Das EUR/USD-Währungspaar gewann am Ende der nordamerikanischen Sitzung am Freitag selbstbewusst an Boden, angetrieben durch Gerüchte über mögliche Währungsinterventionen zur Unterstützung des japanischen Yens, was den US-Dollar um mehr als 0,70% auf dem DXY-Index abstürzen ließ.
Dies geschah vor dem Hintergrund von Spekulationen, dass die japanischen Behörden sich auf aktive Marktmaßnahmen vorbereiteten, trotz moderat positiver Wirtschaftsdaten aus den USA.
Die Bloomberg-Schlagzeile "Yen steigt am stärksten seit August aufgrund von Interventionsspekulationen" spiegelte die Stimmung zum Sitzungsende wider: Händler merkten an, dass die New York Federal Reserve mit großen Banken eine "Devisenkontrolle" durchgeführt hat—ein Schritt, der als Vorbote für mögliche Interventionen gesehen wird. Infolgedessen setzte der DXY-Dollarindex seinen Rückgang fort.
Die Umfrage der Universität Michigan zeigte ein verbessertes Verbrauchervertrauen in den USA (der Index stieg auf 56,4, über den Prognosen von 54 Punkten), obwohl Haushalte weiterhin Druck auf ihre Kaufkraft aufgrund hoher Preise und eines schwachen Arbeitsmarktes spüren. Die Inflationserwartungen fielen: die Erwartungen im Jahresvergleich gingen von 4,2% auf 4,0% zurück, während die Fünf-Jahres-Erwartungen von 3,4% auf 3,3% sanken. Der zusammengesetzte S&P Global PMI stieg von 52,7 auf 52,8, aber der Chefökonom des Unternehmens, Chris Williamson, warnte vor Enttäuschungsrisiken im ersten Quartal 2026 aufgrund schwacher neuer Auftragseingänge.
Im Euroraum signalisierte der vorläufige HCOB Flash PMI ein gemischtes Ergebnis: Der zusammengesetzte und der Dienstleistungsindex verfehlten die Erwartungen, während der Fertigungs-PMI eine moderate Erholung zeigte. Früh veröffentlichte deutsche Daten überraschten positiv: Der Dienstleistungs-PMI trat in die Wachstumszone ein, und der Fertigungs-PMI verbesserte sich, blieb jedoch unter der Marke von 50.
In der Woche ab dem 26. Januar wird sich der Fokus in Europa auf das Geschäftsklima in Deutschland und den GfK-Konsumklimamarkt sowie auf BIP-Zahlen für die Eurozone, Deutschland, Spanien und Frankreich sowie auf Reden der EZB-Vertreter Nagel, Lagarde, Elderson und Schnabel richten. In den USA werden wichtige Veröffentlichungen Bestellungen für dauerhafte Güter, der ADP-Beschäftigungsbericht, die FOMC-Entscheidung und die Pressekonferenz von Jerome Powell umfassen.
Aus technischer Sicht durchbrach das Paar am Freitag die nächstgelegenen Widerstandsniveaus und strebte in Richtung der runden Marke von 1,1900. Das runde Niveau von 1,1800 könnte nun als primäre Unterstützung dienen. Der nächste Widerstand, dem das Paar begegnen wird, liegt bei 1,1850.
Oszillatoren im Tages-Chart sind positiv, was darauf hindeutet, dass der Weg des geringsten Widerstands für das EUR/USD-Paar nach oben zeigt; jedoch liegt der Relative-Stärke-Index nahe am überkauften Bereich, was auf eine potenzielle Korrektur oder Konsolidierung hinweist. Die wöchentliche Dynamik des Euro gegenüber den Hauptwährungen wird in der Tabelle unten wiedergegeben: der Euro zeigte seine größte Stärke gegenüber dem US-Dollar.