Heute zieht sich Gold von seinem gestrigen Hoch zurück, bleibt jedoch weiterhin über der runden Marke von 5000.
Die Ergebnisse der vorgezogenen Wahlen in Japan, die am Sonntag stattfanden, haben die politische Unsicherheit beseitigt. Zusammen mit der Entspannung der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten stützt dies die positive Marktstimmung. Dies ist zu einem entscheidenden Faktor geworden, der Abwärtsdruck auf das als sicherer Hafen geltende Edelmetall ausübt.
Indirekte Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran über die Zukunft des iranischen Atomprogramms endeten am Freitag mit einer weitreichenden Einigung auf die Beibehaltung eines diplomatischen Ansatzes. Dies hat die Befürchtungen vor einer Eskalation der militärischen Auseinandersetzung im Nahen Osten verringert und das Vertrauen der Anleger gestärkt. Vor diesem Hintergrund hält die positive Marktstimmung an und führt zu Kapitalabflüssen aus sicheren Häfen, einschließlich Gold.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi bezeichnete die achtstündige Gesprächsrunde als einen guten Anfang, der in einer konstruktiven und positiven Atmosphäre stattgefunden habe. Der US-Präsident Donald Trump wiederum nannte den Dialog sehr erfolgreich und bestätigte, dass bereits zu Beginn dieser Woche ein weiteres Treffen angesetzt ist.
Gleichzeitig haben sich die Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank Federal Reserve verstärkt, nachdem Trump am Samstag erklärte, er könne eine Klage gegen den neu ernannten Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh einreichen, falls dieser sich weigere, die Zinsen zu senken. Zusätzlicher Druck entstand durch Äußerungen des US-Finanzministers Scott Bessent, der am Donnerstag eine mögliche strafrechtliche Untersuchung gegen Warsh nicht ausschloss, sollte dieser letztlich keine Schritte in Richtung einer Lockerung der Geldpolitik unternehmen.
All dies geschieht vor dem Hintergrund eines wachsenden Konsenses, dass die Fed die Kreditkosten in diesem Jahr noch zweimal senken wird, wobei der erste Zinsschritt bereits im Juni erwartet wird. Dies drückt den US-Dollar in Richtung Niveaus, die zuletzt im Jahr 2022 gesehen wurden.
Der Markt richtet seinen Fokus nun auf eine Reihe wichtiger US-Makrodaten, um mehr Klarheit über den weiteren Kurs der geldpolitischen Lockerung der Fed zu erhalten.
Aus technischer Sicht bleiben die Oszillatoren im Tageschart positiv und bestätigen einen bullischen Ausblick. Die Preise notieren weiterhin über der runden Marke von 5000 und über allen gleitenden Durchschnitten, trotz des Rückgangs vom gestrigen Hoch. Sobald die Preise die runde Marke von 5100 nach oben durchbrechen, wird der Weg in Richtung eines neuen Rekordhochs frei. Gelingt es den Preisen jedoch nicht, sich über der runden 5000er-Marke und der 20-Tage-SMA zu halten, dürfte Gold seinen Rückgang in Richtung des Februartiefs beschleunigen.