XAG/USD. Preisanalyse. Prognose. Silber gewinnt erneut an Dynamik

Am Dienstag zeigt Silber eine deutliche Erholung. Das weiße Metall hat Verluste aus der Korrektur der letzten Woche teilweise ausgeglichen, was Investoren angesichts der erschwinglicheren Preise anzieht. Dies geschieht trotz eines technischen Drucks durch Positionsschließungen und Margin-Liquidationen, ohne dass eine grundlegende Trendwende vorliegt.

Die Erholung unterstreicht die anhaltende Volatilität und die gestiegene Nachfrage nach realen Vermögenswerten. Der makroökonomische Hintergrund bleibt entscheidend: Die Märkte kalkulieren weiterhin eine weitere Lockerung der Fed ein, was die realen Renditen senkt und die Attraktivität von Edelmetallen wie Silber erhöht. Die Kandidatur von Kevin Warsh für den Vorsitz der Fed hat den US-Dollar vorübergehend gestärkt, aber dieser Effekt schwindet angesichts der Erwartungen über Zinssenkungen.

Die Dynamik des Dollars bleibt ein Schlüsselfaktor für Silber. Der Dollar Index (DXY) balanciert in der Nähe lokaler Höchststände, was die Silberpreise zurückhält und potenziell Rallyes behindert. Ein stärkerer Dollar macht Silber typischerweise für internationale Investoren teurer, was das Interesse am Kauf möglicherweise einschränkt.

Geopolitische Faktoren mildern ebenfalls den Ausblick: Geringere Spannungen in den Beziehungen zwischen den USA und Iran sowie das Handelsabkommen zwischen den USA und Indien verbessern das Risikosentiment, verringern die Nachfrage nach sicheren Anlagen und könnten das weiße Metall nach seinem Anstieg in eine Konsolidierungsphase drücken.

Der teilweise Stillstand der US-Bundesregierung verlangsamt den Fluss makroökonomischer Daten, erhöht die Unsicherheit über die kurzfristigen Wirtschaftsaussichten und lässt den Silberpreis von den Schwankungen des Dollars und den kurzfristigen geldpolitischen Erwartungen abhängen.

Aus technischer Sicht haben die Preise unter dem Niveau von 78.500 und dem Niveau von 75.202, wo die 50-Tage-SMA liegt, Widerstandsfähigkeit gezeigt. Die Oszillatoren auf dem Tages-Chart sind jedoch gemischt, aber der Relative-Stärke-Index hat negatives Terrain betreten, was die Schwäche der Bullen bestätigt. Daher sollten Käufer Vorsicht walten lassen.