XAU/USD. Analyse und Prognose

Gold wird weiterhin unter der Marke von 5100 gehandelt. Druck auf Edelmetalle kommt von steigenden Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen und einem stärkeren Dollar, gestützt durch robuste US-Arbeitsmarktdaten.

Robuste Arbeitsmarktdaten haben die Auswirkungen der geopolitischen Spannungen ausgeglichen und das XAU/USD-Paar unter 5100 gehalten. Unter den aktuellen Bedingungen hat sich das Interesse an sicheren Häfen zugunsten des US-Dollar verschoben.

Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten bleiben hoch: Der Konflikt dauert nun bereits den siebten Tag an. Medienberichten zufolge bereitet Israel eine Operation gegen die unterirdischen Raketenbasen des Iran vor, während die Zahl der Angriffe auf Schiffe in der Region zugenommen hat. Iran wiederum hat Vergeltung angedroht, nachdem ein US-U-Boot eines seiner Militärschiffe angegriffen haben soll, wobei Berichten zufolge mehr als 80 Seeleute getötet wurden.

Vor diesem Hintergrund haben starke US-Arbeitsmarktdaten die Erwartungen verstärkt, dass das Federal Reserve System seinen geldpolitischen Kurs überdenken könnte. Obwohl die Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen bestehen bleibt, hat sich der Fokus der Anleger auf den US-Dollar verlagert, dessen Unterstützung durch Konjunkturdaten sich als stärker erwiesen hat als die geopolitischen Faktoren.

Nach Angaben des United States Department of Labor beliefen sich die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche bis zum 28. Februar auf 213.000 gegenüber einer Prognose von 215.000 und bestätigen damit die Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarktes. Zuvor hatte Challenger, Gray & Christmas berichtet, dass die angekündigten Entlassungen im Februar auf 48.300 zurückgingen, was 55 % unter dem Niveau vom Januar liegt.

Bereits zu Wochenbeginn veröffentlichte das Federal Reserve System sein Beige Book und stellte fest, dass die wirtschaftlichen Erwartungen positiv bleiben und die meisten Distrikte der Federal Reserve in den kommenden Monaten mit einem moderaten Wachstum rechnen. Den Angaben des Berichts zufolge haben sich die Beschäftigungsbedingungen in den letzten Wochen nicht wesentlich verändert; in sieben der zwölf Distrikte sind stabile Einstellungsaktivitäten zu beobachten.

Thomas Barkin betonte, dass die jüngsten Inflationsdaten Zweifel daran aufkommen lassen, ob der Fed die Eindämmung des Preisdrucks bereits vollständig gelungen ist. Er fügte hinzu, dass die Kombination aus hartnäckiger Inflation und einem starken Arbeitsmarkt die Risikobalance in Richtung einer strafferen Geldpolitik verschieben könnte.

Unterdessen hat die Regierung von Donald Trump Kevin Warsh für das Amt des Vorsitzenden der Federal Reserve nominiert, da die Amtszeit von Jerome Powell Mitte Mai ausläuft.

Die Anleger richten ihre Aufmerksamkeit weiterhin auf die Arbeitsmarktdaten außerhalb der Landwirtschaft für Februar. Ökonomen rechnen mit 59.000 neuen Stellen, während die Arbeitslosenquote voraussichtlich bei 4,3 % verharren wird. Daten von Prime Market Terminal zufolge preisen die Geldmärkte derzeit bis zum Jahresende lediglich 35 Basispunkte an Lockerungen durch die Federal Reserve ein, was die Erwartung einer weniger lockeren Haltung der Zentralbank widerspiegelt.

Technischer Ausblick

Aus technischer Sicht konsolidiert Gold derzeit in der Spanne von 5000–5100 US‑Dollar je Unze. Die Marktstimmung dürfte vorerst leicht positiv bleiben, da die Preise versuchen, sich über dem 20‑Tage‑SMA (Simple Moving Average) zu halten.

Der Relative‑Stärke‑Index liegt jedoch nahe dem neutralen Bereich, was auf eine schwache Aufwärtsdynamik hindeutet. Die nächste Unterstützung befindet sich weiterhin bei 5050 US‑Dollar. Fällt der Preis unter dieses Niveau, könnte sich der Rückgang in Richtung der psychologisch wichtigen Marke von 5000 US‑Dollar beschleunigen.

Der nächste Widerstand liegt am 9‑Tage‑SMA, unmittelbar vor der runden Marke von 5200 US‑Dollar. Ein Ausbruch über dieses Niveau würde den Bullen stärkeren Rückenwind geben, um die Preise weiter nach oben zu treiben.