Gold kehrt zur Marke von 4.900 US-Dollar zurück

Der Goldpreis hat erneut die Marke von 4.900 US‑Dollar pro Unze überschritten, nachdem Käufer, die den Rückgang ausgenutzt hatten, das Metall nach einem zweitägigen Absturz verstärkt nachgefragt haben.

Gold legte vor dem Hintergrund eines geringen Handelsvolumens um 1,3 % zu, da die meisten asiatischen Märkte wegen der Feierlichkeiten zum Mondneujahr geschlossen waren. In den beiden vorangegangenen Handelssitzungen, in denen sich der US‑Dollar verteuert hatte, verlor das Metall mehr als 3 %.

Ende Januar stieg der Goldpreis auf ein Rekordhoch von über 5.595 US‑Dollar je Unze. Nach einem sprunghaften Anstieg spekulativer Käufe überhitzte der Markt jedoch und fiel innerhalb von nur zwei Handelssitzungen fast bis auf 4.400 US‑Dollar zurück. Obwohl das Edelmetall inzwischen nahezu die Hälfte dieser Verluste wieder aufgeholt hat, bleibt der Handel nach diesem Einbruch volatil.

Zahlreiche führende Finanzinstitute, darunter Schwergewichte wie BNP Paribas SA, Deutsche Bank AG und Goldman Sachs Group Inc., halten einen erneuten, nachhaltigen Aufwärtstrend beim Goldpreis für wahrscheinlich. Fachleute betonen, dass die fundamentalen Faktoren, die zuvor den stetigen Anstieg des Edelmetallpreises getragen haben, nicht verschwunden sind. Sie wirken weiterhin und schaffen ein günstiges Umfeld für weitere Preissteigerungen.

Zu diesen maßgeblichen Faktoren, die die bisherige Dynamik stützen, zählt an erster Stelle die zunehmende geopolitische Spannung. Die instabile internationale Lage mit Konflikten, politischen Krisen und Handelsstreitigkeiten führt traditionell dazu, dass Anleger verstärkt nach sicheren Häfen suchen – und Gold gehört zweifellos dazu. Seine Fähigkeit, in unsicheren Zeiten reale Kaufkraft zu bewahren, macht es zu einem attraktiven Instrument für die Diversifikation von Portfolios.

Hinzu kommt ein Trend, sich von klassischen Staatsanleihen und nationalen Währungen als verlässliche Instrumente zum Kapitalerhalt abzuwenden. Dies hängt mit Inflation, der Unsicherheit in der Haushaltspolitik mancher Länder und einem allgemeinen Vertrauensverlust in traditionelle Finanzinstrumente zusammen. In einem solchen Umfeld tritt Gold als Alternative auf, die Anlegern eine berechenbarere Entwicklung und eine geringere Anfälligkeit für systemische Risiken bietet.

Eine besondere Rolle spielen zudem Sorgen um die Unabhängigkeit der US‑Notenbank Federal Reserve. Jegliche Zweifel an ihrer Fähigkeit, eine unabhängige Geldpolitik zu betreiben – insbesondere unter politischem Druck – könnten das Vertrauen in den US‑Dollar und andere in US‑Währung denominierte Vermögenswerte untergraben.

Heute wird die Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Sitzung der Federal Reserve erwartet, das den Markt für Edelmetalle teilweise beeinflussen könnte. Anleger werden auch die Äußerungen von Fed‑Vertretern aufmerksam verfolgen, um Hinweise auf den Kurs der US‑Geldpolitik zu erhalten. Ein erkennbares Bestreben, die Zinsen zu senken, wäre ein unterstützender Faktor für nicht verzinsliche Edelmetalle.

Was das aktuelle technische Bild von Gold betrifft, müssen die Käufer zunächst den nächsten Widerstand bei 4.975 $ überwinden. Dadurch könnten sie das Ziel von 5.051 $ anvisieren, dessen Überwinden sich jedoch als recht schwierig erweisen dürfte. Das weiteste Kursziel läge bei rund 5.137 $. Sollte der Goldpreis fallen, werden die Verkäufer versuchen, die Kontrolle über das Niveau von 4.893 $ zu übernehmen. Gelingt ihnen das, würde ein Ausbruch aus dieser Spanne die Position der Bullen ernsthaft schwächen und Gold auf ein Tief von 4.835 $ drücken, mit der Aussicht auf einen weiteren Rückgang bis auf 4.771 $.