Dollar übersteht perfekten Sturm

Die Märkte schwanken zwischen Ruhe und Sturm hin und her. Das berichtete Verbot Pekings für chinesische Banken, US-Treasuries zu kaufen, hat Schockwellen ausgelöst. Danach kehrte am Devisenmarkt vorübergehend Ruhe ein. Neue Erschütterungen könnten jedoch von den US-Daten zu Beschäftigung, Inflation und Einzelhandelsumsätzen ausgehen – genau jenen Zahlen, die den Kurs der Fed verdeutlichen und den Ausblick für EUR/USD beeinflussen werden.

Die US-Notenbank gibt weiterhin den Ton an den Märkten an. Die EZB hat ihren geldpolitischen Kurs für die nähere Zukunft bereits festgelegt. Laut Bundesbankpräsident Joachim Nagel wird die EZB ihre Geldpolitik angesichts der nachlassenden Inflation voraussichtlich nicht lockern. Dieses Szenario ist bereits in den Prognosen der EZB berücksichtigt; die Notenbank erwartet, dass die Verbraucherpreise später zu ihrem Ziel zurückkehren.

Die Entwicklung der US-Inflation

Der Terminmarkt preist derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 75 % für eine Zinssenkung der Fed im Juni ein und eine Chance von 37 %, dass sie bereits im April erfolgt. Das Weiße Haus hätte Zinssenkungen lieber früher als später. Schließlich sind die Kosten für den Schuldendienst, die Sozialversicherungszahlungen sowie die Ausgaben für Medicare und Medicaid in den ersten vier Monaten des Haushaltsjahres 2025–2026 um 8–9 % gestiegen. Ihr Anteil am Haushalt kletterte von 57,6 % auf 61,2 %.

Es ist nicht verwunderlich, dass Donald Trump mit den hohen Zinsen unzufrieden ist. Der Präsident behauptet, die Bestätigung von Kevin Warsh als Fed-Chef würde die US-Wirtschaft um 15 % anschieben – ein Wert, der in den vergangenen 70–80 Jahren nur selten erreicht wurde. In den letzten zehn Jahren ist das US-BIP im Durchschnitt um etwa 2,8 % gewachsen.

Im Weißen Haus verwechselt man offensichtlich Wunschdenken mit der Realität, und seine Marionetten spielen mit. FOMC-Mitglied Stephen Miran erklärte, viele Probleme ließen sich durch eine Verkleinerung der Fed-Bilanz lösen. Kevin Warsh hat zuvor eine aufgeblähte Bilanz für die hohe Inflation in den USA verantwortlich gemacht.

Technisches Bild

Im Tageschart befindet sich EUR/USD nach einer starken Aufwärtsbewegung in einer kurzfristigen Konsolidierung. Ein neues lokales Hoch bei 1,193 würde es ermöglichen, Long-Positionen aufzustocken, die ab 1,1835 eröffnet wurden. Gleichzeitig sollte das Risiko beobachtet werden, dass sich ein 1-2-3-Umkehrmuster ausbildet. Eine notwendige Voraussetzung dafür wäre ein Rückgang des Euro unter das Pivot-Level bei 1,1835 US-Dollar, dem zentralen Unterstützungsbereich.