Bis zum Handelsschluss am vergangenen Freitag gaben die Aktienindizes nach. Der S&P 500 verlor 1,33 %, und der Nasdaq 100 sank um 1,59 %. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 0,94 %.
Heute kam es an den Terminmärkten zu einer weiteren massiven Verkaufswelle, was den US-Dollar stärkte. Aktien gerieten unter Druck, da die Sorge besteht, dass der starke Anstieg der Ölpreise in der vergangenen Woche die Inflation beschleunigen und das weltweite Wirtschaftswachstum beeinträchtigen könnte. Offensichtlich bereitet ein WTI-Preis von 120 US-Dollar pro Barrel vielen Marktteilnehmern Sorgen. Die G7-Gruppe hat bereits angekündigt, sie werde eine mögliche koordinierte Freigabe von Öl aus strategischen Reserven erörtern, um den starken Anstieg der Energiepreise zu dämpfen.
Der asiatische Aktienindex hat seine Verluste auf unter 4% eingedämmt, nachdem er zuvor zeitweise um bis zu 5,6% eingebrochen war. Auch die US- und europäischen Aktienfutures konnten einen Teil ihrer Verluste vor der europäischen Börseneröffnung wieder aufholen.
Die US–israelische Militäroffensive gegen den Iran ist der Haupttreiber des jüngsten Ölpreisschubs, und der Konflikt zeigt bislang keine Anzeichen einer Entspannung. Beide Seiten scheinen bereit, ihre Operationen zu intensivieren, weshalb die Preise voraussichtlich weiter steigen und Aktienkurse tendenziell fallen dürften. Wie oben erwähnt, sprang der Brent-Preis um 29% auf 119,50 US-Dollar je Barrel und weitete damit den Anstieg der vergangenen Woche um 28% weiter aus. West Texas Intermediate legte um 31% zu.
Die Kurse von US-Staatsanleihen gerieten angesichts der Sorge vor anziehender Inflation unter Druck, wodurch die Renditen der zehnjährigen US-Benchmark stiegen. Die dreijährigen Renditen in Australien, die besonders sensibel auf die Erwartungen an die Geldpolitik reagieren, kletterten auf das höchste Niveau seit 2011, während die Futures auf deutsche Bundesanleihen auf ein nahezu 15?Jahres?Tief fielen. Auch in Japan zogen die Renditen an, wobei die 30? und 40?jährigen Laufzeiten um rund 11 Basispunkte stiegen.
Der Ausverkauf erfasste erkennbar alle Regionen und Anlageklassen, da die geopolitischen Spannungen die ohnehin bereits durch KI-Störungen und Sorgen über mögliche Risse in den Kreditmärkten belasteten Märkte zusätzlich unter Druck setzten. Die Eskalation brachte Anleger in eine schwierige Lage: Sie mussten das Risiko einer Rückkehr der Inflation aufgrund höherer Ölpreise gegen Hinweise auf ein nachlassendes Wachstum am US-Arbeitsmarkt abwägen.
In anderen Marktsegmenten geriet Gold wegen eines stärkeren US-Dollars unter Druck. Spekulationen über höhere US-Leitzinsen sind wieder stärker in den Vordergrund gerückt. Das Edelmetall gab um 0,7% auf 5.136 US-Dollar je Unze nach, während Silber mit 84,53 US-Dollar je Unze nahezu unverändert notierte.
Was den technischen Ausblick für den S&P 500 betrifft, besteht die Hauptaufgabe der Käufer heute darin, den nächsten Widerstand bei 6.627 USD zu überwinden. Ein Überwinden dieses Niveaus würde ein Aufwärtssignal liefern und den Weg für einen Anstieg in Richtung 6.638 USD öffnen. Eine weitere Priorität für die Bullen ist es, die Kontrolle oberhalb von 6.651 USD zu behaupten, was die Position der Käufer stärken würde. Sollte der Markt bei nachlassender Risikobereitschaft nachgeben, müssen Käufer etwa im Bereich von 6.616 USD aktiv werden. Ein Durchbruch unter dieses Niveau würde das Instrument rasch in Richtung 6.603 USD drücken und den Weg bis 6.590 USD freimachen.