Gestern warnte Peking vor weiteren Zollerhöhungen, während die USA versprachen, die hohen Zölle auf chinesische Waren beizubehalten. Es ist offensichtlich, dass die neuen, umfangreichen Zölle, die Donald Trump am Dienstag verhängt hat, erneut in den Mittelpunkt gerückt sind. Diese Entscheidung, Teil der anhaltenden Handelsauseinandersetzung, hat weltweit an den Finanzmärkten und unter Ökonomen Besorgnis ausgelöst, die mit einer weiteren Eskalation des Konflikts rechnen.
Chinas Reaktion fiel unmittelbar und scharf aus. Peking bezeichnete das Vorgehen Washingtons als kontraproduktiv und inakzeptabel und erklärte, man sei bereit, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um die nationalen Interessen zu schützen. Experten gehen davon aus, dass dies die Verhängung ähnlicher Zölle auf US‑Waren sowie weitere restriktive Maßnahmen umfassen könnte, die amerikanische Unternehmen mit Geschäftstätigkeit auf dem chinesischen Markt treffen würden.
Auf der US‑Seite hingegen gibt es Erklärungen, am eingeschlagenen Kurs festhalten zu wollen. Das Weiße Haus beharrt darauf, dass hohe Zölle ein notwendiges Instrument sind, um den Handel auszugleichen und heimische Produzenten vor unfairer Konkurrenz zu schützen. Nach Auffassung der Regierung Trump hat China lange Zeit nicht-marktwirtschaftliche Praktiken genutzt, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, und die neuen Zölle sollen dies korrigieren.
Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer erklärte am Mittwoch, Trump wolle die Zölle auf chinesische Waren in einer Spanne von 35 % bis 50 % beibehalten, und bekräftigte frühere Aussagen, wonach die Entscheidung des Supreme Court, umfangreiche Notfallzölle aufzuheben, die meisten anderen Zollbeschränkungen nicht berühren werde. „Wir rechnen damit, dass dieses Niveau gehalten wird“, sagte Greer. „Wir haben nicht die Absicht, die Lage weiter zu eskalieren. Wir planen, uns an die zuvor erzielten Vereinbarungen zu halten.“
Bereits zuvor am selben Tag hatte China damit gedroht, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, falls die USA neue Zölle einführen, nachdem Washington signalisiert hatte, dass die Untersuchung der Handelsvereinbarung von 2020 fortgesetzt werde. Peking bekräftigte, dass man den bestehenden Konsultationsmechanismus nutzen wolle, um einen Konsens zu erzielen.
Bemerkenswert ist, dass Trump plant, am 31. März nach Peking zu reisen, um mit Xi Jinping über eine Verlängerung des Zoll-Waffenstillstands zwischen den beiden Ländern zu sprechen. Dies wird der erste Besuch eines amerikanischen Präsidenten in China seit seiner Reise im Jahr 2017 sein.
Die Entscheidung des Supreme Court in der vergangenen Woche hat zusätzliche Unklarheit in diese Vereinbarung gebracht und einen Teil des Druckmittels des republikanischen Führers geschwächt, sodass beide Seiten nun um Vorteile ringen und nach möglichen Instrumenten suchen. Sollte die Spannung zunehmen, könnte China erneut die Ausfuhr seltener Erden einschränken, während Washington weiterhin über Einfluss verfügt, etwa dank seiner Stärken in der Softwareentwicklung für Chipdesign, Strahltriebwerke und Flugzeugteile. Es ist offensichtlich, dass beide Seiten versuchen, eine neue Eskalation zu vermeiden, und Trumps Rede zur Lage der Nation in dieser Woche markierte den ersten Fall seit zwei Jahrzehnten, in dem ein US‑Präsident China nicht direkt erwähnte.
Am Devisenmarkt reagierte der US‑Dollar mit einer leichten Aufwertung.
Was das aktuelle technische Bild von EUR/USD betrifft, müssen sich Käufer auf die Rückeroberung der Marke von 1,1830 konzentrieren. Nur dann wird ein Zielt test von 1,1855 möglich. Von dort aus könnte ein Anstieg bis 1,1875 gelingen, was ohne Unterstützung durch große Marktteilnehmer jedoch recht schwierig sein dürfte. Das fernste Ziel wäre das Hoch bei 1,1905. Kommt es bei diesem Handelsinstrument zu einem Rückgang, rechne ich damit, dass größere Käufer im Bereich von 1,1800 aktiv werden. Bleibt dort eine spürbare Nachfrage aus, wäre es vernünftiger, auf ein neues Tief bei 1,1775 zu warten oder Long‑Positionen erst ab 1,1745 zu eröffnen.
Was das aktuelle technische Bild von GBP/USD betrifft, müssen Pfund-Käufer zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3500 zurückerobern. Nur dann wird ein Ziel im Bereich von 1,3540 möglich, wobei ein Ausbruch nach oben dort recht schwierig sein dürfte. Das fernste Ziel wäre der Bereich um 1,3565. Im Falle eines Rückgangs werden die Bären versuchen, die Kontrolle über die Marke von 1,3460 zu erlangen. Gelingt dies, würde ein Ausbruch aus der Handelsspanne die Position der Bullen stark schwächen und GBP/USD in Richtung des Tiefs bei 1,3430 drücken, mit der Perspektive eines Rückgangs bis 1,3400.