Bitcoin gerät erneut unter Druck, während das Weiße Haus die Verhandlungen über verzinste Stablecoins und den CLARITY-Marktstruktur-Gesetzentwurf vorantreibt. Regierungsvertreter erwarten heute ein zweites Treffen im Weißen Haus zwischen Bankchefs und Vertretern der Kryptoindustrie, um die Regulierung von Renditen auf Stablecoins zu erörtern. Die vorherige Sitzung brachte keinen Durchbruch, doch das Weiße Haus drängt darauf, bis zum Monatsende einen CLARITY-Kompromiss zu finden.
Im Mittelpunkt der Debatte steht ein Konflikt über die künftige Architektur von dollargebundenen digitalen Token. Vertreter der Banken drängen auf strenge Regeln für renditegenerierende Funktionen, um die Dominanz des Dollars zu schützen und Risiken durch ungezügelte Dezentralisierung einzudämmen. Innovatoren im Kryptobereich argumentieren, dass renditetragende Stablecoins als Brücke zwischen dem traditionellen Finanzsystem und der Blockchain dienen können, schnellere und günstigere grenzüberschreitende Zahlungen ermöglichen und neue Finanzdienstleistungen erschließen.
CLARITY, das detaillierte Aufsichts- und Berichtspflichten festlegt, verspricht zwar rechtliche Klarheit für den Sektor, birgt jedoch auch das Risiko, Belastungen aufzuerlegen, die das Engagement von Banken einschränken und Innovation bremsen könnten. Die Gespräche in Washington finden vor dem Hintergrund erneuter politischer Turbulenzen und eines Rückgangs von Bitcoin unter 70.000 Dollar statt, was den Einsatz für beide Seiten erhöht.
Teilnehmer und Investoren denken nun über ein Kompromissmodell nach: eine hybride Struktur, die es ermöglichen würde, renditetragende Stablecoins in das Finanzsystem zu integrieren – möglicherweise mit einem Fed-gebundenen Mechanismus – und gleichzeitig Elemente der Dezentralisierung zu bewahren. Eine erfolgreiche Einigung könnte das Vertrauen der Märkte wiederherstellen und dollarpegged Stablecoins als neues Instrument für globale Zahlungen positionieren, das potenziell die traditionellen SWIFT-Infrastrukturen umgeht. Ein Scheitern des Konsenses hingegen könnte die Abwanderung von Kapital nach Asien beschleunigen, wo die Aufsichtsbehörden bereits großzügige Rahmenbedingungen schaffen und damit den Abwärtsdruck auf die Kryptomärkte weiter verstärken.
Die Märkte werden die heutige Sitzung genau beobachten – auf Hinweise auf einen möglichen Kompromiss und auf Signale, ob die USA einen regulierten Rahmen schaffen werden, der die institutionelle Teilnahme an Stablecoins unterstützt. Fortschritte bei CLARITY und jede Art von Memorandum of Understanding zwischen den Aufsichtsbehörden würden als positiv für institutionelle Kapitalflüsse in Krypto gewertet. Ein Ausbleiben von Fortschritten würde die regulatorische Unsicherheit verlängern und dürfte die Preise belasten.
Handelsempfehlungen:
Käufer von BTC zielen auf eine Erholung bis 72.100 US-Dollar ab. Ein Anstieg über dieses Niveau würde den Weg in Richtung 74.600 und anschließend 77.300 US-Dollar eröffnen. Das weiter entfernte Kursziel liegt nahe 78.500 US-Dollar. Ein Ausbruch über diese Marke würde darauf hindeuten, dass versucht wird, den Aufwärtstrend am Markt wiederherzustellen. Auf der Unterseite ist mit Käufern im Bereich von 68.900 US-Dollar zu rechnen. Ein Durchbruch unter diese Zone könnte BTC rasch in Richtung 64.300 US-Dollar drücken, mit einem weiteren Abwärtsziel nahe 60.100 US-Dollar.
Für Ethereum würde eine klare Konsolidierung oberhalb von 2.159 US-Dollar den Weg in Richtung 2.316 US-Dollar eröffnen. Das weiter entfernte Ziel liegt nahe 2.466 US-Dollar. Ein Durchbruch über dieses Niveau würde den bullischen Marktton verstärken und das Interesse der Käufer erneut anfachen. Fällt der ETH-Kurs, werden Käufer im Bereich von 2.017 US-Dollar erwartet. Ein Rückgang unter diese Zone könnte ETH zügig in Richtung etwa 1.861 US-Dollar drücken, mit einem weiteren Abwärtsziel in der Nähe von 1.720 US-Dollar.
Was wir im Chart sehen:
- Rote Linien markieren Unterstützungs- und Widerstandsniveaus, an denen entweder eine Verlangsamung der Kursbewegung oder ein aktiver Aufwärtstrend erwartet wird;
- Grüne Linien markieren den 50-Tage-Durchschnitt;
- Blaue Linien markieren den 100-Tage-Durchschnitt;
- Hellgrüne Linien markieren den 200-Tage-Durchschnitt.
Ein Schnittpunkt oder ein Test der gleitenden Durchschnitte durch den Kurs stoppt die Bewegung in der Regel entweder oder löst neuen Marktschwung aus.