Die Konfrontation zwischen D. Trump und der Fed geht weiter, wenn auch unter der Oberfläche. Zwar hat sich der öffentliche Schlagabtausch im Vorfeld des Abgangs von J. Powell als amtierendem Fed-Vorsitzenden gelegt, doch ist er keineswegs spurlos verschwunden, wie es scheinen mag. Und natürlich schlägt sich das in der Stimmung an den Märkten nieder.
So wirkt es zwar, als habe sich der Konflikt zwischen Trump und der Fed beruhigt, doch das ist nur eine Illusion. Der amerikanische Präsident scheint beschlossen zu haben, bis April eine Pause einzulegen – bis zu dem Zeitpunkt, an dem sein designierter Kandidat den Vorsitz der Notenbank übernehmen wird. Erst dann wird er in der Lage sein, einen Kurs durchzusetzen, der auf Zinssenkungen und eine stärkere Belebung des realen Sektors der US-Wirtschaft abzielt.
Diese Auseinandersetzung zeigt sich derzeit deutlich in der Kräfteverteilung zwischen Befürwortern, Gegnern und neutralen Positionen in der Frage weiterer Zinssenkungen. Dieser Kampf spiegelt in hohem Maße die Spaltung innerhalb der amerikanischen Gesellschaft wider. Und bedauerlicherweise beeinflusst er die Marktdynamik vollständig, die weiterhin von globaler Unsicherheit geprägt ist.
Vor diesem Hintergrund wird die heutige Veröffentlichung der Inflationsdaten von besonderem Interesse sein. Zur Erinnerung: Es erscheinen die Berichte zum PCE-Index und seiner Kernkomponente sowie die Zahlen zu den privaten Konsumausgaben und den Einkommen. Diese Daten – in erster Linie der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) – dürften einen Anstieg zeigen, was der Markt theoretisch als wichtiges Signal für eine Zinssenkungspause durch die Fed werten müsste. Aufmerksame Marktteilnehmer sollten jedoch beachten, dass es sich dabei um Daten für den Monat Dezember handelt, die faktisch bereits veraltet sind. In diesem Monat wurde bereits der Verbraucherpreisbericht veröffentlicht, der eine Verlangsamung der Inflation auswies. Das steht klar im Widerspruch zu den Dezember-Zahlen des PCE sowie zu den Werten für Einkommen und Konsumausgaben.
Wie könnten die Märkte auf diese Nachrichten reagieren? Insgesamt rechne ich mit einer eher vorsichtigen Reaktion. Sollten die Berichte einen stärkeren Anstieg zeigen – sei es beim PCE oder im Rahmen der Erwartungen –, ist mit einer kurzfristigen, spekulativen Aufwertung des Dollars am Devisenmarkt und einer schwächeren Nachfrage nach Gold und Aktien zu rechnen. Insgesamt dürfte sich das jedoch kaum entscheidend auf das übergeordnete Marktbild auswirken. Fallen die Daten hingegen schwächer aus, dürfte dies die Erwartungen an aggressivere Zinssenkungen weiter stärken, was zu einem Rückgang des Dollars und einer steigenden Nachfrage nach Aktien und Edelmetallen führen sollte.
Alles in allem gehe ich davon aus, dass Trump seinen Wunsch, die Erholung der US-Wirtschaft zu stimulieren, nicht aufgegeben hat – was letztlich dazu führen dürfte, dass er sich gegenüber der Fed durchsetzt.
Prognose für den Tag:
USD/JPY
Das Währungspaar notiert unter dem Widerstand bei 155,50. Ein anhaltend starkes Festhalten an den Erwartungen weiterer Zinssenkungen im Lichte der heutigen US-Konjunkturdaten könnte das Paar bis auf 153,75 drücken. Ein Niveau für einen möglichen Verkauf liegt bei 154,96.
GOLD
Gold notiert in der Nähe der oberen Begrenzung der Spanne von 4.846,30–5.100,00. Sollten die Daten Gold nicht unterstützen, wird es dennoch seine Rallye auf geopolitischer Welle in Richtung 5.100,00 und anschließend 5.200,00 fortsetzen. Ein Niveau für einen möglichen Kauf liegt bei 5.060,30.