Yen fällt, da die Wahrscheinlichkeit eines frühen Endes des Golfkriegs sinkt

Die zweite Schätzung des japanischen BIP für das vierte Quartal fiel besser aus als die vorläufigen Daten: Eine Aufwärtsrevision auf +1,3 % im Jahresvergleich zeigt, dass die Inlandsnachfrage sich stärker entwickelte als erwartet. Dieses Ergebnis liegt deutlich über der Regierungsprognose für das potenzielle Wachstum von +0,4 % und zeichnet ein positiveres Bild für die wirtschaftliche Erholung Japans.

Gleichzeitig üben die Ölpreise Abwärtsdruck auf das BIP aus und werden je nach erreichtem Notierungsniveau schwanken. Nach Berechnungen von Mizuho Bank würde sich das BIP um 0,3 % verringern, falls sich der Ölpreis bei rund 100 US‑Dollar je Barrel einpendelt, während Preise um 120 US‑Dollar das BIP im kommenden Jahr um 0,5 % schrumpfen lassen könnten. Diese Gefahr setzt wiederum die Bank of Japan (BoJ) unter Druck und erschwert es zunehmend, Zinserhöhungen in einem sich abkühlenden Wirtschaftsumfeld zu rechtfertigen.

Die BoJ tagt am 19. März, und der Markt rechnet damit, dass der Leitzins unverändert bleibt. Gouverneur Ueda wird jedoch seine Empfehlungen vorstellen, die der Markt genau auf Hinweise zu einer möglichen Zinserhöhung im April prüfen wird. Da Japan über ausreichende Ölreserven verfügt, um mindestens einen Monat problemlos zu überstehen, sehen wir keine Grundlage für unerwartete Äußerungen Uedas oder nennenswerte Schwankungen des Yen-Wechselkurses.

Nach der Veröffentlichung des CFTC-Berichts hat sich erneut eine kurzfristige spekulative Short-Position im Yen aufgebaut, mit einem Volumen von -1,3 Milliarden US‑Dollar und einer wöchentlichen Veränderung von -2,24 Milliarden US‑Dollar. Dieses Ergebnis überrascht nicht, wenn man die hohe Sensitivität der japanischen Wirtschaft gegenüber Energiepreisen berücksichtigt, von denen über 70 % aus dem Persischen Golf stammen. Der errechnete Preis ist über den langfristigen Durchschnitt gestiegen.

Der Yen kann sich selbst bei steigender Nachfrage nach sicheren Häfen nicht aufwerten, da seine wirtschaftliche Stabilität bedroht ist. Dies ist ein seltener Fall, in dem eine höhere Nachfrage nach sicheren Anlagen nicht zur Stabilisierung des Yen beiträgt, da es klare Risiken für die eigene Wirtschaft gibt. Wir gehen davon aus, dass dieser Trend recht robust ist; solange unklar bleibt, welchen Schaden der Krieg und die steigenden Ölpreise in Japan anrichten, wird der Yen schwach bleiben. In der vorherigen Analyse haben wir darauf hingewiesen, dass eine Bewegung in Richtung USD/JPY 160 wahrscheinlicher ist als ein Rückgang, und an diesem Trend hat sich nichts geändert; das Risiko eines Tests des Hochs bei 161,96 nimmt weiter zu.