EUR/USD. Analyse und Prognose

Dem Währungspaar EUR/USD ist es nicht gelungen, von der positiven Dynamik nach der gestrigen Erholung von der psychologisch wichtigen Marke von 1,1800 – dem tiefsten Stand seit eineinhalb Wochen – zu profitieren; es bewegt sich weiterhin in einer engen Handelsspanne. Marktteilnehmer scheinen auf die Veröffentlichung des FOMC-Sitzungsprotokolls zu warten, um mehr Klarheit über die Zinssenkungspläne der Federal Reserve zu erhalten, und sehen daher von aktiven Positionierungen ab.

Die geldpolitische Strategie der US-Notenbank wird maßgeblich die weitere Entwicklung des US-Dollars bestimmen und damit auch die Richtung von EUR/USD vorgeben. Gleichzeitig untergraben die Erwartungen einer Zinssenkung der Fed im Juni sowie mindestens zwei weiterer Schritte im Jahr 2026 allmählich die Position des Dollars.

Hinzu kommen Sorgen um die Unabhängigkeit der Federal Reserve sowie Anzeichen von Fortschritten in den Verhandlungen zwischen den USA und Iran, die das Aufwärtspotenzial der US-Währung begrenzen. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte gegenüber der Presse, dass ein Konsens über wesentliche Grundsätze zur Lösung des langwierigen Atomkonflikts erzielt worden sei. Solche Nachrichten entschärfen geopolitische Spannungen, stärken die Risikobereitschaft der Anleger und führen zu Kapitalabflüssen aus sicheren Häfen, wodurch US-Dollar-Bullen in die Defensive gedrängt werden.

Gleichwohl fällt es dem Euro schwer, Unterstützung durch größere Käufer zu finden, da die Erwartungen einer Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank zunehmen und die Schwäche der Eurozonen-Wirtschaft zusätzlich belastet. Insbesondere zeigte die am Dienstag veröffentlichte ZEW-Umfrage in Deutschland einen Rückgang der Stimmung institutioneller Investoren gegenüber der größten Volkswirtschaft der Region: Der Wert fiel im Februar auf 58,3 nach 59,6 im Vormonat. Gleichzeitig gab der Konjunkturindikator für die Eurozone insgesamt überraschend auf 39,4 im Februar nach zuvor 40,8 nach.

Aus technischer Sicht befindet sich der Relative-Stärke-Index zwar weiterhin im positiven Bereich, ist aber nahezu neutral und tendiert nach unten. Das signalisiert eine Schwäche der Bullen. Gelingt es dem Paar nicht, die psychologisch wichtige Marke von 1,1800 zu verteidigen, könnte sich der Rückgang in Richtung Februartief nahe der 50-Tage-SMA beschleunigen. Sollten die Bullen es hingegen schaffen, das Paar wieder über die 20-Tage-SMA zu heben, dürfte der Bereich um die psychologische Marke von 1,1900 und das Februarloch in den Fokus rücken, wobei auf dem Weg dorthin im Bereich von 1,1890 ein Widerstand wartet.