GBP/USD. Analyse und Prognose

Das Währungspaar GBP/USD wird über der runden Marke von 1,3400 gehandelt. Der US‑Dollar zieht nach der gestrigen Korrektur von einem Drei-Monats-Hoch neue Käufer an und bleibt der Hauptfaktor, der Druck auf das GBP/USD‑Paar ausübt. Anleger warten auf weitere Entwicklungen im Nahen Osten.Das Islamische Revolutionsgardenkorps (IRGC) des Iran wies die Äußerungen des US‑Präsidenten Donald Trump über ein baldiges Kriegsende zurück und betonte, dass Teheran – und nicht Washington – den Zeitplan bestimmen werde. Dies erhöht die geopolitischen Risiken und stärkt das Interesse an traditionellen sicheren Häfen wie dem US‑Dollar. Zudem bestehen weiterhin Risiken von Angebotsunterbrechungen durch eine mögliche Blockade der Straße von Hormus, was es den Ölpreisen ermöglicht hat, nach der scharfen Umkehr am Montag vom höchsten Stand seit Juni 2022 wieder positiven Schwung zu gewinnen.

Anleger befürchten, dass steigende Energiepreise die Inflation wieder anheizen und eine Lockerung der Geldpolitik durch das Federal Reserve System der USA verzögern könnten. Dies stützt höhere Renditen von US‑Staatsanleihen, was den Dollar zusätzlich stärkt und die Aufwärtsdynamik von GBP/USD begrenzt. Das britische Pfund erhält jedoch Unterstützung durch eine Neubewertung der Zinserwartungen.Tatsächlich sind die Erwartungen von drei Zinssenkungen durch die Bank of England einer Wahrscheinlichkeit von rund 70 % für eine Zinserhöhung bis zum Jahresende gewichen. Ein solcher Kurswechsel könnte dem Währungspaar GBP/USD zusätzlichen Auftrieb verleihen und kurzfristige Rücksetzer in Kaufgelegenheiten verwandeln.

Marktteilnehmer könnten die Rede des Gouverneurs der Bank of England, Andrew Bailey, am Donnerstag abwarten, die den Marktsentiment einen neuen Ton geben könnte.

Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich in dieser Woche außerdem auf die US‑Inflationsdaten – den Verbraucherpreisindex (CPI) und den Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) – sowie auf die monatlichen BIP‑Daten des Vereinigten Königreichs, die allesamt die Dynamik des GBP/USD‑Paares beeinflussen könnten. Dennoch dominieren weiterhin geopolitische Nachrichten das Geschehen, treiben die Marktvolatilität und bestimmen den Kursverlauf des US‑Dollars.

Aus technischer Sicht sind die Oszillatoren im Tageschart negativ und deuten damit auf einen Vorteil für die Bären hin. Nichtsdestotrotz versucht das Paar, über den sehr wichtigen 200‑Tage‑SMA auszubrechen, der sich um 1,3445 befindet. Ein erfolgreicher Ausbruch über diese Marke würde die aktuelle Handelsspanne nach oben verschieben und den Bullen ermöglichen, den 20‑Tage‑SMA in der Nähe der runden Marke von 1,3500 ins Visier zu nehmen.

Die wichtigste Unterstützung liegt an der runden Marke von 1,3400. Sollte dieses Niveau nicht halten, könnte sich der Rückgang in Richtung der runden Marke von 1,3300 beschleunigen.