Die Aktienindizes schlossen gestern mit einer moderaten Erholung. Der S&P 500 legte um 1,01% zu, der Nasdaq 100 gewann 1,22%, und der Dow Jones Industrial Average stieg um 0,83%.
Die kurze Jubelstimmung an den globalen Aktienmärkten, ausgelöst durch eine kräftige Erholung bei Mega-Cap-Tech-Werten, scheint nun zu verblassen. Mit Eröffnung der europäischen Sitzung wich der Optimismus einer nüchterneren Neubewertung der Risiken – allen voran der Eskalation im Nahen Osten. Der durch die geopolitische Zuspitzung verursachte Sprung der Rohölpreise wirkte auf die zuvor zuversichtlichen Anleger wie eine kalte Dusche.
Jüngstes Marktraunen über angeblich laufende Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und Iran zur Beilegung des Konflikts und zur Vermeidung eines größeren Krieges entpuppte sich als das, was es war – bloßes Gerede. Teherans offizielles Dementi der Berichte zerstörte die Hoffnung auf eine schnelle Lösung und setzte Aktien erneut unter Druck. Besorgt über eine weitere Verschlechterung der Lage und deren wirtschaftliche Folgen schichten Anleger zunehmend in konservativere Instrumente um.
Dieser Stimmungsumschwung wird zwangsläufig die Marktdynamik verändern. Der Technologiesektor – der die jüngste Erholung angeführt hat – wirkt anfällig, da Anleger nach sicheren Häfen suchen. Höhere Energiepreise dürften anhalten, was Inflationssorgen schürt und den privaten Konsum belasten wird.
Derzeit liegen die Futures auf europäische Indizes bereits rund 0,5 % im Minus, nachdem Brent um 4,4 % auf über 104 US-Dollar je Barrel gestiegen ist – nach einem Rückgang von 2,8 % am Montag.
Unterdessen setzten asiatische Aktien ihre Gewinne den zweiten Tag in Folge fort, nachdem positive Äußerungen von Nvidia Corp. Tech-Werte in der gesamten Region gestützt hatten. US-Staatsanleihen gaben entlang der Zinskurve nach, wobei die Rendite der zehnjährigen Anleihe um drei Basispunkte auf 4,24 % stieg. Gold legte zu und verzeichnete damit den ersten Anstieg seit fünf Tagen.
Wie bereits erwähnt, beeinflusst der Konflikt im Nahen Osten weiterhin die Märkte, und Händler beobachten die Schiffsbewegungen durch die Straße von Hormus genau. Der US-Präsident Donald Trump hat erneut andere Länder aufgefordert, bei der Sicherung dieser wichtigen Wasserstraße zu helfen, und vor verstärkten Angriffen auf die Ölinfrastruktur gewarnt. Iran wiederum griff ein bedeutendes Gasfeld an und verschärfte damit die bereits angespannte Versorgungslage bei Brennstoffen weiter.
Was die technische Analyse des S&P 500 betrifft, so besteht die unmittelbare Aufgabe der Käufer darin, den Widerstandsbereich bei 6.682 US-Dollar zu überwinden. Dies würde dem Index neuen Aufwärtsmomentum verleihen und den Weg in Richtung 6.697 US-Dollar eröffnen. Die Kontrolle über 6.711 US-Dollar würde das bullische Szenario weiter untermauern. Auf der Unterseite müssen die Käufer den Bereich um 6.672 US-Dollar verteidigen. Ein Durchbruch unter dieses Niveau würde das Handelsinstrument rasch zurück auf 6.660 US-Dollar führen und könnte den Weg in Richtung 6.651 US-Dollar freimachen.