Heute ist der Dollar gestiegen, obwohl am Freitag äußerst schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt veröffentlicht wurden. Der Grund liegt in der Gefahr eines langwierigen Krieges zwischen den USA, Israel und Iran sowie in der Zerstörung von Energieinfrastruktur.
Der starke Rückgang der Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft in den USA um 92.000 führte zunächst zu einem raschen Einbruch des US-Dollars. Diese Kennzahl, die den Zustand des Arbeitsmarktes widerspiegelt, fiel deutlich schlechter aus als von Analysten erwartet, die mit einem Anstieg der Beschäftigung gerechnet hatten. Solch negative Daten deuten in der Regel auf eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums oder sogar auf eine Rezession hin. Wie bereits erwähnt, hat sich die Situation heute jedoch grundlegend verändert.
Trotz des Anstiegs der Arbeitslosigkeit und des Ausbleibens neuer Stellenangebote, was den privaten Konsum direkt unter Druck setzt, spielt die sich zuspitzende geopolitische Lage im Nahen Osten derzeit eine wesentlich wichtigere Rolle.
Heute warten wir auf Daten zu den Auftragseingängen in der deutschen Industrie, Zahlen zur Industrieproduktion sowie auf den Anlegervertrauensindex für die Eurozone von Sentix. Später findet zudem ein Treffen der Eurogruppe statt. Die Daten zu den neuen Industrieaufträgen in Deutschland sind ein zentraler Indikator für die Verfassung der größten Volkswirtschaft Europas; der Bericht dürfte die aktuelle Dynamik im Produzierenden Gewerbe widerspiegeln, das traditionell der Motor der deutschen Wirtschaft ist. Jede deutliche Abweichung von den Prognosen könnte spürbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Euro haben. Parallel zu den Auftragseingängen ist auch die Veröffentlichung der Zahlen zur Veränderung der Industrieproduktion in Deutschland von großer Bedeutung.
Ebenso wichtig ist die Veröffentlichung des Sentix-Anlegervertrauensindex für die Eurozone. Diese Umfrage spiegelt die Einschätzungen institutioneller und privater Anleger zur aktuellen Lage und zu den künftigen Perspektiven der Eurozonen-Wirtschaft wider. Positive oder negative Werte können die Markterwartungen und Kapitalströme erheblich beeinflussen. Den wirtschaftspolitischen Tagespunkt schließt die Sitzung der Eurogruppe ab. Die Spitzen der Eurostaaten werden die aktuellen Herausforderungen und Schocks im Energiebereich erörtern. Die dort getroffenen Entscheidungen könnten weitreichende Folgen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung und Stabilität der Eurozone haben.
Mit Blick auf das Pfund Sterling ist angesichts fehlender Konjunkturdaten aus dem Vereinigten Königreich heute damit zu rechnen, dass das Währungspaar weiter in einer Spanne gehandelt wird – mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für einen erneuten Rückgang. Das Fehlen neuer Wirtschaftsdaten aus London nimmt dem Markt wesentliche Orientierungsmarken zur Einschätzung der aktuellen Lage und der Aussichten der britischen Wirtschaft. In einem solchen Umfeld stützen sich Händler meist auf technische Analyse und vergangene Kursmuster, die derzeit den US-Dollar begünstigen.
Sollten die Daten in etwa den Erwartungen der Volkswirte entsprechen, wäre es am sinnvollsten, nach der Mean-Reversion-Strategie zu agieren. Fallen die Zahlen deutlich besser oder schlechter aus als prognostiziert, wäre die Momentum-Strategie die erste Wahl.
Momentum-Strategie (Ausbruch):Für das Währungspaar EUR/USD:Kauf bei einem Ausbruch über 1,1565, was einen Anstieg des Euro in den Bereich von 1,1597 und 1,1632 nach sich ziehen könnte; Verkauf bei einem Ausbruch unter 1,1540, was einen Rückgang des Euro in den Bereich von 1,1510 und 1,1470 nach sich ziehen könnte. Für das Währungspaar GBP/USD:Kauf bei einem Ausbruch über 1,3340, was einen Anstieg des Pfunds in den Bereich von 1,3380 und 1,3420 nach sich ziehen könnte; Verkauf bei einem Ausbruch unter 1,3315, was einen Rückgang des Pfunds in den Bereich von 1,3275 und 1,3235 nach sich ziehen könnte. Für das Währungspaar USD/JPY:Kauf bei einem Ausbruch über 158,55, was einen Anstieg des Dollars in den Bereich von 158,81 und 159,15 nach sich ziehen könnte; Verkauf bei einem Ausbruch unter 158,25, was einen Rückgang des Dollars in den Bereich von 157,90 und 157,65 nach sich ziehen könnte. Mean-Reversion-Strategie (Korrekturbewegung):Für das Währungspaar USD/CAD:Verkauf in Erwägung ziehen, nachdem ein Ausbruchsversuch über 1,3573 scheitert und der Kurs wieder unter dieses Niveau zurückfällt;Kauf in Erwägung ziehen, nachdem ein Ausbruchsversuch unter 1,3529 scheitert und der Kurs zu diesem Niveau zurückkehrt.