Dollar unter Druck vor wichtigen Datenveröffentlichungen

*) siehe auch: InstaForex Trading Indicators für USDX

Der US-Dollar steht vor wichtigen makroökonomischen Veröffentlichungen aus den USA weiterhin unter Druck. Vor Beginn der US-Session am Dienstag notiert der US Dollar Index (USDX) in der Nähe der Tiefststände des Vortags und nahe der Marke von 96,80.

Die Daten für Januar dürften ein stabiles Bild des Arbeitsmarktes und eine weiter nachlassende Inflation zeigen. Die Arbeitslosenquote wird voraussichtlich unverändert bei 4,4 % bleiben, während die durchschnittlichen Stundenlöhne moderat um 0,3 % steigen dürften. Die Beschäftigung soll von 50.000 auf 70.000 neue Stellen zunehmen, was auf eine robuste Lage am Arbeitsmarkt hindeutet – im Gegensatz zu früheren Annahmen einer weiteren Abschwächung.

Auch bei der Inflation wird mit einer weiteren Abschwächung gerechnet. Der Verbraucherpreisindex (CPI) dürfte sich von 2,7 % auf 2,5 % verlangsamen, während die Kerninflation im Jahresvergleich von 2,6 % auf 2,5 % zurückgehen soll. Diese Faktoren stützen die Argumentation der Federal Reserve für eine mögliche Neuausrichtung hin zu einer lockereren Geldpolitik (einer „dovish“ Ausrichtung) in naher Zukunft.

Diese Sichtweise wurde durch eine jüngste Äußerung des Fed-Gouverneurs Stephen Miran untermauert, der darauf hinwies, dass die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle weniger gravierend ausgefallen seien, als Experten erwartet hatten. Der Großteil der Zollbelastung entfiel auf ausländische Unternehmen, mit nur minimalen direkten Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft. Dadurch entsteht ein günstigerer Hintergrund für Zinssenkungen, ohne das Wachstum zu gefährden.

Gleichzeitig bleiben Ökonomen trotz des Optimismus einiger Fed-Vertreter hinsichtlich des Timings geldpolitischer Schritte vorsichtig. Die meisten erwarten, dass die Fed die Finanzierungskosten in diesem Jahr nur zweimal senken wird, wobei der erste Schritt wahrscheinlich im Juni erfolgen dürfte – vorausgesetzt, die Ernennung von Kevin Warsh zum nächsten Fed-Vorsitzenden als Nachfolger von Jerome Powell wird bestätigt.

Zu den wichtigsten Veröffentlichungen dieser Woche zählen die ADP-Beschäftigungszahlen (Dienstag um 13:15 Uhr GMT), der NFIB-Index für das Vertrauen kleiner Unternehmen sowie die Einzelhandelsumsätze im Dezember. Die Aufmerksamkeit gilt heute den Einzelhandelsumsätzen, die gegenüber dem Vormonat um 0,4 % steigen dürften. Dieses positive Signal unterstreicht die Widerstandskraft der US-Verbraucher und ihre Fähigkeit, auch in einem Umfeld makroökonomischer Unsicherheit ein hohes Ausgabenniveau aufrechtzuerhalten.

Diese Veröffentlichungen können dazu beitragen, einen mittelfristigen Korridor für den USDX zu definieren und das Potenzial für eine Konsolidierung des Index im Bereich von 96,50–97,50 in den kommenden Tagen auszuloten.

Das Basisszenario bleibt bärisch. Sollten sich schwache Beschäftigungs- und Inflationsdaten bestätigen und das Weiße Haus seine aggressive Rhetorik gegenüber der Fed beibehalten, ist es sehr wahrscheinlich, dass der US-Dollar-Index das Kursniveau von 96,90 testet und nach unten durchbricht. Dadurch würde sich der Weg in den Bereich von 96,20–96,00 eröffnen und der Index in einen anhaltenden globalen Abwärtstrend übergehen, wie wir bereits in unserer früheren Analyse „Vertrauen in den ‚problemlosen‘ Dollar untergraben“ skizziert haben.

Die weitere Entwicklung wird in erster Linie von den eingehenden Daten vom Arbeitsmarkt abhängen, darunter vor allem die wichtigen Veröffentlichungen des US-Arbeitsministeriums.

*) Siehe außerdem die USDX-Dynamikszenarien in unserer gestrigen Analyse.

Fazit

Der Markt richtet seinen Fokus damit verstärkt auf die Konjunkturindikatoren – sie können für Klarheit sorgen und die nächsten Schritte der Fed in der Geldpolitik vorzeichnen.