Das Währungspaar GBP/USD handelte am Freitag relativ ruhig, was durchaus überraschend ist. Allerdings ist der Devisenmarkt am Wochenende geschlossen, doch Donald Trump bleibt nicht untätig. Am Samstag kündigte er seine Entscheidung an, alle am Freitag eingeführten Zölle auf 15% anzuheben, und der Markt hatte noch nicht auf die Aufhebung dieser Zölle durch den Supreme Court oder auf die Einführung neuer Zölle in Höhe von 10% auf alle Waren aus allen Ländern reagiert. Daher könnte diese Woche von volatilen Bewegungen und neuen „Überraschungen“ geprägt sein.
Von diesen „Überraschungen“ kann allerdings nur der amerikanische Präsident selbst wissen. In diesem Artikel werden wir die geplanten Ereignisse und Konjunkturdaten betrachten. In den kommenden fünf Handelstagen wird es nur sehr wenige solcher Veröffentlichungen geben, sodass davon auszugehen ist, dass sich die Aufmerksamkeit des Marktes in erster Linie auf Trump richten wird.
In Großbritannien sind für diese Woche keine bedeutenden Ereignisse oder Datenveröffentlichungen geplant. Daher wird das britische Pfund vollständig vom US‑Dollar abhängig sein. In den USA wird es ebenfalls nur sehr wenige wichtige Daten geben. So betrachten wir den wöchentlichen ADP-Bericht beispielsweise nicht als „wichtig“. Selbst die monatlichen ADP-Berichte spiegeln nur selten den tatsächlichen Zustand des US‑Arbeitsmarktes wider. In diesem Monat wurden laut ADP-Bericht 22.000 neue Stellen geschaffen, während der NonFarm-Payrolls-Bericht 130.000 auswies. Am Donnerstag werden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht, ein Bericht, der gemeinhin nicht als wichtig eingestuft wird, aber bei einer starken Abweichung von der Prognose durchaus eine Marktreaktion auslösen kann. Am Freitag wird dann der Erzeugerpreisindex veröffentlicht, den viele Trader für wichtig halten, doch erinnern wir uns daran, dass der Markt es in der vergangenen Woche nicht für nötig hielt, selbst auf den Inflationsbericht zu reagieren.
Der Dollar ist fast zwei Wochen in Folge gestiegen, obwohl es dafür nur wenige Gründe gab – und am Freitag und Samstag wurden es eher noch weniger. Wie wir verstehen, selbst wenn die Zölle von Trump für 2025 tatsächlich aufgehoben werden, werden sie in irgendeiner anderen Form, gestützt auf andere Gesetze, wieder eingeführt. Dann könnte ganz Amerika erneut beginnen, den US‑Präsidenten zu verklagen, doch dieser Prozess würde wieder ein Jahr dauern. Das Gericht wird die neuen Zölle für nichtig erklären, und Trump wird dritte Zölle einführen. Und so weiter, ohne absehbares Ende. Niemand hat derzeit die Absicht, die vereinnahmten Abgaben an Verbraucher und Unternehmen zurückzuerstatten. Somit geht der Handelskrieg weiter, und Trump ist außer sich vor Wut. Ein derart aufgebrachter Trump könnte bald eine Reihe von Entscheidungen treffen, die das vergangene Jahr im Vergleich dazu gar nicht mehr so schlimm erscheinen lassen.
Damit hat der fundamentale Hintergrund dem Dollar keine zusätzliche positive Stimmung verliehen. Wir erwarten, dass sich die aktuelle Abwärtskorrektur bald erschöpft und der Aufwärtstrend sich fortsetzt.
Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares in den letzten 5 Handelstagen betrug zum 20. Februar 86 Pips. Für das Pfund/US-Dollar-Paar gilt dieser Wert als „durchschnittlich“. Am Montag, dem 23. Februar, erwarten wir, dass sich das Paar innerhalb einer Spanne zwischen den Niveaus 1,3392 und 1,3564 bewegt. Der obere Kanal der linearen Regression signalisiert eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends. Der CCI-Indikator ist in den überverkauften Bereich eingetreten und deutet damit auf ein mögliches Ende der Korrektur hin.
Nächste Unterstützungsniveaus:S1 – 1,3428
S2 – 1,3306
S3 – 1,3184
Nächste Widerstandsniveaus:R1 – 1,3550
R2 – 1,3672
R3 – 1,3794
Handelsempfehlungen:Das Währungspaar GBP/USD ist weiterhin auf einen fortgesetzten Aufwärtstrend im Jahr 2025 ausgerichtet, und seine langfristigen Perspektiven haben sich nicht verändert. Die Politik von Donald Trump wird die US-Wirtschaft weiterhin unter Druck setzen; folglich wird für 2026 kein Wachstum der US-Wirtschaft erwartet. Selbst sein Status als „Reservewährung“ hat für Trader inzwischen wenig Bedeutung. Daher bleiben Long-Positionen mit einem Ziel bei 1,3916 und darüber im kurzfristigen Horizont relevant, solange sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Befindet sich der Kurs unterhalb der gleitenden Durchschnittslinie, können auf technischer (korrektiver) Basis kleinere Short-Positionen mit Zielen bei 1,3428 und 1,3392 in Erwägung gezogen werden. Die US-Währung zeigt von Zeit zu Zeit (im globalen Sinne) Korrekturen, für einen nachhaltigen Aufwärtstrend benötigt sie jedoch globale positive Faktoren.
Erläuterungen zu den Abbildungen:Regressionskanäle: Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, weist dies auf einen derzeit starken Trend hin.Gleitende Durchschnittslinie: Die gleitende Durchschnittslinie (Einstellungen 20,0, geglättet) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte.Murray Levels: Murray Levels sind Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen.Volatilitätsniveaus: Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren in den nächsten 24 Stunden voraussichtlich bewegen wird.CCI-Indikator: Das Eintreten des CCI in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) deutet darauf hin, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung näher rückt.