Im Vorfeld der Veröffentlichung des wichtigen US-Arbeitsmarktberichts, der morgen, am Mittwoch, erscheinen wird, zeigen die Märkte überwiegend eine Konsolidierung. Dies spiegelt die Zurückhaltung der Marktteilnehmer wider, übermäßige Risiken einzugehen.
Warum geht die Marktaktivität in dieser Phase zurück?
In erster Linie liegt das daran, dass eine anhaltende Bestätigung der Schwäche der US-Wirtschaft durch die Veröffentlichung äußerst niedriger Beschäftigungszuwächse die Federal Reserve zu aggressiveren Zinssenkungen zwingen könnte, um das Wirtschaftswachstum wiederzubeleben. Unter den aktuellen Bedingungen ist dies schlicht erforderlich – zumal laut Konsensprognose mit einer weiteren Abschwächung des Verbraucherpreisindex (CPI), also der Verbraucherpreisinflation im Jahresvergleich, von 2,7 % auf 2,5 % gerechnet wird. Dieser Bericht wird bereits an diesem Freitag veröffentlicht.
Wie könnten die Märkte also auf die Daten zur Zahl der neu geschaffenen Stellen reagieren? Meiner Ansicht nach würde ein Ergebnis im Rahmen der Erwartungen lediglich die Wahrscheinlichkeit eines früheren Zinssenkungsschritts durch die Federal Reserve erhöhen. Marktteilnehmer gehen derzeit davon aus, dass die erste Zinssenkung beispielsweise im Juni erfolgen könnte, gefolgt von einer zweiten im Herbst. Eine anhaltend negative Entwicklung am Arbeitsmarkt – und ich erinnere daran, dass die erwartete Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft in der US-Wirtschaft für Januar lediglich 70.000 beträgt, nach einem Anstieg um 50.000 im Dezember – könnte jedoch dazu führen, dass die erste Zinssenkung bereits im März erfolgt, also noch vor dem für April geplanten Wechsel an der Spitze der Fed.
Natürlich ließe sich vermuten, dass die Notenbank davor zurückschrecken wird, die Zinsen vor dem Sommer zu senken, aus Sorge vor einer möglichen Rückkehr steigender Inflation. Andererseits birgt eine Verzögerung dieses Prozesses das Risiko, den ohnehin schon schwierigen Zustand der US-Wirtschaft weiter zu verschlechtern.
Ein weiterer möglicher Auslöser für einen neuen Zinssenkungszyklus im Frühjahr könnte die Politik sein. Vor den Kongresswahlen im Herbst könnte Trump auf eine frühere geldpolitische Lockerung drängen, um bei seinen Wählern zu punkten und die Dominanz der Mitglieder der Republican Party in den gesetzgebenden Körperschaften zu sichern.
Was ist heute an den Märkten zu erwarten?
Was die heutige Kursentwicklung angeht, wird sie höchstwahrscheinlich von der Erwartung des Arbeitsmarktberichts geprägt sein und folglich durch eine geringe Marktaktivität gekennzeichnet sein.
Tägliche Prognose:
EUR/USD
Das Währungspaar konsolidiert sich in der Nähe der Marke von 1,1915. Ein Ausbruch über dieses Niveau vor dem Hintergrund eines schwachen Arbeitsmarktberichts könnte zu einer Abschwächung des Dollars und entsprechend zu einem Anstieg des Paares in Richtung 1,2025 führen. Ein mögliches Einstiegsniveau für Kaufpositionen könnte bei 1,1925 liegen.
GOLD
Der Spotpreis für Gold notiert unterhalb der Marke von 5100,00. Ein schwacher NFP-Bericht könnte zu einer erhöhten Nachfrage nach Gold führen, dessen Preis bereits durch die geopolitischen Spannungen in der Welt unterstützt wird. Vor diesem Hintergrund könnte der Preis in Richtung 5250,00 steigen. Ein potenzielles Einstiegsniveau für Kaufpositionen könnte bei 5113,00 liegen.