GBP/USD. Analyse und Prognose

Heute bewegt sich das Währungspaar GBP/USD in einer engen Spanne um die psychologisch wichtige Marke von 1,3500 und bleibt damit in der Nähe des am Vortag erreichten Wochentiefs. Der Druck auf das britische Pfund nimmt zu, da sich die innenpolitischen Spannungen im Vereinigten Königreich verschärfen und die Erwartungen an eine geldpolitische Lockerung durch die Bank of England steigen. Gleichzeitig stützt der zunehmend restriktive Ton der U.S. Federal Reserve die Nachfrage nach dem Dollar und verhindert eine deutlichere Erholung des Währungspaars.

The Green Party hat eine Nachwahl gewonnen und der Labour Party den bislang sicheren Wahlkreis Gorton and Denton abgenommen. Dies wird als schwerer Schlag für die ohnehin geschwächte Autorität von Premierminister Keir Starmer gewertet und verstärkt Zweifel an der Stabilität seiner Führung innerhalb der Partei.

Dieser historische Erfolg der Greens bei der Parlamentsnachwahl unterstreicht die Aufsplitterung des traditionellen Zweiparteiensystems im Vereinigten Königreich, erhöht die politische Unsicherheit und setzt das Pfund zusätzlich unter Druck – vor dem Hintergrund steigender Unterstützung für eine Zinssenkung der Bank of England bereits im Mai. Zu Beginn dieser Woche erklärte Gouverneur Andrew Bailey vor dem parlamentarischen Treasury Committee, es gebe Spielraum für Zinssenkungen, da die Inflation voraussichtlich auf das Ziel von 2 % zurückkehren werde. Der Markt interpretierte dies als Signal für eine stärker akkommodierende geldpolitische Ausrichtung.

Auf der Seite des US-Dollars haben Marktteilnehmer ihre Erwartungen an eine aggressivere Lockerung durch die Federal Reserve nach Veröffentlichung des FOMC-Protokolls für Januar zurückgenommen. Das Protokoll bestätigte, dass die Notenbank nicht in Eile ist, den Zyklus der Zinssenkungen zu beschleunigen. Zudem erörterten Fed-Vertreter die Möglichkeit eines weiteren Zinsschritts nach oben, falls der Inflationsdruck nicht nachlässt. Dies stärkt den vergleichsweise restriktiven Ausblick für die Fed-Politik und hält den US-Dollar in der Nähe seiner Monatshochs.Gleichzeitig begrenzen wachsende Sorgen über mögliche wirtschaftliche Folgen der Handelspolitik von Präsident Donald Trump – darunter die Einführung eines 10%-Zolls mit einer möglichen Erhöhung auf 15 % – die Bereitschaft, weitere Long-Positionen im Dollar aufzubauen, und wirken als Gegenwind für zusätzliche Rückgänge im GBP/USD.

Heute sollten sich Trader, die nach besseren Einstiegschancen suchen, auf die Veröffentlichung des U.S. Producer Price Index (PPI) konzentrieren. Zusammen mit Kommentaren wichtiger FOMC-Mitglieder könnte dieser neue Impulse für den Dollar liefern und die kurzfristige Richtung des Währungspaars bestimmen. Ein stärker als erwarteter Anstieg der Erzeugerpreise könnte die Erwartungen bekräftigen, dass die Fed an einer strafferen Ausrichtung festhält, was den Dollar stützen würde. Umgekehrt könnten schwächere Daten eine kurzfristige Korrektur des Dollars von seinen Hochs auslösen und den Druck auf das Pfund vorübergehend mindern.