Das Währungspaar GBP/USD zeigte am Freitag trotz der Veröffentlichung eines wichtigen US-Inflationsberichts keine nennenswerten Bewegungen. Was macht diesen Bericht so bedeutend? Tatsächlich entsprach der Wert für Januar den Prognosen. Der Verbraucherpreisindex verlangsamte sich auf 2,4 % im Jahresvergleich, und einige (wenn auch nicht alle) Prognosen hatten genau diesen Wert erwartet. Zugleich kann man den Bericht nicht als alltäglich bezeichnen. Erstens gingen die meisten Prognosen weiterhin von einer Abschwächung der Inflation nur auf 2,5 % aus. Zweitens ist allein die Tatsache eines Rückgangs um 0,3 Prozentpunkte im Jahresvergleich innerhalb eines einzigen Monats eher eine unerwartete Nachricht. Drittens sinkt die Inflation in den USA nun schon den vierten Monat in Folge, was für sich genommen ein bedeutendes Ereignis ist. Viertens erhöht ein Rückgang der Inflation in Richtung 2 % die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass die Fed für 2026 eine stärker „dovish“ ausgerichtete Planung ins Auge fasst. Im Grunde genommen muss die Federal Reserve den Leitzins nicht mehr auf einem derart „restriktiven“ Niveau halten, da der Arbeitsmarkt im Januar Anzeichen einer Erholung gezeigt hat und sich die Inflation dem Zielniveau annähert.
Wie bereits in früheren Artikeln erwähnt, reagiert der Markt derzeit jedoch äußerst verhalten auf makroökonomische Daten, selbst auf wichtige. Es wirkt, als würde er auf einige laute, groß angelegte Ereignisse warten und scheut daher neue Positionen. Was könnte das sein? Im Grunde alles. Von militärischen Invasionen oder Angriffen auf den Iran bis hin zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump oder einer Aufhebung von Zollgesetzen durch den Supreme Court. Der Markt wartet auf einen „Schwarzen Schwan“.
Unter diesen Umständen ergibt es wenig Sinn, ausführlich über britische Makrodaten zu sprechen. In der vergangenen Woche haben wir erfahren, dass die britische Wirtschaft beim Wachstum erneut enttäuscht hat und die Industrieproduktion erwartungsgemäß schlechter als prognostiziert ausfiel. In dieser Woche werden in Großbritannien Daten zu Arbeitslosigkeit, Anträgen auf Arbeitslosenleistungen, Löhnen, Inflation und Einzelhandelsumsätzen veröffentlicht. All diese Berichte sind durchaus wichtig und interessant, da sie für die Bank of England von großer Bedeutung sind und folglich die Geldpolitik beeinflussen. Aus irgendeinem Grund bezweifeln wir jedoch stark, dass der Markt darauf spürbar reagieren wird.
In den USA werden in den kommenden fünf Handelstagen nur zweitrangige Konjunkturdaten veröffentlicht. Der BIP-Bericht für das vierte Quartal und die Statistik zu den Auftragseingängen langlebiger Wirtschaftsgüter sind die einzigen nennenswerten Veröffentlichungen. Unserer Ansicht nach sollten wir nun entweder mit aktiveren Marktbewegungen oder mit einer Art „schwarzer Taube“ rechnen. Der US-Dollar hat inzwischen so viele negative Faktoren gegen sich aufgestaut, dass der Markt eines Tages dem Druck nicht mehr standhalten und die US-Währung ohne erkennbaren Anlass in großem Stil abstoßen könnte. Wie man so sagt: wenn nichts auf Unheil hindeutet. Daher sollten Sie nicht überrascht sein, wenn der Dollar nach einiger Zeit erneut scheinbar grundlos in den Abgrund zu fallen beginnt.
Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares betrug in den letzten 5 Handelstagen 83 Pips. Für das Pfund/US‑Dollar‑Paar gilt dieser Wert als „durchschnittlich“. Am Montag, dem 16. Februar, erwarten wir eine Bewegung in der Spanne zwischen 1,3570 und 1,3736. Der obere Kanal der linearen Regression verläuft aufwärts, was auf eine Erholung des Aufwärtstrends hindeutet. Der CCI‑Indikator ist am 26. Januar in den überkauften Bereich eingetreten und hat damit vor Beginn einer Korrektur gewarnt, die nun möglicherweise abgeschlossen ist.
Nächste Unterstützungsniveaus:S1 – 1,3550
S2 – 1,3428
S3 – 1,3306
Nächste Widerstandsniveaus:R1 – 1,3672
R2 – 1,3794
R3 – 1,3916
Handelsempfehlungen:Das Währungspaar GBP/USD ist darauf ausgerichtet, seinen Aufwärtstrend im Jahr 2025 fortzusetzen, und seine langfristigen Perspektiven haben sich nicht verändert. Die Politik von Trump wird weiterhin Druck auf die US‑Wirtschaft ausüben, daher rechnen wir 2026 nicht mit einem Anstieg der US‑Währung. Selbst ihr Status als „Reservewährung“ hat für Trader inzwischen an Bedeutung verloren. Daher bleiben Long‑Positionen mit einem Ziel bei 1,3916 und darüber für die nähere Zukunft relevant, solange sich der Preis über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Befindet sich der Preis unterhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts, können aus technischer (korrektiver) Sicht kleinere Short‑Positionen mit einem Ziel bei 1,3550 in Betracht gezogen werden. Von Zeit zu Zeit zeigt die amerikanische Währung (im globalen Kontext) Korrekturen, doch für einen nachhaltigen Trendanstieg wären globale positive Faktoren erforderlich.
Erläuterungen zu den Abbildungen:Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, bedeutet dies, dass der Trend derzeit stark ist;
Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, smoothed) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte;
Murray‑Level sind Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen;
Volatilitätsniveaus (rote Linien) stellen auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren den wahrscheinlichen Preiskanal dar, in dem sich das Paar in den nächsten 24 Stunden bewegen wird;
Der CCI‑Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) zeigt an, dass sich eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung nähert.