Das Währungspaar EUR/USD setzte seinen Rückgang am Donnerstag fort, obwohl ein Anstieg der europäischen Gemeinschaftswährung logischer gewesen wäre. Zum einen ist der Kurs innerhalb von zwei Tagen um 290 Pips eingebrochen, was für eine Korrektur sprechen würde. Zum anderen gab es aus dem Nahen Osten keine grundsätzlich neuen Meldungen, sodass es keinen Anlass für eine Aufwertung des US-Dollars gab. Möglich ist, dass der Bericht zu den Einzelhandelsumsätzen in der Eurozone den Euro belastet hat, da die Daten – wie erwartet – unter den Prognosen lagen. Allerdings ist dieser Bericht nicht bedeutend genug, um Verkäufe des Euro über den gesamten Handelstag zu rechtfertigen. In letzter Zeit dominiert die Geopolitik das Geschehen, und Trader haben wiederholt sogar wichtigere Konjunkturberichte ignoriert.
Aus technischer Sicht ist der Abwärtstrend unbestreitbar, jedoch gibt es derzeit keine Trendlinien oder -kanäle, die auf ein mögliches Ende schließen lassen. Trader müssen sich daher ausschließlich auf die Linien des Ichimoku-Indikators stützen. Das Währungspaar EUR/USD befindet sich in einer schwierigen Lage, in der der Kurs in beide Richtungen „ausschlagen“ könnte. Deuten beispielsweise Nachrichten aus dem Iran auf eine weitere Eskalation des Konflikts oder auf die Beteiligung neuer „dritter Parteien“ hin, könnte der Dollar erneut als sicherer Hafen für die ganze Welt fungieren. Fallen die heutigen Berichte zum US-Arbeitsmarkt und zur Arbeitslosigkeit etwas besser aus als erwartet, könnten Trader wiederum verstärkt Dollar kaufen. Tritt hingegen keiner der genannten Fälle ein, dürfte der Euro mit einer Erholung beginnen.
Im 5-Minuten-Chart waren die gestrigen Bewegungen alles andere als günstig. Im Bereich von 1,1615–1,1625 wurden drei Handelssignale generiert, von denen sich die ersten beiden als Fehlsignale herausstellten. Das dritte Signal, mit dem sich ein kleiner Gewinn erzielen ließ, war angesichts der allgemeinen Bewegung des Paares kaum handelnswert.
COT ReportDer neueste COT-Bericht trägt das Datum 24. Februar. Die Darstellung im Wochenchart zeigt deutlich, dass die Netto-Position der nicht-kommerziellen Händler weiterhin „bullish“ ist und seit Trumps Amtsantritt als US-Präsident in seiner zweiten Amtszeit nur der Dollar gefallen ist. Wir können nicht mit 100%iger Sicherheit sagen, dass der Rückgang der amerikanischen Währung anhalten wird, aber die aktuellen weltweiten Ereignisse deuten darauf hin, dass dies wahrscheinlich ist.
Wir sehen nach wie vor keine fundamentalen Faktoren, die die europäische Währung stärken würden, während es genügend Faktoren gibt, die die amerikanische Währung schwächen könnten. Der globale Abwärtstrend ist weiterhin intakt, doch welche Relevanz hat er für die Kursbewegungen der letzten 18 Jahre? Seit September 2022 hat sich ein neuer Aufwärtstrend herausgebildet, der die globale Abwärtstrendlinie durchbrochen hat. Damit ist der Weg nach oben vorerst frei.
Die Positionierung der roten und blauen Linien des Indikators signalisiert weiterhin die Aufrechterhaltung des „bullishen“ Trends. In der letzten Berichtswoche ist die Zahl der Long-Positionen der Gruppe „Non-commercial“ um 16.700 gesunken, während die Zahl der Short-Positionen um 900 gestiegen ist. Folglich verringerte sich die Netto-Position im Wochenverlauf um 15.800 Kontrakte.
Analyse von EUR/USD im 1-Stunden-ChartIm Stunden-Chart setzt das Währungspaar EUR/USD seinen neuen Abwärtstrend vor dem Hintergrund der geopolitischen Ereignisse im Nahen Osten fort. Wie lange der Anstieg des Dollars ausschließlich auf dieser Grundlage noch andauern wird, ist unklar, da dies von Intensität und Dauer des Krieges, den Verlusten auf beiden Seiten sowie der Fähigkeit der USA, ihre Ziele zu erreichen, abhängen wird. Derzeit haben wir jedoch einen Abwärtstrend.
Für den 6. März heben wir die folgenden Handelsmarken hervor: 1,1362, 1,1426, 1,1542, 1,1615–1,1625, 1,1657–1,1666, 1,1750–1,1760, 1,1830–1,1837, 1,1907–1,1922, 1,1971–1,1988 sowie die Linien Senkou Span B (1,1800) und Kijun-sen (1,1678). Die Linien des Ichimoku-Indikators können sich im Tagesverlauf verschieben, was bei der Bestimmung von Handelssignalen berücksichtigt werden sollte. Es wird empfohlen, den Stop-Loss auf Break-even nachzuziehen, sobald sich der Kurs um 15 Pips in die richtige Richtung bewegt hat. So lassen sich potenzielle Verluste begrenzen, falls sich das Signal als falsch erweist.
Am Freitag stehen im Euroraum unter anderem eine Rede von Christine Lagarde sowie die Veröffentlichung der endgültigen BIP-Schätzung für das vierte Quartal an. Keine dieser Veröffentlichungen gehört zu den wichtigsten oder marktprägendsten. In den USA hingegen werden deutlich bedeutendere Daten veröffentlicht, darunter NonFarm Payrolls, Arbeitslosenquote und Einzelhandelsumsätze. Daher ist in der zweiten Tageshälfte mit einer neuen „Sturmphase“ am Devisenmarkt zu rechnen.
Handelsempfehlungen:Am Freitag können Händler Verkaufspositionen in Erwägung ziehen, wenn sich der Kurs unter 1,1542 stabilisiert oder von der Zone 1,1615–1,1625 nach unten abprallt. Long-Positionen kommen in Betracht, wenn der Kurs von 1,1542 nach oben abprallt oder sich oberhalb der Zone 1,1615–1,1625 festsetzt.
Erläuterungen zu den Abbildungen: Kursniveaus von Unterstützung und Widerstand – dicke rote Linien, an denen eine Bewegung enden kann. Sie sind keine Quellen für Handelssignale.Kijun-sen- und Senkou-Span-B-Linien – Linien des Ichimoku-Indikators, die aus dem 4-Stunden-Chart in den Stunden-Chart übernommen wurden. Sie gelten als starke Linien.Extremum-Niveaus – dünne rote Linien, von denen der Kurs bereits zuvor abgeprallt ist. Sie dienen als Quellen für Handelssignale.Gelbe Linien – Trendlinien, Trendkanäle und sonstige charttechnische Formationen.Indikator 1 in den COT-Charts – die Größe der Netto-Position jeder Händlerkategorie.