Bitcoin könnte sich erholen, da der Bärenmarkt fragil ist

Bitcoin ist seit Oktober letzten Jahres um mehr als 50 % eingebrochen und zeigt insgesamt keinerlei Anzeichen dafür, dass dieser Rückgang bereits beendet sein könnte. Es wurden keine bullischen Muster festgestellt, es gibt keine Hinweise auf eine Auflösung der Abwärtsstruktur, und auch in naher Zukunft ist damit nicht zu rechnen. Wie bereits erwähnt, ist die Krypto-Community derzeit in zwei Lager gespalten: diejenigen, die tatsächlich handeln und analysieren, und diejenigen, die ständig neue Rallyes vorhersagen. Kurz gesagt: Trader vs. Investoren.

Trader unterstützen weiterhin ein bärisches Szenario, da es (immer noch) keine technischen Grundlagen für eine Aufwärtsbewegung gibt. Unterdessen prognostizieren große Institutionen, Fonds und Banken weiter, dass Bitcoin im Jahr 2026 ein neues Rekordhoch erreichen wird. So erklärten etwa Analysten von Bernstein, Bitcoin könne bis zum Jahresende auf 150.000 US-Dollar steigen. Diese Prognose begründen sie damit, dass der aktuelle „Bärenmarkt“ lediglich eine Korrektur sei, und sie bezeichnen diese Korrektur als die schwächste in der Geschichte von Bitcoin. Gautam Chugani, Leiter des Research-Teams von Bernstein, merkte an, dass der jüngste Rückgang bei Bitcoin auf einen Vertrauensverlust des Marktes in die führende Kryptowährung zurückzuführen sei. Er wies darauf hin, dass keiner der klassischen Auslöser früherer Crashs derzeit gegeben sei.

Bernsteins Prognose von 150.000 US-Dollar basiert auf einer krypto­freundlichen Politik unter Donald Trump, einer steigenden Nachfrage nach Bitcoin-ETFs und einer starken Unterstützung durch Institutionen. Wir haben gegen dieses Szenario nichts einzuwenden, vertreten aber weiterhin die Ansicht, dass die technische Analyse zuerst Signale liefern muss, bevor ein neuer Trend starten kann. Derzeit gibt es keine solchen Signale.

Handelsempfehlungen für BTC/USD

Bitcoin bildet weiterhin einen voll ausgeprägten Abwärtstrend aus. Wir rechnen nach wie vor mit einem Rückgang in Richtung 57.500 US-Dollar (61,8-%-Fibonacci-Korrektur des dreijährigen Aufwärtstrends), und aktuell gibt es keinerlei Anzeichen für eine Trendumkehr. Auf dem Tages-Chart gehören zu den POI-Verkaufszonen das letzte bärische FVG, das noch deutlich über dem aktuellen Kurs liegt. Der Rückgang kann sich sogar fortsetzen, ohne dass der nächste POI angelaufen wird.

Handelsempfehlungen für ETH/USD

Auf dem Tages-Chart setzt sich der Abwärtstrend weiter fort. Das zentrale Verkaufssignal war und bleibt der bärische Order Block auf dem Wochen-Chart. Wie bereits gewarnt, kann die von diesem Signal ausgelöste Bewegung stark und langanhaltend sein. Seit der Ausbildung dieses Musters ist Ethereum bereits um rund 55 % (etwa 2.500 US-Dollar) gefallen. Eine kurzfristige korrektive Erholung ist möglich. Lokale Aufwärtsbewegungen können über bullische Muster im 4-Stunden-Chart gehandelt werden, allerdings würden wir in einem starken Abwärtstrend keine Long-Positionen empfehlen. Derzeit liegt kaum eine echte Korrektur vor – was wir in den letzten Tagen gesehen haben, ist ein Rückkauf. Mittelfristig erwarten wir, dass sich die bärischen Tagesmuster weiter ausspielen und sich der Abwärtstrend fortsetzt.

Erläuterungen zu den Abbildungen

CHOCH — Change of Character / Bruch der Trendstruktur. Liquidity — Liquidität, die Stop-Loss-Orders der Trader, welche Market Maker zum Aufbau ihrer Positionen nutzen. FVG — Fair Value Gap (Bereich mit Preisineffizienz). Der Kurs durchläuft solche Bereiche häufig sehr schnell, was auf das Fehlen einer Marktseite hinweist. Später kehrt der Preis oft in diese Zonen zurück und reagiert dort. IFVG — Inverted Fair Value Gap. Nach einer Rückkehr in eine solche Zone reagiert der Preis nicht, sondern bricht sie impulsiv und testet sie anschließend von der anderen Seite.

OB — Order Block. Eine Kerze, auf der ein Market Maker eine Position eröffnet hat, um Liquidität „abzuschöpfen“ und anschließend in die entgegengesetzte Richtung seine eigentliche Position aufzubauen.