Das Währungspaar GBP/USD steht den dritten Tag in Folge unter Verkaufsdruck und ist unter die psychologisch wichtige Marke von 1,3400 gefallen. Das Ausbleiben von Anzeichen für ein baldiges Ende der anhaltenden Kampfhandlungen im Nahen Osten stützt weiterhin die starke Nachfrage nach dem US-Dollar als sicherem Hafen und erhöht damit den Druck auf das Pfund.
Eine zusätzliche Spannungsquelle war eine Erklärung der Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC), in der der Beginn einer gemeinsamen Operation mit der libanesischen Hezbollah gegen Ziele in Israel, Jordanien und Saudi-Arabien angekündigt wurde. Die Ankündigung erfolgte kurz nach den bislang umfangreichsten US–israelischen Luftangriffen auf iranisches Territorium am Dienstag und deutet auf eine weitere Eskalation der Konfrontation zwischen Teheran und den mit den Vereinigten Staaten und Israel verbündeten Kräften hin.
Unterdessen führten Berichte über Angriffe auf zwei Öltanker im nördlichen Persischen Golf, nahe dem Irak und Kuwait, zu einem weiteren Anstieg der Ölpreise.
Höhere Ölpreise erhöhen die Inflationsrisiken und stützen die erhöhten Renditen von US-Staatsanleihen, was wiederum dem US-Dollar zusätzliche Unterstützung bietet.
Gleichzeitig deuteten die am Mittwoch veröffentlichten Daten zum Verbraucherpreisindex (CPI) auf eine moderate Verlangsamung der Inflation in den Vereinigten Staaten hin und verschaffen der Federal Reserve damit Spielraum für mögliche Zinssenkungen. Dieser Faktor begrenzt das Potenzial für eine weitere Aufwertung des Dollars und stützt den britischen Pfund Sterling teilweise.
Außerdem verhindert eine Korrektur der Markterwartungen in Bezug auf die Geldpolitik der Bank of England die Bildung aggressiver bärischer Positionen im Pfund. Zuvor ging der Markt für 2026 von drei Zinssenkungen aus, inzwischen ist jedoch die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bis zum Jahresende gestiegen. Der hawkishe Ausblick der Notenbank trägt dazu bei, den Rückgang des GBP/USD-Paares zu begrenzen, und mahnt zur Vorsicht beim Eingehen von Short-Positionen.
Für bessere Handelschancen sollte der Rede von Bank of England-Gouverneur Andrew Bailey besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, da sie die kurzfristige Richtung des Währungspaars vorgeben könnte. Zusätzliche Marktvolatilität könnte zudem von den britischen BIP-Daten und dem in den USA anstehenden Personal Consumption Expenditures (PCE) Preisindex am Freitag ausgehen.
Dennoch bleiben geopolitische Risiken und Sorgen über steigenden Inflationsdruck der wichtigste Treiber der Marktbewegungen. Diese Faktoren könnten die Geldpolitik der Zentralbanken beeinflussen und zu erhöhter Volatilität an den Finanzmärkten führen.
Aus technischer Sicht befinden sich die Oszillatoren im Tageschart weiterhin im negativen Bereich, was auf einen Vorteil für die Verkäufer hindeutet. Sollte es den Notierungen nicht gelingen, das Niveau von 1,3400 zurückzuerobern und sich darüber zu behaupten, könnte das Paar seinen Rückgang in Richtung 1,3300 beschleunigen, wobei sich eine Zwischenunterstützung in der Nähe von 1,3340 abzeichnet.