GBP/USD. Smart Money. Auch das Pfund hat ein Signal ausgebildet

Das Währungspaar GBP/USD hat das jüngste bullische Ungleichgewicht vollständig geschlossen und von dessen Untergrenze aus reagiert. Infolgedessen hat sich – genau wie von mir erwartet – ein neues Kaufsignal für das Pfund gebildet. Das Wichtigste ist, dass Kaufsignale nahezu gleichzeitig sowohl beim Pfund als auch beim Euro aufgetreten sind. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Anstiegs beider Währungspaare deutlich.

Allerdings könnten sich die Ereignisse in dieser Woche nicht nur dynamisch, sondern auch anders als geplant entwickeln. Ich möchte daran erinnern, dass bereits morgen die Nonfarm Payrolls und die Daten zur Arbeitslosenquote veröffentlicht werden, gefolgt vom Inflationsbericht am Freitag. Diese drei Veröffentlichungen machen rund 90 % des Einflusses auf das FOMC und seine geldpolitischen Entscheidungen aus. Entsprechend könnten sie starke Reaktionen der Trader auslösen, die damit im Wesentlichen Hinweise darauf erhalten, was bei den kommenden Sitzungen von der Fed zu erwarten ist.

Natürlich erwarten alle eine Abschwächung der Inflation sowie schwache Daten vom Arbeitsmarkt und zur Arbeitslosigkeit. Dennoch möchte ich Händler davor warnen, vorschnelle Schlüsse zu ziehen und Handelsentscheidungen ausschließlich auf Basis dieser Erwartungen zu treffen. Es gab bereits viele Marktsituationen, in denen alle Faktoren in eine Richtung zeigten, während sich der Preis in die entgegengesetzte Richtung bewegte. Kaufsignale liegen vor und sollten genutzt werden, aber am Mittwoch und Freitag müssen Händler auf jedes mögliche Szenario vorbereitet sein.

Der Aufwärtstrend beim Pfund ist weiterhin intakt, was sich klar im Chartbild widerspiegelt. Seit dem 5. November allein hatten Händler bereits mindestens drei Gelegenheiten, Long-Positionen zu eröffnen. In diesem Zeitraum ist das Pfund, gemessen vom Swing-Tief bis zum aktuellen Kursniveau, um 640 Punkte gestiegen. Bullische Signale bilden sich regelmäßig, während bärische Formationen seit geraumer Zeit ausbleiben. Meiner Ansicht nach ist dies ein Fall, in dem man das Rad nicht neu erfinden muss.

Der Nachrichtenhintergrund war am Dienstag eher schwach. In der vergangenen Woche hatten die Bären recht aggressiv angegriffen, unterstützt von der Bank of England und starken US-ISM-Geschäftsaktivitätsindizes im Dienstleistungs- und im verarbeitenden Gewerbe. In dieser Woche gab es für die Bären jedoch keine solchen Geschenke. Im Gegenteil, die Bullen könnten gleich mehrere erhalten. Einer kam bereits am Montag aus China, als Peking Geschäftsbanken den Kauf von US-Staatsanleihen untersagte. Mehrere weitere stehen an: Nonfarm Payrolls, die Arbeitslosenquote und der Verbraucherpreisindex.

In den Vereinigten Staaten ist der allgemeine Nachrichtenhintergrund nach wie vor so gelagert, dass langfristig nichts anderes als ein Rückgang des Dollars zu erwarten ist. Die Lage in den USA bleibt recht angespannt. Die Daten vom US-Arbeitsmarkt enttäuschen weiterhin. Drei der letzten vier FOMC-Sitzungen endeten mit taubenhaften Entscheidungen. Die jüngsten Arbeitsmarktdaten deuten darauf hin, dass die Pause bei der geldpolitischen Lockerung nur von kurzer Dauer sein dürfte.

Donald Trumps militärische Aggression, Drohungen gegenüber Dänemark, Mexiko, Kuba, Kolumbien, Iran, EU-Ländern, Kanada und Südkorea, die Einleitung von Strafverfahren gegen Jerome Powell, ein neuer Government Shutdown und der Skandal um die US-Elite im Zusammenhang mit dem Epstein-Fall fügen sich nahtlos in das aktuelle Bild einer politischen und strukturellen Krise im Land ein. Meiner Meinung nach haben die Bullen alles Nötige, um ihre Offensive das ganze Jahr 2026 über fortzusetzen.

Für einen bärischen Trend wäre ein starker und stabil positiver Nachrichtenhintergrund für den US-Dollar erforderlich, was unter Donald Trump nur schwer zu erwarten ist. Zudem braucht der US-Präsident selbst keinen starken Dollar, da die Handelsbilanz in diesem Fall weiterhin defizitär bliebe. Daher glaube ich nach wie vor nicht an einen Abwärtstrend beim Pfund. Zu viele Risikofaktoren lasten weiterhin schwer auf dem Dollar. Womit genau wollen die Bären das Pfund nach unten drücken?

Sollten neue bärische Formationen entstehen, ließe sich ein möglicher Rückgang des Pfund Sterling neu bewerten, doch derzeit sind keine vorhanden.

Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:

Vereinigte Staaten – ADP Employment Change (wöchentlich) (13:15 UTC)Vereinigte Staaten – Veränderung der Einzelhandelsumsätze (13:30 UTC)

Am 11. Februar stehen im Wirtschaftskalender drei Ereignisse, von denen zwei einen starken Eindruck auf die Händler hinterlassen könnten. Der Einfluss des Nachrichtenhintergrunds auf die Marktstimmung wird am Mittwoch spürbar sein, insbesondere in der zweiten Tageshälfte.

Prognose und Trading-Empfehlungen für GBP/USD:

Für das Pfund bleibt das Bild bullisch, und es hat sich ein neues Kaufsignal gebildet. Die Bullen haben eine neue Offensive gestartet, die sich als recht lang und ernsthaft erweisen könnte. Da der Aufwärtstrend unbestreitbar ist, bleibt den Händlern nur eine Option: aufwärts handeln, und zwar anhand klarer Formationen und eindeutiger Signale. Imbalance 14 hat, wie erwartet, eine solche Gelegenheit geboten.

Ich hatte das Niveau von 1,3725 als potenzielles Aufwärtsziel betrachtet, und dieses Niveau wurde erreicht. Allerdings könnte das Pfund im Jahr 2026 noch deutlich höher steigen – es gibt nach oben keine Grenzen. Das nächste attraktive Ziel scheint das Niveau von 1,4246 zu sein, dem Hoch vom Juni 2021.