Gas in Europa übersteigt 700 US-Dollar

Die Großhandelspreise für Gas in Europa sind stark gestiegen. Laut der Londoner ICE-Börse überschritten die Preise erstmals seit dem 23. Januar 2023 die Marke von 700 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter. Die Entwicklung spiegelt geopolitische und infrastrukturelle Schocks wider, die eine hohe Volatilität auf dem EU-Gasmarkt ausgelöst haben.

Die April-Futures auf den TTF-Index (Niederlande, größter Gashub Europas) eröffneten den Handel um 07:00 Uhr GMT bei 586,7 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter, ein Plus von 8,8 % gegenüber dem Abrechnungspreis der vorherigen Sitzung. Um 08:11 Uhr GMT wurden die Futures bei 649,8 US-Dollar gehandelt (+20,5 %). Wenige Minuten zuvor waren Gebote von 710,8 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter (+31,8 %) erreicht worden. Der Abrechnungspreis der vorangegangenen Sitzung lag bei 539,2 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter. Die Marke von 700 US-Dollar war zuletzt am 23. Januar 2023 überschritten worden.

Der starke Preisanstieg begann am Montag, als die Preise im Tagesverlauf um bis zu 50 % auf 590 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter sprangen. Von RIA Novosti zitierte Experten führen die Entwicklung auf eine Mischung aus geopolitischen Risiken und Problemen mit der Versorgungsinfrastruktur zurück.

QatarEnergy teilte am Montag mit, dass es nach Drohnenangriffen die LNG-Produktion in allen Anlagen eingestellt habe. Katar ist der drittgrößte LNG-Lieferant der EU: Laut von RIA Novosti zitierten Eurostat-Daten entfielen im Jahr 2025 8,4 % der LNG-Importe der EU auf Katar.

Analysten warnen, dass Europa bei einem länger andauernden Konflikt rund um die Straße von Hormus einem Preisschock ähnlich dem Frühjahr 2022 ausgesetzt sein könnte, als die Gaspreise mehrere Tausend US-Dollar erreichten. Damals lag der Höchststand für europäisches Gas bei 3.892 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter.

Wie Trader das umsetzen können

TTF-Futures handeln: Kurzfristige Long-Positionen können von Preisspitzen profitieren, aber aufgrund der hohen Volatilität sind strikte Stop-Loss-Marken unerlässlich. Optionen für Risikomanagement und Spekulation: Der Kauf von Calls oder der Einsatz von Straddles/Strangles kann vor starken Kursbewegungen effektiv sein; das Schreiben von Optionen bringt Prämieneinnahmen, ist aber mit erheblichen Risiken verbunden. Kalenderspreads: Wenn sich der Markt in Contango oder Backwardation bewegt, ermöglichen Kalenderspreads zwischen nahen und fernen Kontrakten das Traden der Kurve mit begrenztem Risiko. Verwandte Märkte: Öl, Strom, LNG-Frachtraten sowie Aktien von Lieferanten und Reedereien beobachten, um zusätzliche Trade-Ideen und Hedges zu finden. News-Trading und Monitoring: Erklärungen von Produzenten (z. B. QatarEnergy) und geopolitische Entwicklungen rund um die Straße von Hormus genau verfolgen, um schnell auf Veränderungen bei Liquidität und Volatilität reagieren zu können. Risikomanagement: Diversifizieren, Positionsgrößen begrenzen, Optionen zum Schutz einsetzen und Szenarioanalysen durchführen – all das ist in hochgradig unsicheren Marktphasen entscheidend.

Diese Ansätze beseitigen das Risiko nicht – Volatilität kann für oder gegen Trader arbeiten. Kombinieren Sie Handelsideen mit strikten Money-Management-Regeln und beobachten Sie Angebotssituation sowie geopolitische Nachrichten sehr genau.