Am Donnerstag setzte das Währungspaar EUR/USD seine Abwärtsbewegung in Richtung des neuen 127,2%-Korrekturlevels bei 1,1440 auf Basis des aktuellen Fibonacci-Rasters fort. Ein erneuter Anstieg der Notierungen vom Niveau 1,1440 würde die europäische Währung unterstützen und zu einem gewissen Wachstum in Richtung des 100,0%-Fibonacci-Levels bei 1,1577 führen. Eine Fixierung des Kurses unter 1,1440 würde es den Händlern ermöglichen, mit einer Fortsetzung des Rückgangs in Richtung des nächsten Korrekturlevels von 161,8% bei 1,1266 zu rechnen.
Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt übersichtlich. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle hat das Hoch der vorherigen Welle nur um wenige Pips überschritten, während die neue Abwärtswelle das vorherige Tief durchbrochen hat. Damit bleibt der Trend derzeit bärisch. Die Aktionen von Donald Trump im Nahen Osten haben großangelegte Militäroperationen ausgelöst, an denen rund ein Dutzend Länder beteiligt sind. Dies hat dem Dollar ermöglicht – und ermöglicht es ihm weiterhin –, sich als „sicherer Hafen“ zu stärken.
Am Donnerstag hat der Informationshintergrund erneut keinen spürbaren Einfluss auf den Tageshandel gehabt – zumindest nicht in Bezug auf die Konjunkturdaten. Was die Geopolitik betrifft, so bleibt sie äußerst komplex und ist zugleich der einzige Grund für die Stärke der US‑Währung und die anhaltenden Angriffe der Bären. Händler haben sich vermutlich an folgendes Muster gewöhnt: Ein Bericht wird veröffentlicht, der Markt reagiert oder reagiert nicht darauf; wenn er reagiert, hält die Reaktion etwa von einer Stunde bis zu 5–6 Stunden an. Die aktuelle Marktsituation ist hingegen völlig anders. Der Strom an Verkaufsorders im EUR/USD reißt Tag und Nacht nicht ab, obwohl dieser Marktbewegung im Kern nur ein einziger Grund zugrunde liegt.
In den letzten Tagen wurde bekannt, dass der Iran nicht bereit ist, einem Waffenstillstand zuzustimmen, und begonnen hat, Tanker in der Straße von Hormus anzugreifen, womit alle Markthoffnungen auf ein rasches Ende des Konflikts und eine Stabilisierung der Ölpreise zunichtegemacht wurden. Infolgedessen bleibt der Dollar als „sicherer Hafen“ gefragt, während der Euro deutlich unter Druck steht, da die Energiekrise die Europäische Union am stärksten treffen wird.
Im 4-Stunden-Chart drehte das Paar zugunsten der US-Währung und setzte seine Abwärtsbewegung in Richtung des 100,0 %-Korrekturlevels bei 1,1474 gemäß dem neuen Fibonacci-Raster fort. Ein Rückprall von diesem Level würde die europäische Währung begünstigen und einen Anstieg in Richtung des 76,4 %-Korrekturlevels bei 1,1617 unterstützen. Eine Konsolidierung des Paares unterhalb von 1,1474 würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs in Richtung des 127,2 %-Fibonacci-Levels bei 1,1310 erhöhen. Der absteigende Trendkanal signalisiert weiterhin eine vollständige Dominanz der Bären. Auf keinem der Indikatoren sind neue aufkommende Divergenzen zu beobachten.
Commitments of Traders (COT)-Report
In der letzten Berichtswoche haben professionelle Händler 287 Long-Positionen geschlossen und 20.071 Short-Positionen eröffnet. Die Stimmung der Gruppe der „Non-commercial“-Trader bleibt weiterhin bullisch, was vor allem auf Donald Trump und seine Politik zurückzuführen ist. In den letzten Wochen war jedoch ein Rückgang der Long-Positionen zu beobachten. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen liegt derzeit bei 294.000, während die Short-Positionen 158.000 betragen. Der Vorteil der Bullen bleibt damit nahezu doppelt so groß.
Im langfristigen Bild bauen die großen Marktteilnehmer insgesamt weiterhin ihre Short-Positionen ab und erhöhen ihre Long-Positionen. Verschiedene globale Ereignisse – an denen es in den vergangenen Jahren nicht gemangelt hat – wirken sich dabei unterschiedlich auf die Anleger aus. Aktuell richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit des Marktes auf den Nahen Osten, wo sich der Krieg weiter zuspitzt und geografisch ausweitet. Daher wird der Wechselkurs von Euro und US-Dollar in naher Zukunft nicht von der Geldpolitik der Federal Reserve oder von Konjunkturdaten abhängen, sondern vom Krieg im Iran.
Wirtschaftskalender für die USA und die Eurozone
Europäische Union
Veränderung der Industrieproduktion – 10:00 UTCVereinigte Staaten
Kernindex der persönlichen Konsumausgaben (Core PCE Price Index) – 12:30 UTCAufträge für langlebige Güter – 12:30 UTCBIP-Wachstumsrate für Q4 – 12:30 UTCPersönliche Einkommen und Ausgaben – 12:30 UTCJOLTS-Bericht zu offenen Stellen – 14:00 UTCVerbraucherstimmungsindex der University of Michigan – 14:00 UTCAm 13. März enthält der Wirtschaftskalender mehrere durchaus wichtige Veröffentlichungen. Allerdings hat der Markt bereits in den frühen Morgenstunden wieder mit dem Verkauf des Währungspaares begonnen, ohne die Daten abzuwarten. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung könnte am Freitag daher begrenzt bleiben.
EUR/USD-Prognose und Handelsempfehlungen
Verkäufe des Paares waren nach einem Schlusskurs unter 1,1577 mit einem Ziel bei 1,1440 möglich. Diese Positionen können auch heute mit einem Ziel bei 1,1374 gehalten werden. Kaufpositionen können eröffnet werden, wenn die Notierungen bei 1,1440 nach oben abprallen, mit einem Ziel bei 1,1577.
Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart von 1,1577–1,2082 und im 4-Stunden-Chart von 1,1474–1,2082 ausgehend berechnet.