Am Dienstag korrigiert der Yen nur geringfügig gegenüber dem geschwächten US-Dollar angesichts der politischen Unsicherheiten vor den Wahlen am 8. Februar in Japan.
Zusätzlicher Druck entsteht durch fiskalische Risiken, die mit der Reflationsagenda von Premierministerin Sanae Takaichi verbunden sind, während die anhaltende Risikobereitschaft die Nachfrage nach dem sicheren Hafen Yen begrenzt. Die Kombination dieser Faktoren verhindert jedoch, dass die japanische Währung tiefere Verluste erleidet.
Anmerkungen von Japans Finanzministerin Satsuki Katayama haben Ängste vor einer gemeinsamen Währungsintervention von den USA und Japan wiederbelebt, die zusammen mit Erwartungen an eine restriktivere Haltung der Bank of Japan den Yen unterstützen. Am Dienstag betonte Katayama die Bereitschaft zur engen Zusammenarbeit mit den US-Behörden, indem sie auf eine gemeinsame Erklärung der beiden Länder vom letzten September verwies, und erklärte die Absicht, auf übermäßige Marktbewegungen zu reagieren, falls notwendig.
Gleichzeitig verteidigte Katayama die Äußerungen von Premierministerin Takaichi vom Montag über die Vorteile eines schwachen Yens und bemerkte, dass diese im weiteren Kontext der Auswirkungen der Währung auf die Wirtschaft diskutiert wurden. Zudem zeigte der am Montag veröffentlichte Bericht vom Januar-Treffen der Bank of Japan zunehmenden Preisdruck, verursacht durch die Schwäche des Yens, was die restriktive Neigung unter den BoJ-Vorstandsmitgliedern weiter unterstreicht.
Auf der fiskalischen Seite versprach Takaichi, die Konsumsteuer auf Lebensmittelprodukte für 2 Jahre auszusetzen, falls die Liberaldemokratische Partei die vorgezogenen Wahlen gewinnt, was die Besorgnis der Investoren über die langfristige finanzielle Nachhaltigkeit Japans verstärkt. Externe Faktoren wirken auch gegen die Nachfrage nach sicheren Anlagen. US-Präsident Donald Trump kündigte am Montag ein Handelsabkommen mit Indien und anstehende wechselseitige Zollsenkungen an, die risikosensitive Vermögenswerte unterstützen und die Stärke des Yen als sicheren Hafen einschränken.
Darüber hinaus erhielten Risikowerte Unterstützung durch die Abnahme der Spannungen zwischen den USA und dem Iran im Hinblick auf das Atomprogramm, was Druck auf sichere Hafenanlagen ausübt.
Auf der Dollar-Seite stehen weiterhin die Erwartungen zur Geldpolitik im Fokus: Trump hat den früheren Fed-Präsidenten Kevin Warsh nominiert, um Jerome Powell zu ersetzen, dessen Amtszeit im Mai endet. Warsh ist bekannt dafür, eine straffe Geldpolitik zu befürworten, und es gibt Vermutungen, dass er wachsam bleibt, falls die Inflationserwartungen steigen.
Aus makroökonomischer Sicht zeigte die Veröffentlichung des ISM Manufacturing Index am Montag das erste Wachstum der US-Herstellungsaktivität im Jahresvergleich: Der PMI im Januar stieg von 47,9 im Vormonat auf 52,6, was eine deutliche Erholung im Sektor signalisiert. Dies unterstützt den Dollar, seine jüngste Stärke beizubehalten, nachdem er letzte Woche ein Vier-Jahres-Tief erreicht hatte, und wird wahrscheinlich das Ausmaß der Korrektur in der USD/JPY-Paarung begrenzen, was Vorsicht für Bären nahelegt.
Am Dienstag werden aus den USA keine bedeutenden makroökonomischen Indikatoren erwartet, die neuen Schwung für den Markt bieten könnten. Vor dem Hintergrund eines gemischten fundamentalen Umfelds und widersprüchlicher Treiber – von politischen und fiskalischen Risiken in Japan bis hin zu Erwartungen der US-Geldpolitik – ist es ratsam, beim Eröffnen neuer direktionaler Positionen in USD/JPY moderate Vorsicht walten zu lassen.
Aus technischer Sicht hat das Paar Unterstützung bei der 9-Tage-EMA gefunden und versucht, das runde Niveau von 156,00 zu durchbrechen. Gelingt es dem Preis, dieses Niveau zu überwinden und gleichzeitig die 50- und 20-Tage-SMAs zu überwinden, haben die Bullen die Chance, die Kontrolle über den Markt zu übernehmen. Da die Oszillatoren auf dem Tageschart jedoch weiterhin im negativen Bereich liegen, ist der wahrscheinlichste Weg des Paares nach unten. Es ist auch erwähnenswert, dass die Oszillatoren nahe der Neutralität sind, was die Tür für die Bullen offen lässt.