Am Montag setzt Silber seinen Rückgang nach dem Absturz am Freitag fort. Das weiße Metall fiel stark, nachdem der US-Präsident Donald Trump Kevin Warsh als neuen Vorsitzenden der Federal Reserve bekannt gegeben hatte, was der Markt als Zeichen eines maßvolleren und zurückhaltenderen Ansatzes zur geldpolitischen Lockerung interpretierte.
Händler aktivierten Gewinnmitnahmen nach einem lang anhaltenden Anstieg, der Silber zu historischen Höchstständen getrieben hatte. Zudem verlieren sichere Häfen, darunter Silber, an Nachfrage angesichts eines Rückgangs der geopolitischen Risiken nach den Verhandlungen zwischen den USA und Iran: Trump äußerte am Wochenende die Hoffnung auf eine Einigung mit dem Iran, obwohl Ayatollah Ali Khamenei vor einem regionalen Eskalationsrisiko warnte, sollte die USA einen Angriff starten.
Gleichzeitig lässt die Nachfrage nach Silber als Zufluchtsort unter dem Einfluss einer vorsichtigen Rhetorik der Fed nach. Der Präsident der St. Louis Fed, Alberto Musalem, erklärte, dass weitere Zinssenkungen verfrüht seien und charakterisierte den aktuellen Korridor von 3,50 %–3,75 % als neutral. Diese Position wurde vom Präsidenten der Atlanta Fed, Raphael Bostic, unterstützt, der zur Geduld aufrief und die Notwendigkeit einer etwas restriktiven Politik betonte.
Die Marktstimmung hat sich nach dem Senatsabkommen über die staatliche Finanzierung, das die Gefahr eines Shutdowns beseitigte, in Richtung Risiko verschoben. Gleichzeitig bleibt der Silberpreis für eine Erholung bereit, angesichts wachsender Besorgnis über die US-Staatsverschuldung.
Aus technischer Sicht haben die Preise unterhalb des 50-Tage-SMA, der derzeit bei 75,202 liegt, Widerstandsfähigkeit gezeigt. Es ist auch erwähnenswert, dass der Relative-Stärke-Index (RSI) in den negativen Bereich gerutscht ist, was auf die Schwäche der Bullen hinweist. Daher erscheint eine Rückkehr zu den historischen Höchstständen in naher Zukunft als unwahrscheinlich.