*) siehe auch: InstaForex trading indicators for USDX
Der US‑Dollar behauptet seine zuvor erzielten Gewinne und wird im USDX‑Index zu Beginn der US‑Sitzung im Bereich von 97,85–97,90 gehandelt.
Anleger agieren erneut vorsichtiger, ausgelöst durch die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA zu den von der Regierung des ehemaligen Präsidenten Donald Trump verhängten Handelsbeschränkungen sowie durch eine neue Runde von Zöllen, die am vergangenen Wochenende angekündigt wurde.
Der Oberste Gerichtshof der USA entschied, dass die von Ex‑Präsident Donald Trump verhängten Einfuhrzölle rechtswidrig waren. Als Reaktion auf das Urteil äußerte der ehemalige Präsident auf Truth Social in einer Reihe emotionaler Beiträge seinen Unmut. Kernaussage seiner Kommentare ist, dass jeder Versuch anderer Länder, Entschädigungen zu verlangen oder bestehende Zölle aufzuheben, aus Washington mit massivem Widerstand beantwortet werden wird.
Nach Trumps Worten ist die Regierung bereit, Maßnahmen zu ergreifen, um die Beschränkungen auf Bereiche auszuweiten, die bislang nicht von Handelsstreitigkeiten betroffen waren. Dies schließt mögliche neue Sanktionen, eine strengere Lizenzierung von Waren und Dienstleistungen sowie ein breiteres Spektrum regulatorischer Instrumente ein. In Kürze wird eine einheitliche Steuer von 15 % in Kraft treten, während Zölle, die zuvor auf Grundlage des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) erhoben wurden, nicht länger gelten werden.
Diese Entwicklung markiert eine Zwischenphase in der US‑Handelspolitik. Zwar ändert sich die ursprüngliche rechtliche Grundlage für die Besteuerung, doch die übergeordnete Strategie, den heimischen Markt und die inländischen Produzenten zu schützen, bleibt unverändert. Das bedeutet, dass das Land weiterhin eine Politik des wirtschaftlichen Protektionismus verfolgen wird, die an die neuen Bedingungen im internationalen Handel angepasst ist.
Die Entscheidung des Gerichts eröffnet faktisch ein neues Kapitel in der Geschichte der Handelsbeziehungen der USA mit ihren Partnern und legt den Grundstein für eine weitere Eskalation der Spannungen. Wichtig ist, dass die Haltung der Regierung als präventive Maßnahme zu verstehen ist, die darauf abzielt, weitere Klagen und potenziell negative Folgen für amerikanische Unternehmen und die Industrie abzuwenden. Entsprechend ist mit einer weiteren Intensivierung des internationalen Handelskonflikts zu rechnen, einhergehend mit einer strengeren Kontrolle von Export‑Import‑Geschäften und komplexeren rechtlichen Interaktionsmechanismen zwischen den Parteien.
Ein weiterer Faktor, der den Dollar stützt, waren die Äußerungen von Vertretern der Federal Reserve, die ihren Kurs auf eine straffe Geldpolitik bekräftigten. Mehrere Mitglieder des Fed‑Ausschusses, darunter der Chef der Chicago Fed, Austan Goolsbee, erklärten, dass ein Rückgang der Inflation die zentrale Voraussetzung für jede Lockerung der Geldpolitik sei.
Makroökonomische Daten: die positive Seite überwiegt
Nach einer Serie von Verlusten zeigte die US‑Währung schließlich eine Erholung, angetrieben von neuen Konjunkturindikatoren. Die durchschnittliche wöchentliche ADP‑Veränderung der Beschäftigung ex‑Agrar stieg auf 12,8 Tsd. und signalisiert eine allmähliche Erholung des US‑Arbeitsmarktes.
Die Aktienmärkte bleiben vor dem Hintergrund der positiven Konjunkturdaten stabil. Auch die Lage der Binnenwirtschaft wirkt gefestigt, was durch aktuelle Statistiken bestätigt wird. Nach den jüngsten Berichten steigen die Konsumausgaben der Amerikaner weiter und zeigen eine robuste Dynamik: Der jährliche Anstieg des PCE‑Index lag bei 3,0 % und damit über der Markterwartung von 2,9 %. Auch die gemeldete monatliche Inflationsrate übertraf die Prognosen und stieg von 0,2 % auf 0,4 %.
