Das Wellenmuster im 4-Stunden-Chart für EUR/USD hat ein weniger vorteilhaftes Erscheinungsbild angenommen, gibt aber keinen größeren Anlass zur Sorge. Vom Abbruch des im Januar vergangenen Jahres begonnenen Aufwärtstrendsegments kann weiterhin keine Rede sein; lediglich die interne Wellenstruktur wird von Zeit zu Zeit angepasst. Meiner Ansicht nach hat das Währungspaar die Ausbildung der globalen Welle 4 (unterer Chart) abgeschlossen. Trifft diese Annahme zu, dann hat Welle 5 nun begonnen und entwickelt sich weiter. Sie könnte sich deutlich ausdehnen, mit Zielmarken bis in den Bereich von 1,2500.
Die innere Struktur der vermuteten Welle 5 ist nicht vollständig klar (oberer Chart). Die Aufwärtsbewegung lässt sich aufgrund der recht ausgeprägten Korrekturwellen nicht als impulsiv einstufen. Daher wird sie in dieser Phase als a-b-c-d-e-Struktur interpretiert. Sollte sich Welle 5 ausdehnen, dürfte auch ihre innere Struktur recht komplex ausfallen. In diesem Fall wird sich die Wellenzählung voraussichtlich weiter verändern. In jedem Fall rechne ich mit einer Fortsetzung des Anstiegs von EUR/USD, auch wenn der Markt in den kommenden Tagen ein oder mehrere Korrekturwellen ausbilden könnte.
EUR/USD ist am Mittwoch um 25 Basispunkte gefallen. Man könnte sagen, der Euro ist mit vergleichsweise geringen Verlusten davongekommen, doch bis zum Ende des Handelstages könnte sich die Situation verschlechtern. Zu Beginn der US-Sitzung erhielt der Markt Daten, auf die man seit Anfang der letzten Woche gewartet hatte. Zwei Berichte sollten die kurzfristige Richtung des Dollar und von EUR/USD bestimmen und zugleich die Frage beantworten, ob die Fed ihre Geldpolitik in absehbarer Zeit lockern könnte. Man muss sagen, dass eine klare Antwort geliefert wurde.
Trotz des sehr schwachen ADP-Berichts wiesen die Nonfarm Payrolls 130.000 neue Arbeitsplätze aus und lagen damit deutlich über den Markterwartungen. Gleichzeitig sank die Arbeitslosenquote auf 4,3 %, was ebenfalls überraschend war. Damit fielen zwei der drei wichtigsten Berichte dieser Woche zugunsten der Dollar-Käufer und der Stärke der US-Währung aus.
Dem Marktverhalten in den ersten Stunden nach der Veröffentlichung der Daten nach zu urteilen, könnte man meinen, der Dollar habe keinen nennenswerten Auftrieb erhalten. Wir haben zwar Käufe der US-Währung gesehen, doch diese Aufwertung könnte rasch wieder enden. Meiner Einschätzung nach ist die Erholung am US-Arbeitsmarkt ein wichtiger Faktor, der vorerst lediglich die Sorgen über eine mögliche Lockerung der Fed in naher Zukunft kompensiert. Laut dem CME FedWatch-Tool erwartete der Markt selbst vor diesen Berichten frühestens im Sommer eine Zinssenkung. Daher ist die Erholung am Arbeitsmarkt zwar positiv, die heutigen Daten haben das Gesamtbild jedoch nicht grundlegend verändert.
Auf Grundlage der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass das Paar weiterhin einen Aufwärtstrendabschnitt ausbildet. Die Politik von Donald Trump und die geldpolitische Ausrichtung der Fed bleiben bedeutende langfristige Faktoren, die auf den US‑Dollar drücken. Die Ziele für den aktuellen Trendabschnitt können sich bis in den Bereich von 1,2500 erstrecken. Derzeit gehe ich davon aus, dass das Instrument sich weiterhin in der globalen Welle 5 befindet, weshalb ich in der ersten Hälfte des Jahres 2026 mit weiter steigenden Kursen rechne. Kurzfristig erwarte ich jedoch eine Abwärtswelle (oder eine Reihe von Wellen), da auch die a-b-c-d-e-Struktur abgeschlossen erscheint. In naher Zukunft könnten Trader nach neuen Kaufzonen und ‑niveaus mit Zielen im Bereich von 1,2195 und 1,2367 Ausschau halten, was den Fibonacci‑Niveaus von 161,8 % bzw. 200,0 % entspricht.
In einem kleineren Zeitrahmen ist der gesamte Aufwärtstrendabschnitt sichtbar. Die Wellenstruktur ist nicht völlig standardisiert, da sich die Korrekturwellen in ihrer Größe unterscheiden. So ist beispielsweise die höhergradige Welle 2 kleiner als die interne Welle 2 innerhalb der Welle 3. Solche Abweichungen kommen jedoch vor. Ich erinnere die Leser daran, dass es am besten ist, auf den Charts klare Strukturen zu identifizieren, anstatt starr an der Kennzeichnung jeder einzelnen Welle festzuhalten. Derzeit gibt die Aufwärtswellenstruktur keinen Anlass zu Zweifeln.
Grundprinzipien meiner Analyse:Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu handeln und ändern sich häufig.Wenn keine ausreichende Sicherheit über die Marktlage besteht, ist es besser, an der Seitenlinie zu bleiben.Absolute Gewissheit über die Richtung gibt es nie. Schützen Sie sich immer mit Stop-Loss‑Orders.Wellenanalyse kann mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombiniert werden.