Das Währungspaar GBP/USD ist in eine bullische Imbalance zurückgekehrt, hat im Gegensatz zum Euro jedoch noch kein Kaufsignal ausgebildet. Der Unterschied liegt darin, dass die Imbalance beim Pfund deutlich breiter ist und daher mehr Zeit benötigt, um ausgespielt zu werden. Ich rechne weiterhin mit einer Reaktion auf diese Imbalance und mit einem weiteren Anstieg des GBP/USD-Paares. Zur Erinnerung: Das bullische Szenario wird erst dann hinfällig, wenn die Imbalance 14 aufgehoben wird, die zugleich als Unterstützungszone fungiert. Fällt das Paar unter die Basis der Imbalance (das Niveau von 1,3400), kann man davon ausgehen, dass die Bären die Initiative übernommen haben und bereit sind, ihre eigene Offensive zu starten. Allerdings rechnet in dieser Woche kaum jemand mit einem bärischen Vorstoß. Damit es dazu kommt, müssten die US-Daten zu Inflation, Arbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit ausgesprochen positiv für den Dollar ausfallen. Konkret müssten die Nonfarm Payrolls ein überzeugendes Wachstum ausweisen, das auf eine Belebung des Arbeitsmarktes hinweist; die Arbeitslosenquote dürfte nicht steigen; und die Inflation müsste zurückgehen.
Ausgehend von der fundamentalen Lage in den Jahren 2025–2026 fällt es mir schwer, mir einen länger anhaltenden, ausgeprägten Abwärtstrend vorzustellen. Dennoch ist es unmöglich, mit 100 %iger Sicherheit auszuschließen, dass er eintreten kann. Meiner Ansicht nach besteht die derzeit sinnvolle Strategie darin, auf eine Reaktion aus dem bullischen Ungleichgewicht zu warten. Und solange der Aufwärtstrend nicht aufgehoben ist, bleibe ich auch weiterhin ausschließlich auf Käufe und Aufwärtsbewegungen fokussiert.
Der Aufwärtstrend beim Pfund ist intakt, was durch das Chartbild bestätigt wird. Allein seit dem 5. November hatten Trader bereits mindestens drei Gelegenheiten, Long-Positionen zu eröffnen. In diesem Zeitraum ist das Pfund um 640 Punkte gestiegen, gemessen vom Bewegungstief bis zum aktuellen Kurs.
Am Montag gab es praktisch keinen nennenswerten fundamentalen Hintergrund. Meiner Meinung nach haben die Bären in der vergangenen Woche alles herausgeholt, was möglich war. Die US-ISM-Geschäftsaktivitätsindizes unterstützten sie, und selbst die Sitzung der Bank of England wurde als „dovish“ aufgefasst, obwohl es keine Änderungen an den geldpolitischen Parametern gab. Das Chartbild bleibt jedoch unverändert, was bedeutet, dass Trader bei jedem Rücksetzer weiterhin eine bullische Grundausrichtung beibehalten sollten.
In den Vereinigten Staaten ist der übergeordnete fundamentale Hintergrund nach wie vor so, dass langfristig nichts anderes als ein Rückgang des Dollars zu erwarten ist. Die Lage in den USA bleibt recht angespannt. Die US-Arbeitsmarktdaten enttäuschen weiterhin. Drei der letzten vier FOMC-Sitzungen endeten mit dovishen Entscheidungen. Die jüngsten Arbeitsmarktdaten deuten darauf hin, dass die Pause bei der geldpolitischen Lockerung nur von kurzer Dauer sein wird. Trumps militärische Aggression, Drohungen gegenüber Dänemark, Mexiko, Kuba, Kolumbien, Iran, Ländern der EU, Kanada und Südkorea, die Einleitung strafrechtlicher Ermittlungen gegen Jerome Powell, ein neuer „Shutdown“ und der Skandal um die US-Elite im Epstein-Fall runden das aktuelle Bild einer politischen und strukturellen Krise im Land ab. Meiner Ansicht nach haben die Bullen alles Nötige, um ihre Offensive das gesamte Jahr 2026 hindurch fortzusetzen.
Für einen Abwärtstrend wäre ein starker und stabil positiver fundamentaler Hintergrund für den US-Dollar erforderlich, was unter Donald Trump schwer vorstellbar ist. Zudem braucht der US-Präsident selbst keinen starken Dollar, da die Handelsbilanz in diesem Fall weiterhin defizitär wäre. Daher glaube ich nach wie vor nicht an einen übergeordneten Abwärtstrend für das Pfund. Zu viele Risikofaktoren lasten weiterhin wie Blei auf dem Dollar. Womit sollten die Bären das Pfund nach unten drücken? Sollten neue bärische Muster entstehen, kann ein möglicher Rückgang des Pfunds neu bewertet werden, doch derzeit gibt es keine.
Nachrichtenkalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
USA – ADP Employment Change (wöchentlich) (13:15 UTC)USA – Veränderung der Einzelhandelsumsätze (13:30 UTC)Am 10. Februar umfasst der Wirtschaftskalender zwei Ereignisse, die nicht von besonderem Interesse sind. Der Einfluss des fundamentalen Hintergrunds auf die Marktstimmung dürfte am Dienstag schwach sein.
GBP/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:
Für das Pfund bleibt das Bild bullisch – es fehlt lediglich ein neues Signal. Die Bullen haben eine neue Offensive gestartet, die sich als recht langwierig und kräftig erweisen könnte. Da der Aufwärtstrend unbestreitbar ist, bleibt den Tradern nur, die Aufwärtsseite anhand klarer Muster und eindeutiger Signale zu handeln. In naher Zukunft ist mit der Ausbildung eines neuen bullischen Signals innerhalb der Imbalance 14 zu rechnen. Als Ziel für ein mögliches Wachstum hatte ich zuvor das Niveau von 1,3725 in Betracht gezogen, das bereits erreicht wurde, doch das Pfund könnte im Jahr 2026 noch deutlich höher steigen. Es gibt keine Obergrenze. Das nächstliegende attraktive Ziel scheint 1,4246 zu sein – das Hoch vom Juni 2021.