XAU/USD. Analyse und Prognose

Gold hat den Großteil seiner moderaten Tagesgewinne wieder abgegeben und ist unter Verkaufsdruck geraten. Der Vermögenswert steht unter Druck durch anhaltende Käufe des US-Dollar, die durch die Erkenntnis befeuert werden, dass der durch den Krieg mit Iran verursachte Anstieg der Energiepreise die Inflation erneut beschleunigen könnte. Dies könnte die Federal Reserve zwingen, eine Lockerung der Geldpolitik zu verschieben. Dies ist der Hauptfaktor, der einen Anstieg des Edelmetalls verhindert.

Die geopolitischen Risiken bleiben vor dem Hintergrund der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten hoch, was den Rückgang des Goldpreises als sicherer Hafen begrenzen könnte. Irans neuer oberster Führer, Mojtaba Khamenei, forderte in seiner ersten öffentlichen Ansprache die sofortige Schließung aller amerikanischen Militärstützpunkte in der Region unter Androhung von Angriffen. Er betonte, dass Angriffe auf diese Stützpunkte trotz des iranischen Wunsches nach gutnachbarschaftlichen Beziehungen fortgesetzt würden.

Unterdessen erklärte der US-Präsident Donald Trump, dass die Neutralisierung des „Reichs des Bösen“ in Iran für ihn eine höhere Priorität habe als die Ölpreise. Seit Beginn der US–israelischen Operation gegen Iran steigen die Ölpreise kontinuierlich. Blockaden in der Straße von Hormus schüren Ängste vor Lieferunterbrechungen, verstärken die Erwartungen eines Inflationsschubs und veranlassen Anleger, ihre Prognosen für Zinssenkungen der Federal Reserve im Jahr 2026 zurückzunehmen.

Dies stützt die Renditen von US-Staatsanleihen, was den Dollar-Bullen zugutekommt und das Wachstum der Edelmetallpreise vor der Veröffentlichung des US-Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) bremst.

Der wichtigste Inflationsindikator der Federal Reserve wird die Erwartungen an die Geldpolitik maßgeblich beeinflussen – vor dem Hintergrund militärbedingten Aufwärtsdrucks auf die Verbraucherpreise. Dies dürfte die Nachfrage nach dem Dollar ankurbeln und die Volatilität im Währungspaar XAU/USD erhöhen.

Im Fokus stehen weiterhin die geopolitischen Entwicklungen. Dennoch droht XAU/USD, die zweite Woche in Folge mit Verlusten zu schließen. Die gemischten fundamentalen Faktoren erfordern Vorsicht, bevor aggressive, stark richtungsorientierte Positionen eröffnet werden.

Aus technischer Sicht bleiben die Oszillatoren auf dem Tages-Chart negativ. Es ist jedoch anzumerken, dass der Relative-Stärke-Index (RSI) nahe der überverkauften Zone liegt, was Verkäufer zu Vorsicht bei der Eröffnung neuer Positionen mahnt, da es zu einer Gegenbewegung oder Konsolidierung kommen könnte. Nichtsdestotrotz bleibt der Weg des geringsten Widerstands für Gold abwärtsgerichtet.