Überblick über das Währungspaar EUR/USD. Wöchentliche Vorschau. Völlige Ungewissheit

Das Währungspaar EUR/USD zeigte am Freitag überraschende Bewegungen. Zur Erinnerung: Wir haben den Anstieg des Dollars in letzter Zeit häufig als irrational bezeichnet; in den vergangenen Wochen ließ er sich jedoch mit dem Krieg im Iran erklären. Der Markt hat begonnen, den US-Dollar erneut als „sicheren Hafen“ zu nutzen, obwohl im gesamten Jahr 2025 über den Verlust seines „Safe-Haven“-Status diskutiert wurde. Nichtsdestotrotz hat ein neuer Krieg begonnen, und der Markt hat nach wie vor keine Alternative zum Dollar gefunden.

Wirklich überraschend ist jedoch, dass der Markt nahezu alle Faktoren zugunsten des Dollars interpretiert. So haben wir beispielsweise vor nur einer Woche außerordentlich schwache BIP-Wachstumsraten für das vierte Quartal gesehen. Die US-Wirtschaft wuchs im ersten Quartal lediglich um 1,4 %, und auf Jahresbasis wächst sie sogar noch langsamer als während der Präsidentschaft von Joe Biden – trotz Trumps wiederholter Behauptungen eines „wirtschaftlichen Booms“ und eines „goldenen Zeitalters“ für Amerika. Am vergangenen Freitag wurden Daten zur Arbeitslosigkeit und zum Arbeitsmarkt veröffentlicht, die objektiv betrachtet zu einem Rückgang der US-Währung hätten führen müssen. Viele Analysten bezeichneten den Non-Farm-Payrolls-Wert von -92.000 als „unerwartet“, obwohl aus unserer Sicht vielmehr der Januar-Wert von +130.000 unerwartet war. Es sei darauf hingewiesen, dass die US-Wirtschaft im gesamten Jahr 2025 nur rund 180.000 Arbeitsplätze geschaffen hat. Vor diesem Hintergrund wirkte die Januar-Zahl deutlich überhöht.

Interessanterweise hat das U.S. Bureau of Labor Statistics ausnahmsweise den Wert des Vormonats nicht um mehrere Zehntausend Stellen revidiert. Dennoch ist ein Rückgang um 92.000 Arbeitsplätze am Arbeitsmarkt, wenn der Normalwert bei +150.000 bis 200.000 liegt, ein klares Negativsignal. Gleichzeitig ist die Arbeitslosenquote, die in den vergangenen Monaten zur Freude der Anhänger der US-Währung gesunken war, wieder angestiegen. Der Arbeitsmarkt erholt sich also nicht, und der Anstieg im Januar war lediglich eine Anomalie.

Der einzige Grund für die Widerstandsfähigkeit des US-Dollars ist derzeit der Krieg im Iran. Offenbar ist der Markt erneut bereit, positiv auf Faktoren zu reagieren, die den Dollar stützen, während er negative Faktoren ausblendet. Wenn die Marktreaktion auf Fundamentaldaten und Makroökonomie derart einseitig ausfällt, ergibt es wenig Sinn, auf Basis dieser Analysen Schlüsse zu ziehen.

In dieser Woche könnte der makroökonomische Kontext erneut in den Hintergrund treten. In der Eurozone wird die Veröffentlichung der deutschen Industrieproduktionsdaten das wichtigste Ereignis sein. In der vergangenen Woche hat der Markt die entscheidenden Berichte zu den Non-Farm Payrolls und zur Arbeitslosenquote praktisch ignoriert, sodass es unwahrscheinlich ist, dass er den europäischen Daten in der kommenden Woche große Beachtung schenken wird.

Damit werden geopolitische Faktoren erneut den Vorrang haben, und die Einschätzung, was vom EUR/USD-Paar zu erwarten ist, wird in erster Linie von der technischen Analyse abhängen. Beginnen die USA eine Bodenoffensive, werden die Angriffe auf den Iran intensiviert (und Iran schlägt zurück) oder werden andere Staaten offen in den Konflikt hineingezogen, könnten diese Entwicklungen den Dollar erneut steigen lassen. Bleibt eine weitere Eskalation aus, ist zumindest mit einer Aufwärtskorrektur zu rechnen.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD in den letzten 5 Handelstagen beträgt zum 9. März 109 Pips und wird als „hoch“ eingestuft. Wir erwarten am Montag eine Bewegung des Paares zwischen 1,1508 und 1,1726. Der obere Regressionskanal zeigt nach oben, was darauf hindeutet, dass der Aufwärtstrend intakt bleibt. Der CCI-Indikator ist erneut in den überverkauften Bereich eingetreten und signalisiert eine mögliche Wiederaufnahme des Aufwärtstrends.

Nächste Unterstützungsniveaus:S1 – 1,1597S2 – 1,1475Nächste Widerstandsniveaus:R1 – 1,1719R2 – 1,1841R3 – 1,1963Handelsempfehlungen:

Das Währungspaar EUR/USD setzt seine Korrektur innerhalb des Aufwärtstrends fort. Das globale fundamentale Umfeld bleibt für den Dollar sehr negativ. Das Paar hat sieben Monate in einer Seitwärtsrange verbracht, und nun scheint es an der Zeit zu sein, den globalen Trend des Jahres 2025 wiederaufzunehmen. Es gibt keine fundamentale Grundlage für ein langfristiges Wachstum des Dollars. Gegenwärtig beobachten wir eine weitere globale Korrektur. Befindet sich der Kurs unterhalb des gleitenden Durchschnitts, können kleine Short-Positionen in Betracht gezogen werden, mit Zielen bei 1,1508 und 1,1475, gestützt auf technische Faktoren und die komplexe Lage im Nahen Osten. Oberhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts bleiben Long-Positionen aktuell mit Zielen bei 1,1963 und 1,2085.

Erklärungen zu den Abbildungen:

Regressionskanäle helfen dabei, den aktuellen Trend zu bestimmen. Zeigen beide in dieselbe Richtung, weist dies auf einen starken Trend hin.

Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen: 20,0, geglättet) zeigt den kurzfristigen Trend und die Richtung an, in die derzeit gehandelt werden sollte.

Murray-Level – Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen.

Volatilitätsniveaus (rote Linien) – der wahrscheinliche Preiskanal, in dem das Paar sich in den nächsten 24 Stunden auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren bewegen wird.

Der CCI-Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) zeigt an, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung näher rückt.