XAU/USD. Analyse und Prognose

Zu Beginn der neuen Woche überschreitet Gold erneut die psychologisch wichtige Marke von 5.000. Am Samstag veröffentlichte Daten der People's Bank of China (PBoC) zeigen, dass die Zentralbank im Januar den Goldkauf bereits den 15. Monat in Folge fortgesetzt hat. Dies spiegelt eine robuste Nachfrage vor dem Hintergrund steigender fiskalischer Risiken in den führenden Volkswirtschaften der Welt wider. Die chinesischen Goldreserven stiegen um 40.000 Feinunzen auf 74,19 Millionen, während ihr Dollarwert auf 369,58 Mrd. USD zunahm.

Dem FedWatch Tool der CME Group zufolge rechnen Marktteilnehmer inzwischen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit mehrerer zusätzlicher Zinssenkungen durch die U.S. Federal Reserve im Jahr 2026.

Diese Erwartungen werden durch US-Daten der vergangenen Woche untermauert, die Anzeichen einer Abschwächung am Arbeitsmarkt erkennen ließen und das Argument für weitere geldpolitische Lockerungen durch die Fed stärken. Am Samstag warnte der US-Präsident Donald Trump, dass er bereit sei, seinen jüngst nominierten Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh zu verklagen, falls dieser einer Zinssenkung nicht zustimme. Am Donnerstag schloss der US-Finanzminister Scott Bessent zudem eine mögliche strafrechtliche Untersuchung gegen Warsh im Falle einer Weigerung, die Zinsen zu senken, nicht aus, was die Zweifel an der Unabhängigkeit der Zentralbank weiter schürt.

Gleichzeitig belastet der anhaltende Prozess der globalen Entdollarisierung den US-Dollar nun bereits den zweiten Tag in Folge und drückt ihn von dem am vergangenen Donnerstag erreichten Zweiwochenhoch weg. Dies lenkt Kapitalströme in Edelmetalle. Die positive Stimmung an den globalen Aktienmärkten wirkt jedoch als begrenzender Faktor für weitere Kursgewinne dieses Vermögenswerts.

Trotz Meinungsverschiedenheiten in zentralen Fragen endeten indirekte Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran über die Zukunft des iranischen Atomprogramms am Freitag mit der Vereinbarung, den diplomatischen Ansatz beizubehalten. Dies verringert das Risiko einer militärischen Konfrontation im Nahen Osten, erhöht die Risikobereitschaft der Investoren und begrenzt das Aufwärtspotenzial des als sicherer Hafen geltenden Metalls.

Für bessere Handelschancen sollten Anleger ihren Blick auf die Veröffentlichung der wichtigen monatlichen US-Arbeitsmarktdaten – der Non-Farm Payrolls (NFP) – am Mittwoch richten, ebenso wie auf die anstehenden Verbraucherpreisdaten am Freitag, denen ein erheblicher Einfluss auf die Dynamik von US-Dollar und Gold zugeschrieben wird. Auch die morgige US-Datenveröffentlichung zu den Einzelhandelsumsätzen wird sich auf die Volatilität des Dollars und damit auf die Goldpreisentwicklung auswirken.

Aus technischer Sicht nähert sich Gold einem wichtigen Widerstandsniveau in Form des 200-Stunden-Simple Moving Average (SMA). Ein Ausbruch über dieses Niveau wäre ein bullisches Signal. Der 200-Stunden-SMA weist jedoch derzeit eine fallende Tendenz auf, bildet einen kurzfristigen Widerstand und stützt einen bärischen Intraday-Bias. Ein Schlusskurs über dem 200-Perioden-SMA würde den kurzfristigen Ausblick verbessern, während eine Abweisung an diesem Niveau es den Verkäufern ermöglichen würde, ihre Dominanz am Markt zu behaupten.

Gleichzeitig bleiben auf dem Tages-Chart die MACD- und RSI-Indikatoren im positiven Bereich und bestätigen damit eine übergeordnete bullische Stimmung. Gelingt es den Bullen, zunächst die Marke von 5.000 und anschließend 5.100 zu durchbrechen, könnte Gold erneut sein Allzeithoch ins Visier nehmen.