Die Märkte rüsten sich für eine arbeitsreiche Woche

Während sich der Euro und das Pfund Sterling allmählich gegenüber dem US-Dollar erholen, bereiten sich Händler und Investoren auf eine geschäftige Woche mit US-makroökonomischen Daten vor, angeführt von zwei der wichtigsten Indikatoren – Beschäftigung und Inflation.

Es wird erwartet, dass diese Schlüsselindikatoren maßgeblichen Einfluss auf den zukünftigen Kurs der Geldpolitik der Federal Reserve haben und daher verstärkt die Aufmerksamkeit der globalen Märkte auf sich ziehen. Das Verständnis der Entwicklungen am Arbeitsmarkt und der Inflationsdynamik ist entscheidend, um die Verfassung der US-Wirtschaft zu beurteilen und künftige Zinsschritte abzuschätzen.

Insbesondere die Arbeitsmarktdaten – traditionell am ersten Freitag eines jeden Monats veröffentlicht, diesmal jedoch aufgrund des teilweisen Government Shutdowns verschoben – werden Hinweise auf die Einstellungsdynamik und die Arbeitslosigkeit liefern. Starke Beschäftigungszahlen deuten in der Regel auf ein robustes Wirtschaftswachstum hin und können die Erwartung weiterer geldpolitischer Straffung untermauern, was wiederum den US-Dollar stützen kann.

Gleichzeitig spielt der Inflationsbericht, der das Tempo des Anstiegs der Verbraucherpreise misst, eine ebenso wichtige Rolle. Hohe Inflation könnte die Fed zu einer aggressiveren Haltung veranlassen, um die Zinsen auf dem aktuellen Niveau zu halten und so den Preisdruck zu dämpfen. Umgekehrt könnte eine nachlassende Inflation auf die Notwendigkeit eines vorsichtigeren Vorgehens der Notenbank hindeuten.

Der Arbeitsmarktbericht für Januar wird am Mittwoch veröffentlicht, während der Consumer Price Index am Freitag fällig ist.

Die Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten dürfte aussagekräftiger sein als üblich. Neben den monatlichen Zahlen zur Beschäftigungsentwicklung und zur Arbeitslosenquote enthält jeder Januar-Bericht eine jährliche Benchmark-Überarbeitung der Beschäftigungszahlen. Diese wichtige Aktualisierung dürfte eine spürbare Abwärtsrevision des Beschäftigungswachstums im vergangenen Jahr zeigen.

Für die monatlichen Kennzahlen prognostizieren Ökonomen einen Anstieg der Beschäftigtenzahlen um 69.000 im Januar. Ein solches Ergebnis wäre das beste seit vier Monaten und würde eine gewisse Entwarnung dahingehend geben, dass sich der Arbeitsmarkt nicht verschlechtert. Die Arbeitslosenquote dürfte bei 4,4% bleiben und damit in der Nähe eines Vierjahreshochs.

Bei den CPI-Daten werden Ökonomen nach weiteren Belegen dafür suchen, dass sich die Inflation auf einem Abwärtspfad befindet, nachdem frühere Berichte durch den rekordlangen Government Shutdown im vergangenen Jahr verzerrt wurden. Erwartet wird, dass die Kerninflation, die Nahrungsmittel und Energie ausklammert, mit der niedrigsten jährlichen Rate seit Anfang 2021 steigt.

Zur Erinnerung: Im Januar hatte die Fed beschlossen, die Zinsen unverändert zu lassen, und dies mit Anzeichen einer Stabilisierung am Arbeitsmarkt begründet, während die Inflation erhöht blieb. Die Fed-Gouverneure Christopher Waller und Stephen Moore – die sich beide gegen eine weitere Zinssenkung ausgesprochen haben – werden in dieser Woche sprechen, was die Marktvolatilität zusätzlich erhöhen könnte.

Technischer Ausblick für EUR/USD

Technisch befindet sich EUR/USD nach kräftigen Verkäufen in einer Konsolidierungsphase. Käufer sollten anstreben, die Marke von 1,1870 zu überwinden – erst dann würde sich der Weg für einen Test von 1,1910 öffnen. Von dort aus wäre ein Vorstoß in Richtung 1,1950 möglich, was ohne Unterstützung durch größere Marktteilnehmer jedoch schwierig sein dürfte. Das weiter entfernte Ziel liegt bei 1,1990. Auf der Unterseite rechne ich erst im Bereich von etwa 1,1835 mit spürlicher Kaufaktivität. Sollten dort keine Käufer auftreten, wäre es besser, auf ein neues Tief bei 1,1805 zu warten oder Long-Positionen ab 1,1770 zu eröffnen.

Technischer Ausblick für GBP/USD

Beim GBP/USD müssen die Bullen zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3630 überwinden. Erst dann wäre ein Anstieg in Richtung 1,3660 realistisch; ein Ausbruch darüber dürfte sich als recht schwierig erweisen. Das weiter entfernte Ziel liegt bei rund 1,3690. Auf der Unterseite werden die Bären versuchen, die Kontrolle bei 1,3585 zu übernehmen. Gelingt ihnen dort ein Durchbruch, wäre dies ein schwerer Rückschlag für die Bullen und könnte GBP/USD auf 1,3545 drücken, mit Spielraum für eine Ausweitung bis 1,3511.