XAU/USD. Analyse und Prognose

Heute, am Dienstag, behält Gold den siebten Tag in Folge eine positive Tendenz bei und liegt nahe seinem Allzeithoch. Das anhaltende Interesse an sicheren Anlagen wird durch die Unsicherheit im Zusammenhang mit der US-Handelspolitik und steigenden geopolitischen Risiken unterstützt, sowie durch aktive Käufe von Zentralbanken in vielen Ländern und gestiegene Nachfrage bei Privatkunden. Ein weiterer Faktor ist die Erwartung, dass die US-Notenbank im Jahr 2026 zwei weitere Zinssenkungen vornehmen wird, was sich positiv auf das Edelmetall auswirkt. Dennoch könnte die moderate Stärkung des US-Dollars heute den Aufwärtstrend von Gold teilweise begrenzen, trotz des vorherrschenden optimistischen Sentiments unter den Marktteilnehmern.

Vor der wichtigen Sitzung der Federal Reserve, deren Ergebnisse am Mittwoch veröffentlicht werden, ziehen es die XAU/USD-Bullen vor, eine abwartende Haltung einzunehmen. Investoren müssen sich auf neue Signale bezüglich der zukünftigen geldpolitischen Maßnahmen der Fed konzentrieren, die eine neue Richtung für den US-Dollar vorgeben und dementsprechend einen weiteren Impuls für Preisbewegungen bei Edelmetallen erzeugen könnten. Dennoch deutet das günstige fundamentale Umfeld darauf hin, dass der Pfad des geringsten Widerstands für Gold weiterhin nach oben führt.

Der politische Faktor erhöht ebenfalls die Unsicherheit: Am Samstag erklärte der US-Präsident Donald Trump seine Absicht, 100-prozentige Zölle auf Kanada zu erheben, falls es ein Handelsabkommen mit China abschließt. Diese Aussage folgte einer zuvor geäußerten — und anschließend zurückgezogenen — Drohung, Zölle gegen Grönland zu erheben, und fügte den Märkten ein weiteres Risikoelement hinzu. Gleichzeitig bleiben die geopolitischen Spannungen aufgrund des langwierigen Konflikts in der Ukraine erhöht, was eine stetige Nachfrage nach sicheren Anlagen unterstützt. Russland besteht darauf, die volle Kontrolle über den Donbass in jedes mögliche Siedlungspaket einzubeziehen, während die Ukraine solche Bedingungen kategorisch ablehnt. Die unter US-Vermittlung stehenden Friedensgespräche, die am Samstag in Abu Dhabi stattfanden, führten zu keiner Einigung und schüren weiterhin geopolitische Risiken.

In Kombination mit der vorwiegend dovishen Rhetorik der Federal Reserve und einem schwachen US-Dollar hat diese Konfiguration den gelben Metallpreis sieben Tage in Folge in die Höhe getrieben. Politische Turbulenzen innerhalb der Trump-Administration haben ebenfalls die Wahrnehmung des US-Dollars im globalen Finanzsystem negativ beeinflusst.

Der Markt preist eine hohe Wahrscheinlichkeit ein, dass die Fed die Kreditkosten in diesem Jahr zweimal senken wird, was bereits am Montag den US-Dollar-Index auf die niedrigsten Werte der letzten vier Monate gebracht hat.

Die Nachfrage von Banken in verschiedenen Ländern bleibt stabil: Im Dezember setzte die People's Bank of China ihr Programm zur Akkumulation von Goldreserven fort und verlängerte den Zyklus der kontinuierlichen Käufe auf vierzehn aufeinanderfolgende Monate. Zu den aktiven Käufern Ende 2025 und Anfang 2026 gehörten auch die Nationalbank von Polen, die Reserve Bank of India und die Zentralbank von Brasilien. Das Investitionsinteresse an Gold über börsengehandelte Fonds stieg im Jahr 2025 um 25 %, was zu einem Anstieg der Gesamtbestände von 3.224,2 auf 4.025,4 Tonnen führte. Der Gesamtwert der verwalteten Vermögenswerte in Gold-ETFs erreichte USD 558,9 Milliarden, was die starke Nachfrage nach dem Edelmetall bestätigt.

Aus technischer Sicht nähern sich die Preise einem Widerstand am historischen Hoch. Unterstützung bietet das runde Niveau von 5.000. Oszillatoren sind positiv, befinden sich jedoch im überkauften Bereich, was eine Konsolidierung bestätigt.