Das Währungspaar EUR/USD zeigte sich am Montag erneut von einer völlig unlogischen Seite. Zudem begann diese Unlogik in den Kursbewegungen nicht erst gestern oder am Freitag. Sie setzte bereits in der vorletzten Woche ein, als in den USA die Daten zum Arbeitsmarkt und zur Arbeitslosigkeit veröffentlicht wurden. Zur Erinnerung: Die Arbeitslosenquote ist den zweiten Monat in Folge gesunken, und die Nonfarm Payrolls (NFP) erreichten 130.000, was die Prognosen der Experten deutlich übertraf. Was ist daran negativ? Das Problem ist, dass der Markt derzeit keinerlei Negatives für den Dollar sieht. Die NFP- und Arbeitslosenzahlen für Januar waren zwar ermutigend, aber wie gehen wir mit den nachträglichen Datenanpassungen für das Jahr 2025 um? Seit wann sind Jahresdaten weniger wichtig als Monatsdaten? Im Laufe des Jahres 2025 hat die US-Wirtschaft 181.000 Arbeitsplätze geschaffen (also nur geringfügig mehr als im Januar 2026). Das hätte den Dollar eigentlich abstürzen lassen müssen. Wie kann man von einer Erholung am Arbeitsmarkt sprechen, wenn das Statistikamt seine eigenen Berichte jeden Monat nach unten revidiert und das Januar-Ergebnis lediglich 130.000 neue Stellen beträgt – was nicht besonders beeindruckend ist?
Als Nächstes folgte der Inflationsbericht in den USA. Die Inflation verlangsamte sich auf 2,4 % und lag damit sogar unter den Prognosen. Niedrigere Inflation bedeutet weniger Gründe für die Federal Reserve, den Leitzins auf dem aktuellen Niveau zu halten. Dennoch berücksichtigte der Markt diesen Faktor nicht. Der Dollar steigt weiter. Er steigt langsam und moderat, aber er steigt.
Die Absurdität erreichte ihren Höhepunkt in der vergangenen Woche. Zunächst zeigte der US-BIP-Bericht für das vierte Quartal ein Wachstum, das nur halb so hoch war wie erwartet. Man muss es betonen: Das Wachstum war nicht um 0,1–0,2 Prozentpunkte geringer, sondern volle 50 % niedriger!!! Auch dieser Bericht wurde vom Markt ignoriert. Dann entschied am Freitagabend der Supreme Court der USA, dass die von Donald Trump eingeführten Handelszölle rechtswidrig seien. Trump reagierte jedoch umgehend mit neuen Zöllen von 15 % auf alle Länder und erklärte, dass niemand vorhabe, das im Jahr 2025 eingenommene Geld zurückzuzahlen. Wenn die Aufhebung der Zölle tatsächlich als positiver Faktor für den Dollar hätte gewertet werden können, zerstört ihre sofortige Wiedereinführung praktisch jede Hoffnung auf eine zukünftige Abschaffung.
Der Handel mit der US‑Währung begann am Montag erwartungsgemäß mit einem Rückgang, doch bereits im Laufe des Vormittags begann der Dollar erneut aufzuwerten und folgte damit der Dynamik der vergangenen zwei Wochen. Aus diesem Grund halten wir die Marktbewegungen für unlogisch. Zumindest lassen sie sich nicht mit Fundamentaldaten und makroökonomischen Faktoren erklären. Natürlich gilt: Wenn der Dollar steigt, kauft ihn jemand. Doch das Verhalten von Market Makern – zumal unlogisches – lässt sich nicht vorhersagen. Und nebenbei bemerkt: Es sind ganz sicher nicht die Zentralbanken, die Dollar kaufen, denn der Anteil der Dollarreserven ist am Wochenende auf den niedrigsten Stand der vergangenen 20 Jahre gefallen – auf 56,9 %.
Vor diesem Hintergrund sind wir der Auffassung, dass unter den aktuellen Umständen der technischen Analyse mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Sie liefert derzeit die besten Hinweise darauf, was vom EUR/USD‑Paar und anderen Währungspaaren zu erwarten ist.
Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD in den letzten 5 Handelstagen beträgt zum 24. Februar 63 Pips, was als „durchschnittlich“ gilt. Wir erwarten, dass das Paar am Dienstag zwischen 1,1738 und 1,1864 gehandelt wird. Der obere Kanal der linearen Regression zeigt nach oben und signalisiert ein weiteres Wachstum des Euro. Der CCI-Indikator ist in den überverkauften Bereich eingetreten, was auf eine mögliche Wiederaufnahme des Aufwärtstrends hinweist.
Nächste Unterstützungszonen:S1 – 1,1719
S2 – 1,1597
S3 – 1,1475
Nächste Widerstandszonen:R1 – 1,1841
R2 – 1,1963
R3 – 1,2085
Handelsempfehlungen:Das Währungspaar EUR/USD setzt seine Korrektur innerhalb eines Aufwärtstrends fort. Das übergeordnete fundamentale Umfeld bleibt für den Dollar äußerst negativ. Das Paar verbrachte sieben Monate in einer Seitwärtsphase, und es ist wahrscheinlich, dass nun die Zeit gekommen ist, den globalen Trend von 2025 wieder aufzunehmen. Der Dollar verfügt über keine fundamentale Grundlage für ein langfristiges Wachstum. Daher kann der Dollar im Grunde nur auf eine Seitwärtsbewegung oder Korrekturen hoffen.
Solange sich der Kurs unterhalb des gleitenden Durchschnitts befindet, können aus rein technischer Sicht kleinere Short-Positionen mit Zielen bei 1,1738 und 1,1719 in Betracht gezogen werden. Oberhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts bleiben Long-Positionen mit Zielen bei 1,1963 und 1,2085 relevant.
Erklärungen zu den Abbildungen:Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, ist der Trend derzeit stark;
Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, smoothed) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte;
Murray-Level sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen;
Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen den voraussichtlichen Preiskanal an, in dem das Paar in den nächsten 24 Stunden auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren gehandelt wird;
Das Eindringen des CCI-Indikators in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) deutet darauf hin, dass sich eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung nähert.