Der Krieg im Nahen Osten hält an und wird sich offenbar noch eine Zeit lang weiter zuspitzen, was zweifellos ein wichtiger stützender Faktor vor allem für die Ölpreise sein wird.
So setzt sich der von den Vereinigten Staaten und Israel gegen den Iran entfachte Krieg fort. Seine Eskalation und Intensivierung sind klar erkennbar, was ein starker Einflussfaktor für die Finanzmärkte ist und nach Einschätzung der US‑Medien sogar die Zinsentscheidung der Federal Reserve beeinflussen könnte.
Was den geopolitischen Faktor Naher Osten betrifft, rücken wir ihn vorerst in den Hintergrund und konzentrieren uns auf das Gesamtbild der Märkte. Die Marktteilnehmer können den Konflikt zweifellos nicht ignorieren. Das Risiko, dass sich die Krise nicht nur regional, sondern auch militärisch ausweitet, wirkt sich bereits negativ auf die Aktienmärkte aus und stützt den US‑Dollar. Doch dies ist nicht der einzige Hauptgrund; ein weiterer Faktor treibt den Dollar nach oben. Dabei handelt es sich um die gesunkenen Erwartungen, dass die Federal Reserve bereits im Juni dieses Jahres – wie zuvor angenommen – wieder mit Zinssenkungen beginnt, statt erst im September. Als Hauptgrund dafür gilt der Ausbruch des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran. Wirtschaftspublikationen gehen davon aus, dass die Fed vor diesem Hintergrund beschließen wird, das „Boot nicht zum Schaukeln zu bringen“ und die Zinsen vorerst nicht zu verändern.
Was meine eigene Einschätzung angeht, so glaube ich, dass die Notenbank vor einem echten Dilemma stehen wird – nämlich ob sie die Zinsen Ende Frühling oder Anfang Sommer senken sollte oder nicht –, falls sich die offiziellen US‑Arbeitsmarktdaten, die an diesem Freitag veröffentlicht werden, erneut als ausgesprochen schwach erweisen und der anschließende Inflationsbericht ebenfalls keinen Rückgang erkennen lässt.
Meiner Ansicht nach wird die Zentralbank die Möglichkeit von Zinssenkungen nicht einfach verwerfen können, um damit die heimische Wirtschaft inmitten der schweren Krise zu unterstützen, die die Vereinigten Staaten derzeit durchmachen. In einem solchen Szenario dürfte die Aufwertung des Dollars zum Stillstand kommen, und wir können mit einer Wiederaufnahme seiner Abschwächung in Richtung der jüngsten lokalen Tiefstände rechnen.
Was ist heute an den Märkten zu erwarten?
Unter Berücksichtigung der derzeitigen Marktfaktoren gehe ich davon aus, dass die Ölpreise ihren Anstieg in Richtung des globalen Zielniveaus von 100 US‑Dollar pro Barrel fortsetzen werden. Gold dürfte sich hingegen um die aktuellen Niveaus herum behaupten. Kryptowährungen stehen weiter unter Druck und werden nachgeben, während die Aufwärtsbewegung des US‑Dollars begrenzt bleiben dürfte.
Tägliche Prognose:
EUR/USD
Das Währungspaar ist unter die Marke von 1,1640 gefallen und dürfte seine Abwärtsbewegung in Richtung 1,1570 und anschließend 1,1450 fortsetzen. Das Niveau von 1,1612 kann als Verkaufspunkt dienen.
GBP/USD
Das Währungspaar ist unter die Marke von 1,3340 gefallen und dürfte seinen Rückgang in Richtung 1,3175 fortsetzen. Das Niveau von 1,3291 kann als Verkaufspunkt dienen.