Zugleich zeigt sich der Arbeitsmarkt in guter Verfassung: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gingen in der vergangenen Woche deutlich stärker als erwartet zurück, von 229 Tsd. auf 206 Tsd. Diese Werte deuten auf eine Verbesserung der Beschäftigungssituation hin und bestätigen die Widerstandsfähigkeit der US‑Wirtschaft gegenüber globalen Risiken.
Unterstützung für US‑Vermögenswerte und den Dollar kommt zudem von der verbesserten Konsumentenstimmung. Der Conference Board Consumer Confidence Index stieg im Februar deutlich auf 91,2 und lag damit klar über dem korrigierten Januarwert von 89,0 (zuvor 84,5).
Darüber hinaus legt der US‑Dollar weiter zu und nähert sich im USDX einem wichtigen Widerstandsbereich um 98,00, was das Interesse der Käufer verstärkt.
Diese Faktoren stützen die Aussichten auf ein anhaltend moderates Wirtschaftswachstum und festere US-Finanzanlagen, selbst vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Risiken und volatiler Rohstoffpreise.
Fed und Markterwartungen
Trotz des Anlegeroptimismus in Bezug auf die wirtschaftlichen Perspektiven bleibt die Aufmerksamkeit der Märkte auf die bevorstehenden Entscheidungen der Federal Reserve gerichtet. Fed-Chef Jerome Powell vertritt weiterhin eine vorsichtige Haltung und befürwortet die Beibehaltung der aktuellen geldpolitischen Ausrichtung. Die Strategie könnte sich jedoch bald ändern, da Powells Amtszeit im Frühjahr endet und damit den Weg für eine neue Führung ebnet, die einer lockereren Geldpolitik zuneigen könnte. Einige Experten sind der Ansicht, dass der neue Fed-Vorsitzende den geldpolitischen Kurs verändern und weniger strenge Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft bevorzugen könnte.
Vorerst bleibt der Plan der Fed, im März eine Pause einzulegen, laut dem CME FedWatch Tool unverändert bestehen; die Wahrscheinlichkeit dafür liegt heute bei etwa 98 %.
Gleichzeitig rechnen die Anleger weiterhin mit Zinssenkungen der Fed in diesem Jahr, auch wenn der genaue Zeitpunkt noch unklar ist. Analysten erwarten drei aufeinanderfolgende Senkungen um jeweils 25 Basispunkte, beginnend im Juli oder September dieses Jahres. In einer ersten Phase könnte der Leitzins dadurch in eine Spanne von 3,50–3,85 % fallen.
Technisches Bild
Die kommenden Wochen werden entscheidend sein: Wird die Zone 97,54 (EMA200 im 1‑Stunden‑Chart) – 97,85 (EMA50 im Tageschart) gehalten, bleibt die Chance auf weitere Kursgewinne erhalten; ein Bruch von 97,30 (Wochentiefs) – 97,00 könnte hingegen tiefere Rückgänge auslösen, mit der Wahrscheinlichkeit einer Bewegung in die globale Bärenzone, die derzeit durch die zentrale Unterstützung bei 96,85 (EMA200 im Monatschart) sowie die lokalen Unterstützungsmarken bei 96,20 (Tiefs von September 2025) und 96,00 begrenzt wird.
In einem bullischen Szenario (bei starken Inflationsdaten oder einer falkenhaften Rhetorik der Fed) würde der USDX wieder über 99,05 (EMA200 im Tageschart) und 99,40 (EMA50 im Wochenchart) steigen und den Aufwärtstrend wiederherstellen. Das erste Signal für dieses Szenario wäre ein Durchbruch des heutigen Hochs bei 97,97 und des Februarhochs bei 98,05, mit unmittelbaren Zielen in der Nähe des Widerstands um 98,55 (EMA144 im Tageschart).
Fazit
Damit zeigt die US-Wirtschaft trotz anhaltender externer Risiken und innenpolitischer Veränderungen weiterhin Anzeichen von Stabilität und Widerstandsfähigkeit, und die USDX-Futures versuchen, innerhalb einer kurzfristigen bullischen Zone — oberhalb der Unterstützungsniveaus von 97,54 und 97,68 (EMA200 im 4-Stunden-Chart) — eine Aufwärtsdynamik zu entwickeln.
Nichtsdestotrotz wird Anlegern geraten, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen, flexibel zu bleiben und bereit zu sein, schnell auf mögliche Veränderungen zu reagieren.