Der PPI gehört zu den wichtigsten Indikatoren für die Inflation. Sein anhaltend deutlicher Anstieg wird daher klar als hawkishes Signal gewertet, insbesondere vor dem Hintergrund der sich beschleunigenden Kern-PCE und der „Stagnation“ des CPI. Es zeichnet sich ein klares Bild ab, dass die Inflation in den USA steigt.
Den veröffentlichten Daten zufolge beschleunigte sich der gesamte PPI im Februar auf 0,7 % im Monatsvergleich (der höchste Stand seit Juli letzten Jahres). Dieser Indikator ist damit bereits den vierten Monat in Folge gestiegen, bei einer Prognose von +0,3 %. Im Jahresvergleich sprang der gesamte PPI auf 3,4 % und erreichte damit ein Jahreshoch (den höchsten Stand seit März des Vorjahres), nachdem er im Januar auf 2,9 % gefallen war. Auch diese Komponente des Berichts fiel positiv aus, während die meisten Analysten mit einer Stagnation gerechnet hatten.
Der Kern-PPI erreichte ein Drei-Jahres-Hoch und beschleunigte sich auf 3,9 % im Jahresvergleich, den höchsten Stand seit März 2023, bei einer Prognose von 3,7 %. Der Indikator zeigt damit bereits den dritten Monat in Folge Aufwärtsdynamik. Alle Bestandteile der Veröffentlichung übertrafen die Erwartungen der Analysten.
Was signalisiert dieser Bericht? In erster Linie bestätigt er, dass sich die Inflation auf Erzeugerebene beschleunigt – und das nahezu synchron in allen Sektoren der Wirtschaft. Das bedeutet, dass wir den PPI schon bald im CPI und PCE „wiedersehen“ werden.
Der erste interessante Punkt ist die Dominanz des Gütersektors. Erstmals seit langer Zeit hat das Preiswachstum bei Gütern das der Dienstleistungen deutlich übertroffen. Diese Divergenz ist weitgehend auf einen Sprung bei volatilen Komponenten (in erster Linie Energie) zurückzuführen. Fast 30 % des gesamten PPI-Anstiegs wurden durch einen starken Anstieg der Benzin- und Dieselpreise verursacht. Dies wirkt wie eine Art „Steuer auf Logistik“, die sich zwangsläufig innerhalb von zwei bis drei Monaten in den Einzelhandelspreisen niederschlagen wird. Hinzu kommt, dass es sich um den Berichtsmonat Februar handelt, der die „Sturmfront im Nahen Osten“ und die anschließende Energiekrise noch gar nicht erfasst.
Dennoch darf man die Inflation im Dienstleistungssektor nicht unterschätzen. Trotz moderaterer Wachstumsraten bleiben Dienstleistungen eine zentrale Quelle des Preisdrucks und tragen zu einem insgesamt stabileren Inflationshintergrund bei. So sind etwa die Transportkosten stark gestiegen, insbesondere aufgrund höherer Frachtraten. Dafür gibt es mehrere Gründe: steigende Preise für Bunkeröl, zunehmende Spannungen im Schwarzen Meer und im Persischen Golf, ein Mangel an Tonnage usw. Die Frachtraten haben sich angesichts höherer Risiken und gestiegener Versicherungskosten spürbar verteuert. Es liegt auf der Hand, dass sich die kumulative Wirkung dieser Faktoren bereits in diesem Monat weiter verstärken wird.
Ebenfalls wichtig ist der Anstieg des führenden Indikators „Intermediate Demand“ (Zwischennachfrage nach Vorprodukten und Rohstoffen). Die Zwischennachfrage nach verarbeiteten Gütern stieg im Februar um 1,5 %. Es liegt nahe zu unterstellen, dass Hersteller von Endprodukten ihre Preise bald anheben müssen, um ihre Margen zu halten, wenn die Zwischenstufen mit derart „sportlichen“ Raten teurer werden. Das bedeutet, dass ein erheblicher Teil des PPI-Anstiegs in den kommenden Monaten in die Verbraucherpreise durchschlagen wird.
Zusammenfassend ist die PPI-Veröffentlichung im Kontext der bevorstehenden März-Sitzung des FOMC zu betrachten, deren Ergebnisse wir am Ende der amerikanischen Handelssitzung erfahren werden. Es ist naheliegend zu erwarten, dass nach diesen Zahlen die Prognose für den PCE (den wichtigsten Inflationsindikator für die Zentralbank) nach oben revidiert wird, da viele Bestandteile des PPI direkt in die Berechnung des Index der persönlichen Konsumausgaben einfließen.
All dies deutet darauf hin, dass der Februar-PPI-Bericht ein weiterer „makroökonomischer Trumpf“ für die amerikanische Währung ist, da er den Boden für eine strenge Interpretation der Inflationsrisiken bereitet. Das liefert ein weiteres Argument dafür, dass die Fed ihre abwartende Haltung nicht nur in den Frühjahrssitzungen, sondern auch im Sommer – mindestens bis Juni – beibehält.
Laut Daten des CME FedWatch-Tools ist sich der Markt nahezu zu 100 % sicher, dass der Leitzins der Fed bis zum Ende des Frühjahrs unverändert bleibt. Unterdessen ist die Wahrscheinlichkeit einer geldpolitischen Lockerung auf der Juni-Sitzung nach der Veröffentlichung auf 15 % gefallen. Darüber hinaus ziehen die Märkte nun zumindest theoretisch sogar die Möglichkeit einer Zinserhöhung im Juni in Betracht. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios nur 1 % beträgt, ist die Tatsache an sich bemerkenswert – zuvor hatten Händler ein solches Szenario nicht einmal ernsthaft erwogen.
Trotz dieses „eindeutig falkenhaften“ fundamentalen Signals reagierte das Währungspaar EUR/USD jedoch eher verhalten auf die Veröffentlichung. Die Verkäufer testeten die 14er-Marke und markierten ein Tagestief bei 1,1490, kehrten dann aber auf ihre vorherigen Positionen zurück.
Händler zögern, vor Bekanntgabe der Ergebnisse der März-Sitzung der Fed umfangreiche Positionen einzugehen. Die Risiken einer „dovish pause“ sind zwar gering, aber sie sind vorhanden – insbesondere vor dem Hintergrund aufgeblähter Erwartungen. So gehen etwa viele Analysten davon aus, dass die Fed die einzige für 2026 geplante Zinssenkung vollständig aus dem Dot Plot streichen könnte. Sollte die Fed entgegen den Erwartungen Vorsicht walten lassen und die Markterwartungen in Sachen Falkenhaftigkeit nicht bestätigen (d. h. die Zinsprognosen unverändert lassen), geriete der Dollar unter erheblichen Druck. Zudem darf man den enttäuschenden Februar-Bericht zu den Non-Farm Payrolls nicht vergessen, der einen Beschäftigungsrückgang um 90.000 Stellen und einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,4 % widerspiegelte.
In einem derart von Unsicherheit geprägten Umfeld scheuen Händler davor zurück, große Positionen – weder für noch gegen den Dollar – aufzubauen. Angesichts der aktuellen Lage ist es durchaus vernünftig, beim Währungspaar EUR/USD vorerst eine abwartende Haltung einzunehmen.