Im Stundenchart setzte das Währungspaar GBP/USD seine Abwärtsbewegung am Donnerstag fort und erreichte die Unterstützungszone bei 1,3437–1,3470. Ein Abprall von dieser Zone würde das Pfund begünstigen und einen Anstieg in Richtung der Widerstandszone bei 1,3526–1,3539 unterstützen. Ein Kursabschluss unterhalb der Marke von 1,3437–1,3470 würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs in Richtung 1,3352–1,3362 erhöhen.
Die Wellensituation bleibt „bärisch“. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle konnte das vorherige Hoch nicht durchbrechen, während die neue Abwärtswelle das vorherige Tief unterboten hat. Damit sich der Trend wieder in einen „bullischen“ verwandelt, ist entweder eine Konsolidierung oberhalb des letzten Hochs bei 1,3730 oder zwei aufeinanderfolgende bullische Wellen erforderlich. Der Nachrichtenhintergrund für das Pfund war in den vergangenen Monaten schwach, aber auch der US‑Datenstrom hat die Trader selten erfreut. Donald Trump unterstützt die Bullen regelmäßig, doch zuletzt hat das Pfund ganz offensichtlich eine „schwarze Serie“ durchlaufen.
Der Nachrichtenhintergrund am Donnerstag war sowohl für das Pfund als auch für den Dollar eher dürftig, doch der einzige Bericht zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe in den USA stützte dennoch die Bären. Ich betrachte diesen Bericht nicht als Hauptgrund für den Rückgang des Pfunds am Donnerstag, aber er hat seinen Beitrag geleistet. Heute Morgen wurde in Großbritannien der Einzelhandelsumsatz veröffentlicht, und später folgen noch die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für den Dienstleistungs- und den Fertigungssektor. Der erste Bericht des Tages fiel positiv für das Pfund aus, da das Volumen der Einzelhandelsumsätze im Januar im Monatsvergleich um 1,8 % zunahm, während lediglich +0,2 % prognostiziert worden waren. Allerdings stehen heute noch viele wichtige Veröffentlichungen an, sodass die Stimmung der Trader sich erneut ins Bärische drehen könnte. Besondere Aufmerksamkeit sollte dem US‑BIP‑Bericht für das vierte Quartal gelten, da die Wahrscheinlichkeit eines unerwarteten Ergebnisses hoch ist. Aktuell rechnen die Marktteilnehmer mit einem Wachstum der US‑Wirtschaft von 3 %. Die tatsächliche Zahl könnte niedriger ausfallen.
Im 4-Stunden-Chart prallte das Paar vom 127,2%-Fibonacci-Niveau bei 1,3795 ab und setzt seitdem seine Abwärtsbewegung in Richtung der Unterstützungszone bei 1,3369–1,3435 fort. Der Abwärtstrend im Stunden-Chart ist noch nicht abgeschlossen. Ein erneuter Aufprall auf die Unterstützung bei 1,3369–1,3435 würde es Tradern ermöglichen, mit einer Wiederaufnahme des Aufwärtstrends in Richtung 1,3495 zu rechnen. Auf den Indikatoren sind derzeit keine sich bildenden Divergenzen erkennbar.
Commitments of Traders (COT)-Report:
Die Stimmung in der Kategorie der „Non-commercial“-Trader ist in der letzten Berichtswoche etwas weniger bullisch geworden. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen verringerte sich um 6.520, während die Zahl der Short-Positionen um 5.379 zunahm. Die Lücke zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun faktisch bei 88.000 gegenüber 114.000 und verengt sich weiter. In den letzten Monaten hatten die Bären die Oberhand, doch scheint ihr Potenzial inzwischen weitgehend ausgeschöpft zu sein. Gleichzeitig stellt sich die Lage bei Euro-Kontrakten genau entgegengesetzt dar. Ich glaube weiterhin unter keinen Umständen an einen anhaltenden Abwärtstrend beim Pfund.
Aus meiner Sicht wirkt das Pfund nach wie vor weniger „gefährlich“ als der Dollar, und genau das ist sein größter Vorteil. Kurzfristig kann die US-Währung an den Märkten phasenweise gefragt sein, aber nicht auf längere Sicht. Die Politik von Donald Trump hat zu einem deutlichen Rückgang am Arbeitsmarkt geführt, und das Federal Reserve System ist gezwungen, die Geldpolitik zu lockern, um die Schaffung von Arbeitsplätzen zu stimulieren. Die militärische Aggression der USA trägt ebenfalls nicht zur Zuversicht der Dollar-Bullen bei.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
UK – Einzelhandelsumsätze m/m (07:00 UTC).UK – Manufacturing PMI (09:30 UTC).UK – Services PMI (09:30 UTC).U.S. – Core Personal Consumption Expenditures (13:30 UTC).U.S. – GDP Growth Rate, Q4 (13:30 UTC).U.S. – Personal Income/Spending (13:30 UTC).U.S. – Manufacturing PMI (14:45 UTC).U.S. – Services PMI (14:45 UTC).Am 20. Februar wird der Wirtschaftskalender recht voll sein. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung könnte sich am Freitag über den gesamten Tag hinweg bemerkbar machen.
GBP/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:
Verkäufe des Paares waren nach einer Konsolidierung unterhalb der Marke von 1,3595–1,3620 im Stundenchart möglich, mit Kurszielen bei 1,3526–1,3539 und 1,3437–1,3470. Beide Ziele wurden erreicht. Neue Short-Positionen sind nach einem Schlusskurs unter 1,3437–1,3470 mit einem Ziel bei 1,3352–1,3362 möglich. Käufe können nach einem Abprall vom Niveau 1,3437–1,3470 im Stundenchart in Betracht gezogen werden, mit Zielen bei 1,3526–1,3539 und 1,3595.
Die Fibonacci-Retracement-Gitter sind im Stundenchart von 1,3470–1,3010 und im 4-Stunden-Chart von 1,3431–1,2104 gezogen.