen.
Für GBP/USD gilt, dass Käufer des britischen Pfunds den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3460 erobern sollten. Nur das wird ihnen erlauben, 1,3490 anzuvisieren, über dem ein Ausbruch herausfordernd wäre. Das erweiterte Ziel ist der Bereich um 1,3520. Sollten die Kurse fallen, werden die Bären versuchen, bei 1,3425 die Kontrolle zu übernehmen. Sollten sie Erfolg haben, würde ein Durchbruch dieser Spanne den bullischen Positionen einen schweren Schlag versetzen und GBP/USD könnte auf 1,3400 fallen, mit der Möglichkeit einer Ausdehnung auf 1,3380.