Im Stundenchart unternahm das Währungspaar GBP/USD am Freitag träge Versuche, sich unterhalb der Unterstützungszone von 1,3437–1,3470 zu etablieren, doch dies gelang erst spät in der Nacht zum Montag im Zusammenhang mit den Ereignissen des Krieges im Iran. Der Rückgang der Kurse setzt sich derzeit in Richtung der Unterstützungszone von 1,3352–1,3362 fort. Eine Konsolidierung unterhalb dieser Zone würde es Tradern ermöglichen, mit einem weiteren Rückgang in Richtung der nächsten Korrekturziele bei 1,3294 und 1,3240 zu rechnen.
Die Wellensituation bleibt „bärisch“. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle konnte das vorherige Hoch nicht durchbrechen, während die neue Abwärtswelle das vorherige Tief unterschritten hat. Um den Trend auf „bullish“ zu drehen, wäre entweder eine Konsolidierung oberhalb des letzten Hochs bei 1,3573 oder zwei aufeinanderfolgende Aufwärtswellen erforderlich. Das Nachrichtenumfeld für das Pfund war in den letzten Monaten schwach, während die geopolitische Lage den Bären am Markt einen klaren Vorteil verschafft.
Die Nachrichtenlage am Freitag ließ zunächst nichts Negatives für das Pfund erwarten, doch die neue Woche begann mit einem weiteren Einbruch. Es dürfte allen klar sein, dass der US‑Dollar derzeit aufgrund des militärischen Konflikts im Nahen Osten aufwertet. Vor nur ein paar Stunden wurde bekannt, dass Iran Raketenangriffe auf US‑Militärbasen in der Türkei gestartet hat und Israel sich auf eine Militäroperation im Libanon vorbereitet. Damit ist die Zahl der in den Krieg verwickelten Länder auf elf gestiegen. In dieser Woche werden in den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union wichtige Konjunkturdaten veröffentlicht, doch bezweifle ich stark, dass sie für die Händler von vorrangiger Bedeutung sein werden. Es scheint, als würde der Markt so lange hauptsächlich auf geopolitische Faktoren reagieren, bis sich der Konflikt im Nahen Osten zu beruhigen beginnt. Das Pfund, das in den vergangenen Wochen mehrfach die Chance hatte, eine Aufwärtsbewegung zu starten, fällt, als wären der Handelskrieg beendet und Donald Trump des Amtes enthoben worden. Ich betone jedoch nochmals: Es ist die Geopolitik, die derzeit risikosensitive Währungen nach unten drückt und den Dollar nach oben treibt.
Im 4-Stunden-Chart prallte das Paar von der oberen Begrenzung des abwärtsgerichteten Trendkanals ab und kehrte in den Unterstützungsbereich von 1,3369–1,3435 zurück. Ein erneuter Aufprall von dieser Zone würde wiederum die britische Währung begünstigen und weiteres Wachstum unterstützen. Ein Schlusskurs unterhalb von 1,3369–1,3435 würde hingegen eine Fortsetzung des Rückgangs in Richtung der Marke von 1,3118–1,3140 begünstigen. Aktuell sind auf keinem Indikator neue Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT) Report:
Die Stimmung der Trader in der Kategorie „Non-commercial“ ist in der letzten Berichtswoche noch bärischer geworden, was unter den aktuellen Umständen nicht mehr zufällig wirkt. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen verringerte sich um 14.802, während die Short-Positionen um 134 zurückgingen. Der Abstand zwischen Long- und Short-Positionen beträgt nun effektiv 67 Tausend gegenüber zuvor 124 Tausend. In den letzten Monaten hatten die Bären häufiger die Oberhand, auch wenn die Situation bei Euro-Kontrakten genau entgegengesetzt ist. An einen langfristigen Abwärtstrend für das Pfund glaube ich weiterhin nicht, aber inzwischen hängt alles nicht mehr von Konjunkturdaten oder Trumps Handelspolitik ab, sondern von Dauer und Ausmaß des Kriegs im Nahen Osten.
Im vergangenen Jahr wirkte das Pfund im Vergleich zum Dollar wie eine sicherere Währung – stabiler und mit klarerem wirtschaftlichem Ausblick. In den letzten Monaten setzte jedoch eine Korrektur ein, während der Aufwärtstrend grundsätzlich intakt blieb, und anschließend begann sich der Konflikt im Nahen Osten nahezu täglich weiter zuzuspitzen. Verhandlungen über ein Abkommen zwischen den USA und Iran sind gescheitert, weshalb der Dollar nun aufgrund der geopolitischen Lage steigt. Wie lange dieser Anstieg des Dollars anhält, wird von der weiteren Entwicklung im Nahen Osten abhängen.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
USA – ISM Manufacturing PMI (15:00 UTC).
Am 2. März weist der Wirtschaftskalender einen einigermaßen wichtigen Termin auf. Der Nachrichtenfluss wird die Marktstimmung am Montag beeinflussen, doch für die Ausrichtung der Trader-Stimmung wird die Geopolitik die entscheidende Rolle spielen.
GBP/USD Prognose und Handelsempfehlungen:
Short-Positionen waren nach einem Schlusskurs auf dem Stundenchart unterhalb von 1,3437–1,3470 mit Ziel 1,3352–1,3362 möglich. Dieses Ziel ist nahezu erreicht. Short-Positionen können mit Zielen bei 1,3294 und 1,3240 offen gehalten werden, falls ein Schlusskurs unter 1,3352–1,3362 erfolgt. Long-Positionen ziehe ich unter den aktuellen Umständen nicht in Betracht.
Die Fibonacci-Retracement-Gitter werden im Stundenchart von 1,3470–1,3010 und im 4-Stunden-Chart von 1,3431–1,2104 aus aufgespannt.