Gestern schlossen die Aktienindizes deutlich im Minus. Der S&P 500 gab um 1,36% nach, während der Nasdaq 100 1,46% verlor. Der Dow Jones Industrial Average sank um 1,63%.
Die globalen Aktienmärkte haben einen deutlichen Ausverkauf erlitten, ausgelöst durch eine Reihe von Angriffen auf wichtige Energieinfrastrukturen im Nahen Osten. Diese Ereignisse trieben die Ölpreise spürbar nach oben und verstärkten damit die Sorge der Anleger vor erneutem Inflationsdruck. Die Eskalation des regionalen Konflikts hat neue Unsicherheit geschaffen, sodass Marktteilnehmer ihre Portfolios neu ausrichten und verstärkt sichere Anlagen suchen.
Steigende Energiepreise, insbesondere für Rohöl, haben weitreichende Folgen für die Weltwirtschaft. Höhere Energiekosten erhöhen nicht nur die Betriebsausgaben in vielen Sektoren, sondern schlagen auch direkt auf die Verbraucherpreise durch. Anhaltend hohe Energiekosten können eine neue Inflationswelle auslösen und die Zentralbanken in ein Dilemma bringen: die Geldpolitik straffen und ein geringeres Wachstum riskieren oder abwarten und riskieren, die Kontrolle über die Inflation zu verlieren. Aus Angst vor höherer Inflation und schwächerem Wirtschaftswachstum trennen sich Anleger von Risikoanlagen wie Aktien, was die Indizes belastet und die Stimmung eintrübt.
Bereits heute ist der MSCI All-Country World Index um rund 0,6 % gefallen. Der japanische Nikkei 225 ist um mehr als 3,5 % eingebrochen. Gleichzeitig werden Händler den Yen weiter genau beobachten, um Anzeichen für einen möglichen Durchbruch in Richtung der Marke von 160 je Dollar zu erkennen. Futures auf den Euro Stoxx 50 lagen fast 2 % im Minus.
Wie bereits erwähnt, ist der Preis für Brent-Rohöl nach Angriffen des Iran und Israels auf wichtige Energieziele auf über 112 US-Dollar je Barrel gestiegen. Dazu zählt auch ein erheblicher Schaden an einer der größten LNG-Exportanlagen der Welt in Katar, was die Sorge über die längerfristigen Folgen des Konflikts verstärkt.
Im Hinblick auf die gestrige Fed-Sitzung rechnen die Notenbanker weiterhin nur mit einer einzigen Zinssenkung in diesem Jahr, obwohl Fed-Chef Jerome Powell betonte, dass Zinssenkungen von klaren Fortschritten in Richtung einer niedrigeren Inflation abhängen werden. „Wenn wir diese Fortschritte nicht sehen, wird es auch keine Zinssenkung geben“, sagte Powell. Seine Äußerungen veranlassten Händler dazu, ihre Erwartungen an geldpolitische Lockerungen zurückzuschrauben und stärkten die Einschätzung, dass die Zinsen angesichts der Volatilität an den Energiemärkten länger höher bleiben könnten. Die Märkte erwarten nun für dieses Jahr nur noch rund 15 Basispunkte an Fed-Lockerung – deutlich weniger als eine vollständige Zinssenkung um 25 Basispunkte.
Was die technische Analyse des S&P 500 angeht, besteht die unmittelbare Aufgabe der Käufer heute darin, den nächsten Widerstandsbereich bei 6.627 Punkten zu überwinden. Dies würde dem Index neuen Aufwärtsmomentum verleihen und den Weg in Richtung 6.638 Punkte eröffnen. Eine Rückeroberung der Marke von 6.651 Punkten würde das bullische Szenario weiter untermauern. Auf der Unterseite sollten Käufer den Bereich um 6.616 Punkte verteidigen. Ein Bruch unter dieses Niveau würde das Handelsinstrument rasch zurück in den Bereich von 6.603 Punkten drücken und könnte den Weg in Richtung 6.590 Punkte freimachen.