Die Situation in Grönland bleibt kompliziert

Trotz einer leichten Entspannung der Spannungen bleibt die Situation mit Grönland kompliziert. Gestern, als Reaktion auf Drohungen von Donald Trump - einschließlich seiner Absicht, Grönland zu erwerben und Handelszölle gegen die EU zu verhängen - berief der Präsident des Europäischen Rates, Antonio Costa, einen Notgipfel der Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Mitgliedstaaten ein. Ziel des Gipfeltreffens ist es, Vergeltungsmaßnahmen gegen die Aktionen Trumps zu diskutieren und eine Strategie bezüglich Grönland zu entwickeln.

Costa verurteilte die Drohungen von Trump und bezeichnete sie als Bedrohung für die Sicherheit, Prinzipien und den Wohlstand Europas. Er betonte, dass die EU bereit sei, ihre Mitglieder vor jeglichem Druck zu schützen. Als mögliche Gegenmaßnahmen zieht die EU in Erwägung, die Ratifizierung eines Handelsabkommens mit den USA auszusetzen und ein großes Investitionsprogramm für Grönland auszuarbeiten. Die Pläne sehen auch die Stärkung der Sicherheit der Insel in Zusammenarbeit mit Großbritannien, Kanada, Norwegen und Island vor. Diese Schritte verdeutlichen Europas Entschlossenheit, dem Druck der USA zu widerstehen, seine Interessen zu verteidigen und seine Partner zu unterstützen.

Einige Zeit nach seinem Auftritt beim Weltwirtschaftsforum in Davos erklärte Donald Trump, dass nach einem produktiven Treffen mit dem NATO-Generalsekretär Mark Rutte ein Rahmen für ein künftiges Abkommen über Grönland und die weitere Arktis erreicht worden sei. Trump sagte, die Umsetzung dieses Abkommens wäre ein großer Erfolg für die USA und die NATO-Staaten. In Anbetracht dieser Entwicklung werden die für den 1. Februar geplanten Zölle gestrichen.

Trump erwähnte auch weitere Gespräche über ein sogenanntes „Golden Dome“-Projekt in Bezug auf Grönland und versprach, im Verlauf der Verhandlungen zusätzliche Informationen bereitzustellen. Details über den „Golden Dome“ sowie das Rahmenabkommen über Grönland wurden jedoch nicht spezifiziert.

Trumps Aussage löste breite Reaktionen aus, milderte den Druck auf Risikokapital und half dem US-Dollar sich zu erholen. Die Streichung der für den 1. Februar geplanten Zölle wird als positives Signal angesehen, dass sich die Handelskonflikte entschärfen und die transatlantischen Beziehungen stärken könnten. Dennoch bleiben die Details eines möglichen Abkommens über Grönland und die Arktis unklar, was viele Fragen aufwirft und Spekulationen schürt.

Ein arktisches Abkommen muss die Interessen aller Beteiligten, einschließlich der indigenen Völker, berücksichtigen und mit dem Völkerrecht konform gehen. Der geheimnisvolle Verweis auf den „Golden Dome“ hat das größte Interesse geweckt und viele Theorien hervorgebracht. Einige schlagen vor, dass es um die Erschließung von Rohstoffen gehen könnte, andere vermuten eine strategische Militäreinrichtung, und wieder andere denken an ein wissenschaftliches Forschungsprojekt. Der Mangel an konkreten Informationen heizt die Spekulationen und das Interesse nur weiter an.

Technischer Ausblick für EUR/USD

Auf der technischen Seite müssen Käufer von EUR/USD nun versuchen, das Niveau von 1,1710 zu erreichen. Nur dann wäre ein Test von 1,1740 realistisch. Von dort aus ist ein Anstieg auf 1,1765 möglich, aber dies ohne Unterstützung von großen Akteuren zu erreichen, wird recht schwierig sein. Das weit entfernte Ziel ist 1,1785. Auf der Unterseite erwarte ich bedeutende Käufe erst bei etwa 1,1670. Wenn dort niemand ist, wäre es besser, auf ein neues Tief bei 1,1640 zu warten oder Long-Positionen bei 1,1610 zu eröffnen.

Technischer Ausblick für GBP/USD

Für GBP/USD müssen Pfund-Käufer den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3435 einnehmen. Nur dann wird eine Bewegung in Richtung 1,3465 realistisch, und ein Durchbruch darüber wird recht schwierig sein. Das weit entfernte Ziel liegt bei etwa 1,3490. Auf der Unterseite werden die Bären versuchen, die Kontrolle über 1,3405 zu übernehmen. Wenn ihnen das gelingt, würde ein Ausbruch des Bereichs für die Bullen ein ernsthafter Rückschlag sein und GBP/USD auf 1,3380 drücken können, mit dem Potenzial bis auf 1,3360 zu fallen.