Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie handeln mit jedem und mit allem, aber eines schönen Tages beschließt diese Gegenpartei, dass Sie mehr zahlen müssen. Das mag Sie verärgern, aber wenn Ihr Verkaufsvolumen an diese Gegenpartei erheblich ist, ist ein zusätzlicher Zoll immer noch besser, als den Handel komplett einzustellen. Sie schließen also ein Handelsabkommen zu Bedingungen, die für Sie absolut nachteilig sind, die Ihnen aber immerhin ermöglichen, weiter zu handeln. Doch eines weiteren schönen Tages teilt man Ihnen mit, dass die in diesem Abkommen festgelegten Bedingungen nicht mehr gelten und Sie nun noch mehr zahlen müssen. Wie würden Sie darauf reagieren?
Leider geht es hier nicht um zwei Bauern, die mit Kartoffeln und Brennholz handeln. Es geht um die Handelsbeziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt – der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten. Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA alle 2025 eingeführten Zölle (mit Ausnahme sektoraler Zölle) aufgehoben hatte, setzte Trump die Zölle umgehend nach dem Handelsrecht wieder in Kraft. Allerdings verbietet dieses Gesetz ihm, Zölle von mehr als 15 % oder für einen Zeitraum von mehr als 150 Tagen ohne Zustimmung des US-Kongresses zu verhängen. Daher belegte Trump, ohne lange zu überlegen, alle Länder weltweit mit einem einheitlichen Zollsatz von 15 %.
Und nun erfuhr die Europäische Union, die seit mehreren Monaten mit der Ratifizierung eines Handelsabkommens mit Amerika befasst ist, am Samstag, dass die Zölle für alle (also auch für die Europäische Union) auf 15 % festgesetzt wurden. In der aktuellen Situation die Frage „Was tun?“ zu stellen, ist sinnlos. Sinnvoller ist es zu fragen, wie es überhaupt möglich ist, dass die Bedingungen bereits vereinbarter Geschäfte kurzerhand geändert werden können?
Ich habe jedoch in meinen Analysen immer wieder betont, dass Verhandlungen mit Trump bedeuten, stur immer wieder auf dieselbe Harke zu treten, die einem jedes Mal mit voller Wucht auf die Stirn schlägt. Trump findet immer wieder Gründe, neue Zölle zu verhängen, und fordert ein Abkommen, das natürlich nur für die USA vorteilhaft ist. Nach einiger Zeit tauchen neue Forderungen auf, neue Zölle werden eingeführt oder bestehende erhöht. Und schon steht man wieder ganz am Anfang des Verhandlungsprozesses und muss überlegen, wie man den amerikanischen Präsidenten diesmal umstimmen kann. Und das wird sich endlos fortsetzen. Trumps imperiale Ambitionen werden niemandem auf dieser Welt ein ruhiges Leben ermöglichen. Das Postulat lautet: Willst du mit den USA Handel treiben? Dann musst du so leben, wie Trump es will.
Wellenanalyse zu EUR/USD:Auf Grundlage der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass das Instrument weiterhin einen Aufwärtstrendabschnitt ausbildet. Die Politik von Donald Trump und die Geldpolitik der Federal Reserve bleiben bedeutende Faktoren für den langfristigen Rückgang der US‑Währung. Die Kursziele für den aktuellen Trendabschnitt können sich bis in den Bereich der 25er‑Marke erstrecken. Derzeit gehe ich davon aus, dass sich das Instrument weiterhin innerhalb der übergeordneten Welle 5 befindet, weshalb ich im ersten Halbjahr 2026 mit einem Anstieg der Notierungen rechne. Die Korrekturstruktur a‑b‑c kann jederzeit abgeschlossen werden, da sie bereits eine überzeugende Form angenommen hat. Meiner Ansicht nach ist es nun sinnvoll, nach Zonen und Niveaus für neue Käufe zu suchen, mit Kurszielen im Bereich von 1,2195 und 1,2367, die 161,8 % bzw. 200,0 % der Fibonacci‑Projektionen entsprechen.
Die Wellenanalyse des GBP/USD‑Instruments ist recht eindeutig. Die fünfwellige Aufwärtsstruktur hat ihre Ausbildung abgeschlossen, doch die übergeordnete Welle 5 kann eine deutlich ausgedehntere Form annehmen. Ich gehe davon aus, dass der Aufbau eines Korrekturwellenmusters in Kürze beendet sein kann, woraufhin sich der Aufwärtstrend fortsetzen dürfte. Daher kann ich aktuell empfehlen, nach Einstiegsmöglichkeiten für neue Käufe zu suchen, mit Kurszielen oberhalb der 39er‑Marke. Meiner Meinung nach hat das Britische Pfund unter Trump gute Chancen, auf 1,45–1,50 US‑Dollar zu steigen.
Grundprinzipien meiner Analyse:Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu handeln, da sie häufig Veränderungen mit sich bringen.Wenn kein Vertrauen in das Marktgeschehen besteht, ist es besser, nicht in den Markt einzusteigen.Es gibt nie und kann nie eine 100%ige Sicherheit über die Bewegungsrichtung geben. Vergessen Sie nicht, schützende Stop‑Loss‑Orders zu setzen.Wellenanalyse kann mit anderen Analysearten und Handelsstrategien kombiniert werden.